Auf neuen Wegen Elf Aufgaben
07.08.2007 | 16:36 Uhr 2007-08-07T16:36:45+0200An der Anne-Frank-Schule in Bedingrade werden keine i-Dötze mehr eingeschult.2010 wird der Standort aufgegeben. Viele Kinder müssen nun zur weiter entfernten Franziskusschule
SCHWERPUNKT SCHULANFANG In der Anne-Frank-Schule in Bedingrade geht alles seinen geregelten Gang. Planmäßig läuft der Unterricht in den Klassen 2, 3 und 4. Allerdings dürften die vier Lehrkräfte, die dort noch verblieben sind, mit einem komischen Gefühl im Bauch ihren zweiten Diensttag angetreten haben. Schließlich war der Dienstag nach den Sommerferien sonst immer der Einschulungstag und somit ein Festtag. Diesmal tauchen auf dem Gelände an der Lohstraße allerdings keine i-Dötze mit überdimensionalen Schultüten auf, wird kein Kaffee und Kuchen für die stolzen Eltern bzw. Großeltern gereicht. Obwohl die Anne-Frank-Schule mitten in einem Wohngebiet liegt, das junge Familien anzieht, ist sie ein Auslaufmodell. 2010 ist hier Feierabend. Aus demographischen Gründen, aber auch auf Grund der hohen Instandhaltungskosten hat der Rat im vergangenen Jahr die Aufgabe beschlossen.
Wenige hundert Meter weiter pulsiert dagegen das Leben. 65 Kinder tragen stolz ihre großen, bunten Tüten von der Kirche St. Franziskus auf den Hof der rund 400 Meter entfernt gelegenen Franziskusschule. Weit mehr als 200 Eltern, Großeltern, Paten und sonstige Verwandte sind gespannt auf die Begrüßungszeremonie, die sich die "Altschüler" ausgedacht haben. Erst führt die 2 a ihr Bären- und Katzenspiel auf, dann singt die 2 b ihr Zauber-ABC.
Bisher war die Franziskusschule eine katholische Schule, fortan ist sie eine Gemeinschaftsgrundschule. In Bedingrade und Umgebung genießt sie einen guten Ruf, doch hat sie für viele Eltern einen Nachteil: Sie liegt an der Bergheimer Straße und somit nördlich der stark befahrenen Frintroper Straße. Eines der Haupteinzugsgebiete befindet sich allerdings südlich der Bundesstraße 231. Dort, wo auch die Anne-Frank-Schule liegt.
Andrea und Elmar Schwill wohnen nahe der Lohstraße, doch blieb ihnen keine Wahl. Statt 400 Meter muss Tochter Anina (die mit den Elfen auf dem pinkfarbenen Schulranzen) nun jeden Morgen 1,2 Kilometer zur Schule laufen. Ganz schön viel für eine Sechsjährige, wie die Eltern finden. "Da ist sie fast 30 Minuten unterwegs", glaubt Andrea Schwill.
Patrizia Arnolds hätte es noch näher zur Anne-Frank-Schule gehabt. "Wir hatten sie ja dort angemeldet und gehofft, dass es vielleicht doch noch weiter geht. Leider vergeblich", sagt ihre Mutter Corinna. "Der weite Weg ist wirklich nicht glücklich", meint auch Birgit Honé. Allerdings ist sie optimistisch, für Tochter Leonie mit der Franziskusschule "eine gute Wahl" getroffen zu haben.Sieben Grundschul-Standorte werden laut Ratsbeschluss bis 2010 aufgegeben. Neben der Anne-Frank-Schule laufen die Albert-Schweitzer-Schule, Rosenhügelschule, Dilldorfer Schule, Christinenschule, Ludwig-Kessing-Schule und Planckschule aus. Bereits aufgelöst wurden die Ostschule, Barbaraschule, Diergardtschule sowie die Grundschule an der Von-Einem-Straße.
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