Auf Verteidigung eingestellt - mitten im Wohngebiet
15.11.2009 | 19:12 Uhr 2009-11-15T19:12:00+0100Nach Waffenfunden im „Bandidos”-Vereinsheim in Bochold wächst die Sorge der Bürger. Die SPD will jetzt den Innenminister einschalten
Abgesperrte Straßen, Polizisten mit Maschinenpistolen, fast drei Dutzend Mannschaftswagen, Einsatzhundertschaften und dazwischen kläffende Diensthunde – ein Flutlicht an einem eilends in die Höhe gefahrenen Mast leuchtet vor dem Vereinsheim der „Bandidos” an der Wüstenhöferstraße befremdliche Szenen aus. Dort, wo seit Wochen drei Streifenwagen rund um die Uhr vor der Tür schon als fast normal empfunden werden, herrscht am Freitagabend endgültig der Ausnahmezustand.
Mit einem Beschluss des Amtsgerichts wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz werden Vereins- wie Privat-räume durchsucht und immer wieder gefesselte Mitglieder der Rockergang zwecks Personalienfeststellung aus dem Gebäude geführt, wo sich inzwischen SPD-Ratsherr Friedhelm Klix eingefunden hat.
Einmal mehr alarmiert von aufgeregten Anwohnern fahndet er in dem Getümmel nach dem Einsatzleiter: „Ganz normale Ermittlungen”, beschwichtigt ihn die Polizei, während ein ganzes Viertel „in großer Sorge” ist, wie Klix sagt. Und weil der Sozialdemokrat inzwischen davon überzeugt ist, das „diese besondere Situation” eines „Bandidos”-Clubs in einem Wohngebiet „den Menschen nicht länger zuzumuten” ist, will er nun den Innenminister des Landes anschreiben und den örtlichen Polizeibeirat einschalten.
Was sonst soll er auch tun: Ordnungsrechtlich ist offenbar nichts zu beanstanden im Vereinsheim mit Schankgenehmigung und einem kleinen Shop. Die Stadt hat's überprüft. Und die „Bandidos” haben Klix freundlich aber bestimmt die Hoffnung genommen, mit dem auf der Bürgerversammlung der vorvergangenen Woche gemachten Lösungvorschlag eines Clubheims auf der grünen Wiese könnte es was werden: ein Umzug? „Auf keinen Fall”, wurde ihm bedeutet, als er vorfühlte. Zuviel sei investiert worden in die „Red & Gold Corner”, jede Menge Eigenarbeit nicht zuletzt durch ein sehr engagiertes Mitglied, das nun nicht mehr unter den Rockern weile.
Wenige Stunden nach der Großrazzia in Bochold zog die zuständige Polizei in Münster eine vorläufige Bilanz des Einsatzes. Das, was da neben den 14 festgestellten Personalien zu Tage gefördert wurde, dürfte auf der nächsten Sitzung des Polizeibeirates zumindest für Stirnrunzeln sorgen.
Ein ganzes Arsenal an Waffen – ob erlaubte oder verbotene, ist noch nicht abschließend geklärt – stellten die Behörden sicher: Pistolen, eine Langwaffe, eine unbrauchbare Winchester, eine Machete, eine Keule, ein Bajonett, Stiele, Baseballschläger, eine Axt, Knüppel, einen Gummihammer, sieben Schlagstöcke, jede Menge andere Gegenstände, die man für verdächtig hielt, und – 24 Pflastersteine. Wozu die Granitwürfel in den Räumen des ersten Obergeschosses bestimmt gewesen sein dürften, lässt sich nach dem Duisburger Zoff zwischen den verfeindeten „Bandidos” und „Hell's Angels” ahnen: für die Abwehr des Feinds mittels eben jener mittelalterlichen Strategie, die ihr Ziel nicht verfehlen darf. Seit gestern ist Friedhelm Klix klar: Die „Bandidos” waren „auf Verteidigung eingestellt – und das mitten in einem Wohngebiet”.
18:14
#quasselkopp: du definierst dich richtig.
#nachbar888: so nachbarn wie dich liebt man, da kommt freude auf.
#beobachter007: (und die blinden werden sehend....) vielleicht sind die bandidos nicht ganz so vollpfosten (man soll nicht von sich auf andere schliessen gelle...) und die gefundenen waffen schlicht und ergreifend legal?
#helbingman: wenn man deine posting-historie mal durchgeht erkennt man eine gebetsmühlenhafte litanei auf spurweite 00. und jetzt hier auch....
mir sind diese steinzeitkrieger nicht sympathisch. aber ich habe keine angst vor ihnen. nicht vor denen hier in der gegend. was sie im osten so anheuern laut spiegel.tv für den frontkampf ist ein anderes kaliber. apropo osten, wo bleibt der kleinbürgerliche aufschrei zur präsenz italienischer mafia in der gastronomie? wer die bandidos aus dem viertel haben will darf auch keine pizza mehr essen gehen. keinen döner, keine ente süss-sauer. und auch im osten haben die bandidos & co die gewalt nicht erfunden. In der hauptstadt fackeln jede nacht autos ab. der vorsitzende des örtlichen trachtenverein bemerkte dazu: schutz sei nicht möglich. zum trost noch die ziele seien zufällig gewählt. kann mir nicht vorstellen das die iddis vor ort auch zb dodge charger abfackeln.... ach ja da weißt ja noch einer auf die gemeingefährliche co2 wolke hin beim harley-corso. die erzeugung einer kilowattstunde elektrizität in d-land bringt im schnitt (incl. kernkraft, wasserkraft und dem ganzen öko-humbug) über 500g allerfeinstes co2 unter die leute. also ab vor die glotze und lass dich verarxxxen.....
so, rundschlag beendet.
