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Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.

24.05.2012 | 06:00 Uhr
Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.
An der BMV Schule in Essen, an der bis jetzt nur Mädchen sind, sollen demnächst auch Jungen aufgenommen werden.Foto: Klaus Micke / WAZ FotoPool

Essen.  Eltern unter Schock, Schülerinnen üben Kritik: Der Beschluss, künftig auch Jungen zu unterrichten, erntet viele kritische Töne. Im Internet-Netzwerk „Facebook“ gebe es längst eine Gruppe, die Widerstand leisten will gegen die künftige Neu-Ausrichtung der Schule, die ab 2013/14 geplant ist.

Nicht wenige Mütter und Väter sind geschockt, und die Schülerinnen des BMV-Mädchengymnasiums üben Kritik: Die Entscheidung, dass die traditionsreiche Ordensschule in Holsterhausen nach mehr als 350 Jahren erstmals auch Jungen aufnehmen soll, sorgt für Aufregung.

„Viele Eltern werden ihre Töchter hier nicht mehr anmelden“, glaubt Schülerin Bo Hyun Kim (15). „Die ganze Lernatmosphäre ändert sich, wenn Jungs kommen.“ Im Internet-Netzwerk Facebook gebe es längst eine Gruppe, die Widerstand leisten will gegen die künftige Neu-Ausrichtung der Schule, die ab 2013/14 geplant ist.

Aufnahme von Jungen soll einbrechende Schülerzahlen vermeiden

Mit der erstmaligen Aufnahme von Jungen sollen drohende Einbrüche der Schülerzahlen nach dem doppelten Abi-Jahrgang vermieden werden. „Wir sind davon überzeugt“, sagt Schulleiterin Ulrike Michalski, „dass die BMV ihre besondere Atmosphäre nicht nur der Tatsache verdankt, dass hier bislang ausschließlich Mädchen unterrichtet wurden.“

Im Jahr 2010 hatte das ehemalige Mädchengymnasium des Bistums Essen, die Marienschule in Werden, auf „Koedukation“ gesetzt. Eingerichtet wurden separate Jungen-Klassen. Die Nachfrage ist seitdem hoch, viel höher als in den Vorjahren. „Wir sind immer noch glücklich über diese Entscheidung“, sagt Bernd Ottersbach, der Schuldezernent des Bistums.

Schulminsterin Sylvia Löhrmann ehemalige BMV-Schülerin

Anders als in Werden sollen an der BMV Jungen und Mädchen aber in gemischten Klassen unterrichtet werden. In Borbeck hatte 1999 das Don-Bosco-Gymnasium , einst Jungen-Schule, erstmals Mädchen hineingelassen.

Während sich der städtische Schuldezernent Peter Renzel (CDU) „überrascht“ über die Entscheidung in Holsterhausen zeigt, lässt die ehemalige BMV-Schülerin Sylvia Löhrmann, die amtierende NRW-Schulministerin, ausrichten: „Generationen von Schülerinnen verdanken der BMV die Erfahrung, dass Frauen und Mädchen alles können. Ich ausdrücklich auch!“ So wird das Mädchengymnasium Borbeck (MGB) als Essens einzige Mädchenschule verbleiben – und zwar dauerhaft, versichert Schulleiterin Katy Wenning: „Eine Öffnung für Jungen steht bei uns überhaupt nicht zur Disposition.“

Martin Spletter



Kommentare
25.05.2012
13:42
@Jabel
von Codemancer | #46

Die Argumente sind eigentlich recht leicht zu verstehen. Ich denke es geht hier mehr um eine Art privaten Lobbyismus, den sich die Eltern hier sichern wollen, à la: "Meine Mandy geht auf eine reine Mädchenschule.. *angeb*"

Die Mädels werden da natürlich mit hin getrimmt - ich glaube nämlich nicht, dass eine 15-jährige eine qualitative Aussage zum Thema "Lernatmosphäre" treffen kann.

25.05.2012
09:53
Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.
von Jabel | #45

Ich kann die Argumente einiger Verfechter der Trennung nicht nachvollziehen. Im Gymnasium wird doch auf das Studium (meistens) hingearbeitet.
Wenn es dann so weit ist, und die Leute gehen zur Uni, da ist doch dann auch wieder keine Trennung. Dort wird doch nicht gesagt, es wäre besser, wenn nach Geschlechtern getrennt studiert wird.
Insofern kann ich es wirklich nicht verstehen.

1 Antwort
Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.
von amo17 | #45-1

Lernen im Klassenverbund ist etwas ganz anderes als an der Uni.

Gerade in der Pubertät ziehen sich viele Mädchen aus dem Math.-Nat.-Bereich zurück, weil sie es für unweiblich o.ä. halten. Jungs haben da eher die Neigung, sich in den Vordergrund zu drängen.
Wenn man sich mal die Frauenquote für entsprende Fächer an den Unis anschaut, liegt Deutschland da weit hinter Ländern wie z.B. Türkei oder Italien.
Ein wesentlicher Grund könnte Weichenstellung in der Schule sein. Wenn ich Fächer abwähle (oder nicht als LK wähle), werde diese auch nicht studieren.
Es gilt meiner Meinung nach gewissen Rollenverhalten aufzubrechen.
Frauen haben kein Problem sich um ihr Auto zu kümmern, Reifen zu wechseln, das Fahrrad zu reparieren etc. Wenn Sie einen Mann im direkten Eingriffe haben, machen sie diese Aufgaben sehr viel seltener.

