Aufrufe zu Reform und Nächstenliebe

Die evangelische Superintendentin und der katholische Ruhrbischof haben in ihren Botschaften zum Jahreswechsel unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Während Marion Greve in ihrem Grußwort zur Nächstenliebe für Flüchtlinge und zu einem friedlichen Miteinander aufruft, dringt Franz-Josef Overbeck zuerst auf weitere Kirchenreformen.

Greve erinnert an die Erklärung des Initiativkreises Religionen vor der Marktkirche vom 31. Juli, die Antisemitismus ebenso verurteile wie „jede Form von Islamfeindlichkeit“. Lobend hebt sie das von Nächstenliebe geprägte Engagement der vielen Runden Tische für die zunehmende Zahl von Flüchtlingen hervor. „Wenn wir uns dafür einsetzen, dass die verschiedenen Menschen in unserer Stadt in Frieden zusammenleben, werden wir selber zum Lob Gottes.“ Mit der Veranstaltungsreihe „Frieden zählt!“ rund um den 8. Mai werde dieses Jahr an das Ende des Weltkriegs erinnert.

Overbeck wirbt in seiner Neujahrespredigt für eine „Kirche, die sich verändern wird, neu werden muss“. Dabei sei es hilfreich, die Perspektive jener einzunehmen, die der Kirche schon den Rücken gekehrt oder sich distanziert hätten. Ihre Kritik und Enttäuschungen, ihren Ärger, aber auch ihre Hoffnungen und Impulse begreife er als Zeichen. „Wissen wir, was die Menschen alltäglich bewegt?“, fragt Overbeck. Die neu werdende Kirche benötige „überzeugte und überzeugende Christen“ und „keinen großen Apparat“.