13:19
@black23:
Ein Problem, egal wie groß es ist, berechtigt aber nicht zur Torpedierung aller anderen Probleme um diese gegenüber dem nach eigener Meinung größten unterzuordnen bzw. alle anderen Probleme gar als irrelevant abzutun und den Leuten die zu diesen Themen diskutieren zu sagen Das ist doch gar nicht so schlimm, da gibts was viel Schlimmeres!.
Ich finde es eklig.
12:03
Tja, WalterKater, einfach mal mit offenen Augen durch die Gegend gehen. Dann sieht man nämlich, wo die dringendsten Probleme sind. An diesen Rockern geht der Staat aber bestimmt nicht kaputt.
10:13
Unsere Polizeiführung in Essen ist einfach lächerlich.
09:40
Was mich ja noch mehr nervt als die Berichterstattung der WAZ zu diesem Thema mit den MCs, sind die Böse kriminielle Ausländer-Rufer.
Thema Motorradclubs: Ruhrstadt45 & Co. posten, dass die gewaltbereiten kriminellen Jugendlichen mit Migrationshintergrund viel gefährlicher sind und dringend darüber berichtet werden soll.
Thema Beliebiger Überfall: Selbige Personen schreiben, dass die kriminellen Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Altendorf viel gefährlicher sind.
Thema Eröffnung Krupp-Park: Selbige Personen schreiben, dass die kriminellen Jugendlichen mit Migrationshintergrund den Park sowieso bald kaputt randalieren.
Thema Nahverkehr: Selbige Personen schreiben, dass die kriminellen Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Bahn alle Leute bedrohen und dass man statt über Verspätungen lieber darüber berichten solle.
Und so weiter, und so weiter.
Zu JEDEM Thema kommen Ruhrstadt45 & Co. aus ihren Löchern, um loszuwerden dass wir alle Angst vor jedem haben müssen, der auch nur im entferntesten einen MIgrationshintergrund hat - egal ob das aktuelle Thema Rockerbanden, Fußball, Wahlen, Straßenbauprojekte, Gartenpflegetipps oder Kochrezepte sind.
Ich halts einfach nicht mehr aus.
23:29
In letzter Zeit ist es aber doch sehr ruhig geworden. Ich dachte da kommt noch ein Angriff der Angels. Plötzlich lautes gedröhne und auf der Bocholder erscheinen 200 von denen mit Schrotflinten im Anschlag. Da können die paar Polizisten auch nix mehr ausrichten, die davor stehen.
Das wär doch mal filmreife Action in Borbeck. ;-)
20:46
...bin kein Rockerfan, aber wäre manchmal froh, wenn ein paar von denen Abends in der S-Bahn säßen, um die halbstarken Asis da wegzuprügeln, vor denen man 1000x mehr Angst haben muss.
18:14
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17:03
Jetzt wurden die Bandidos schon über Wochen von der Polizei beobachtet, diverse Clubhäuser wurden bereits durchsucht, Personenkontrollen vorgenommen. Eigentlich hätten die Bandidos alle Zeit der Welt gehabt, ihr Waffenarsenal in Sicherheit zu bringen. Und wenn jetzt immernoch Schußwaffen dort gefunden werden, kann dies wohl nur die Spitze des Eisberges sein.
Entweder sind die Jungs wirklich so dumm wie sie aussehen ( harmlose Variante ) oder sie scheissen vollkommen auf Gesetz und Polizei weil nur die eigenen Regeln gelten.
Ich möchte nicht neben einem Haufen bewaffneter kampfbereiter Rocker wohnen müssen.
16:44
Auf ein Verbot von H.A. und Bandidos werden wir wohl lange warten müssen. Aber was die Stadt tun kann ist vorhandenes Recht anwenden:
- Gehweg vor Rockerheim freihalten von falsch abgestellten Motorräder, - Lärmschutz der Anwohner durchsetzen ( nach 22 Uhr dürfte nichts mehr gehen- Umweltamt einschalten ) - Das Belagern des Gehweges mit Bänken und Tischen unterbinden - den rückwärtigen Betrieb des Biergartens untersagen - bauliche Erweiterung genehmigt ? Lärmschutz Anwohner beachtet ? Ist eine Konzession mit Stellplatznachweisen erforderlich ?
Man sollte auch mal nachdenken, ob der jährliche Motorradcorso , der nur der Machtdarstellung der Bandidos dient und wohl unter dem Gesichtspunkt von CO2- Vermeidung, Lärm etc. völlig absurd ist, nicht zu genehmigen bzw. zu unterbinden.
Einfach mal konsquent und dauerhaft mit Polizei und Ordnungsamt Flagge zeigen, Vielleicht vegeht den Bandidos dann der Spass am Spielen mit Waffen in der Wüstenhöferstr. und vielleicht fühlen sich die Nachbarn etwas sicherer.
Richtig sicher oder glücklich wird sich wohl keiner der Nachbarn mehr fühlen - es könnte ja doch mal eine Handgranate hochgehen. ( Pech für den, der da mal vorbeikommt oder an der Bushaltestelle um die Ecke wartet - weil eigentlich kloppen die Jungs ja sich nur gegenseitig auf die hohle Birne )