25.05.2012
08:32
Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.
von Bella74 | #44

Ich habe 93 dort mein Abitur gemacht. Als ehemalige Realschülerin war ich über die Stutenbissigkeit und Arroganz unter den Schülerinnen insbesondere uns "Nachzüglern" gegenüber echt verärgert. Passte man nicht ins 08/15- Tussi- Profil der Mehrheit hatte man echt eine schwere Zeit. Und an Tagen der offenen Tür ging es den meisten doch nur wieder ums tollste Outfit und den tollsten Freund mit dem dicksten Schlitten.
Ich für mich habe Schule mit Jungs als wesentlich entspannter empfunden und kann daher der BMV zu diesem unpopulären Schritt nur gratulieren!

25.05.2012
08:09
Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.
von Otto99 | #43

Es hätte ein guter Artikel werden können, wenn objektiv die Vor- und Nachteile der Koedukation beschrieben worden wären. Ich glaube nicht, dass die Eltern .aus moralischen Gründen geschockt sind, wie es hier einige unterstellen.

25.05.2012
07:33
Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.
von Codemancer | #42

Och, man kann die Pläne auch einfach wieder fallen lassen.

Ich wäre ja gespannt, was diese rumjammernden Eltern machen würden, wenn diese Schule aufgrund von mangelnden Schülerzahlen dicht macht?

Dann wäre das Geschrei groß: "Rettet unsere Schulen"....

25.05.2012
02:29
Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.
von breslauerstr | #41

Juhuu, willkommen im Mittelalter.
Die hier "unter Schock" stehen sind die selben, die sonst immer und überall die absolute Gleichberechtigung fordern.
Natürlich gehören Jungen an die Schule, was auch sonst und warum auch nicht?
Alles andere wäre eine Umkehr der Aufklärung.

25.05.2012
00:32
Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.
von schriftsetzer | #40

Ganz ehrlich verstehe ich die - oft künstliche - Aufregung nicht so wirklich. Da beschliießt eine Mädchenschule, ab dem Jahr 2014 (!) auch Jungen aufzunehmen, um dem Schülerschwund entgegenzuwirken, und alle Welt regt sich auf und sieht den baldigen Untergang des christlichen Abendlandes nahen.
Wie ich schon weiter unten schrieb: das Mariengymnasium in Werden - vor nicht langer Zeit auch in Trägerschaft eines Ordens - wurde vor Jahren in die Obhut des Bistums überführt und seit einem Jahr nimmt man auch Jungen auf - in getrennten Klassen wegen des Lernverhaltens. So wurde es zumindest pädagogisch begründet, und so ist es nun mal. Sicher ist es schade, wenn Traditionen aufgegeben werden (müssen), aber daran ändern wir Foristen nichts. Ähnlich emotional wie heute war die Diskussion damals in Werden nicht.
Möglicherweise zieht sich der Orden, der bisher die BMV betreut, wegen Nachwuchsmangel aus dem Schulgeschäft zurück und übergibt die Schule in die Obhut des Bistums?

24.05.2012
22:33
Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.
von nureinemeinung | #39

an michael123456 #34
Da haben Sie sich aber schon ein Abstimmungsergebnis erwürfelt. Ich habe zwei glückliche Töchter an der BMV und von dort hört man aber ganz andere Werte und interessanterweise sind insbesondere die älteren Schülerinnen, die die Vorzüge dieser Schulform seit Jahren zu schätzen wissen, gegen Jungen an der Schule.

24.05.2012
22:09
Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.
von guhu0902 | #38

Meine Tochter ist von dem Konzept Mädchenschule vollkommen begeistert.

-Ich als Vater finde es natürlich auch ganz toll. Setze sie morgens mit dem Auto vor der Tür ab, hole sie nachmittags wieder ab und sperre sie in den Keller damit sie bloß keine Jungen sieht und als strenge Katholikin durch Blickkontakt geschwängert wird.-

Wie durcheinander sind einige hier eigentlich, dass alles nur auf die unterste (natürliche) Schiene im Zusammenleben zwischen Mann und Frau zurückgeführt wird?

Aber man höre und staune, es gibt eine nicht kleine Anzahl Schülerinnen, die sich unter den derzeitigen Bedingungen sehr wohl fühlen und nebenbei tatsächlich auch mit Menschen anderen Geschlechtes Kontakt haben. Liebe Leute, das geht nämlich auch außerhalb der Schule, wenn man nicht den ganzen Tag vor der PS oder RTL2 sitzt.

24.05.2012
21:24
Aufregung um Jungen an Essener Ordensschule B.M.V.
von amo17 | #37

Die Kommentare zeigen hier wieder ein super Niveau.
Nach Dieter Nuhr: Wenn Du keine Ahnung hast, einfach mal die Klappe halten.

Es geht doch hier nicht darum, dass die Mädchen keinen Kontakt zu Jungs haben sollen, wie einer dass mit ungewollten Schwangerschaften in Verbindung brachte.
Es geht um das Lernen! So, jetzt können sich die meisten hier verabschieden.

Bei mir waren die Mädels im sehr männerlastigen Studium zum großen Teil auf Mädchenschulen. Das sollte manchen mal zu denken geben.

Man muss sich nicht für eine Mädchenschule entscheiden, abwegiger Unsinn ist es aber nicht.

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