Auf Jazz folgen Bach und Liszt

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Borbeck..  Die WDR Big Band ist im In- und Ausland eine Größe. Davon zeugen der German Jazz Award sowie drei Grammys. Ihren Bezug zur europäischen Tradition, speziell dem Jazz „Made in Europe“, hat die Formation nicht verloren. Ganz in diesem Sinne stehen „Dutch Reflections“ auf dem Programm. Davon können sich die Zuhörer am Freitag, 17. April, um 19 Uhr im Schlosssaal überzeugen.

Der Niederländer Bert van den Brink studierte 1976 bei Herman Uhlhorn am Konservatorium Utrecht und wurde 1982 Lehrer für Jazz-Piano. Rasch machte er sich einen Namen als Mitglied des Amstel Octets. Es folgten Auftritte mit Jazzmusikern wie Benny Golson, Jesse van Ruller, Enrico Pieranunzi auf. Es folgten Konzert-Tourneen als Begleiter der Sängerin Dee Dee Bridgewater, Aufnahmen vom Montreux Jazz Festival 1990, aber auch Solo-Alben mit eigenen Kompositionen. Lucas Schmid, Produzent der WDR Big Band, wurde auf ihn aufmerksam und brachte ihn mit dessen Landsmann Joan Reinders in Köln zusammen. Reinders, der neben Arrangement auch Posaune studierte und als freischaffender Musiker mit der John Clayton Big Band Künstler wie Sarah Vaughn, Al Grey, Jeff Hamilton und viele andere begleitete, entdeckte mit den Jahren immer häufiger seine Begabung als Leiter und Komponist. Bedeutende Werke schuf er mit dem The Millenium Jazz Orchestra, dem Metropole Orchestra und – als Arrangeur – mit der WDR Big Band.

Auf einen ungewöhnlichen Akkordeon-Abend mit Krisztián Palágyi dürfen sich die Konzertbesucher am Freitag, 24. April, um 19 Uhr im Residenzsaal freuen. Werke vom Barock über die Romantik, die russische Klassik bis hin zur Moderne stehen auf dem Programm. Der Ungar (Jahrgang 1991) widmet sich so unterschiedlichen Kompositionen wie der Partita c-Moll von J.S. Bach, dem rasanten Revis Fairytale von Alfred Schnittke, den experimentierfreudigen Werken von Luciano Berio und Georg Katzer, aber auch dem beschwingten Valse-Caprice No. 6 von Franz Liszt oder der „Carmen“ Fantasie des Filmkomponisten Franz Waxman. Schon früh nahm Krisztián Palágyi an nationalen und internationalen Wettbewerben teil, gewann 21 erste Preise. Unter anderen in Serbien, Kroatien, Polen, Belgien, Slowakei, Italien und Luxemburg. Seit 2010 studiert er an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Anlässlich des Wettbewerbs der Musikhochschulen aus NRW qualifizierte er sich für die „Open Auditions“ beim WDR und wurde zur Interviewsendung „TonArt“ eingeladen.