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Stadtplanung

Auf der Suche nach dem Stadion für RWE

06.08.2010 | 18:55 Uhr
Auf der Suche nach dem Stadion für RWE

Essen.Oberbürgermeister Reinhard Paß lässt nach Standorten für ein neues Fußballstadion suchen - als Alternative zur Hafenstraße. Die Planer haben vier Flächen ausgeguckt. Von einer neuen Arena versprechen sich die Stadtplaner viel.

Wer suchet, der findet, sagt der Volksmund. Oder: Der Weg ist das Ziel. Sollte dies das Prinzip sein bei der Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues städtisches Fußballstadion, dann drehen sich die Stadtplaner im Deutschlandhaus im Kreis. Auf Wunsch von Oberbürgermeister Reinhard Paß sollen sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Baufeld machen - als Alternative zur Hafenstraße, wo hinter dem Georg-Melches-Stadion der Baugrund für die neue Arena längst vorbereitet wird.

Es fehlt nur der Beton

Die Planung steht. Im Grunde wartet der Bauherr, die städtische Grundstücksverwaltung GVE, nur auf die Freigabe durch die Bezirksregierung, der der städtische Haushalt zur Genehmigung vorliegt. Ende August, Anfang September könnte es soweit sein, heißt es bei der Kommunalaufsicht. Dann könnten sie an der Hafenstraße die Betonmischer eigentlich anwerfen.

Der Rat der Stadt hat sich erst im Juni auf Antrag von CDU, FDP und Grünen noch einmal ausdrücklich für diesen Standort ausgesprochen. Auch die SPD hat dem zugestimmt. Den Oberbürgermeister ficht das nicht an. Das Bessere ist der Feind des Guten.

Tatsächlich ist über einen Stadion-Standort abseits der Hafenstraße nie ernsthaft nachgedacht worden. Gedankenspiele, die gab es in den 90er Jahren über eine gemeinsame Arena mit Oberhausen auf der Stadtgrenze. Ernsthaft geprüft worden sei dies aber nie.

Die Hafenstraße ist die Heimat von Rot-Weiss Essen, Tradition wird hochgehalten. Sie ist das Einzige, an das sich RWE-Fans noch klammern können, denn sportlich geht es seit Jahrzehnten bergab. Kurzfristige Erfolge und Aufstiege verpufften. Inzwischen ist der Deutsche Meister von 1955 nach Lizenzentzug und Zwangsabstieg in der fünften Liga angekommen.

Ohne Tradition wäre RWE vielleicht schon von Bildfläche verschwunden. Das Festhalten an verblassten Bildern und Erfolgen dürfte dazu beigetragen haben, dass auch die Stadt stets an der Hafenstraße als Stadion-Standort festhielt.

Aber gibt nicht gerade der sportliche und finanzielle Neuanfang von RWE Zeit für eine Atempause? Zeit, um auch über die Hafenstraße neu nachzudenken?

Finanzierung und Bau in Etappen?

Das Stadion an der Hafenstraße soll 31 Millionen Euro kosten. Aus dem städtischen Haushalt sollen drei Jahre lang je acht Millionen fließen, fünf Millionen hat die Sparkasse zugesagt, zwei Millionen der RWE-Konzern. In Rede steht, das Stadion in Etappen zu bauen. Infrastruktur, Hauptribüne und eine weitere Tribüne dürften nach Angaben der Stadt aber bereits 85 Prozent der Kosten ausmachen.

Von einer neuen Arena versprechen sich Stadtplaner viel, das ganze Umfeld könnte davon profitieren. Ideal sei der aktuelle Standort allerdings nicht. Die Hafenstraße ist eher schlecht als recht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Städtebaulich werde ein Stadion gar nicht wahrgenommen, gibt Hans-Jürgen Best zu bedenken. Dem Planungsdezernenten schwebt das Stadion als „Adresse“, als „neuer Ort“ vor, weit sichtbar sollte es sein wie die Allianz-Arena in München oder das neue Weserstadion in Bremen, am besten in der Nähe einer Autobahn gelegen, mindestens an einer Hauptverkehrsader.

Abseits der Hafenstraße haben sich die Planer auf vier Standorte kapriziert. Sind es echte Alternativen? Zweifel sind erlaubt.

Zweifel sind erlaubt

Das gewaltige Kohlelager am Stadthafen ist eine solche Fläche. Die A42 führt in Sichtweite vorbei. Aber: Nahverkehr? Fehlanzeige. Und: Der Kohleausstieg 2018 mag politisch beschlossene Sache sein. So lange aber die Kokerei noch arbeitet, stehe das Gelände nicht zur Verfügung, heißt es bei der RAG.

Ins Auge gefasst haben die Planer auch das Turmfeld zwischen Segerothpark und Universität. Parkplätze gibt es gleich in der Nähe, einen U-Bahn-Halt auch. Das Stadion läge zwischen der Bottroper und der Gladbecker Straße, zwischen zwei Hauptverkehrsachsen. 50.000 Quadratmeter Fläche werden für ein Stadion benötigt. Leider sei das Turmfeld nicht groß genug.

Reichlich Platz gäbe es augenscheinlich in Frillendorf im Dreieck zwischen Frillendorfer Straße, Elisabethstraße und Auf’m Bötchen, einer Wohnstraße. Was die Anwohner davon halten? Ziehen sie vor Gericht? Die Reaktion der betroffenen Nachbarschaft ist in allen vier Planspielen eine unbekannte Größe. Ein neuer Bebauungsplan müsste in jedem Fall her.

Bliebe der Kruppgürtel übrig als potenzielle Alternative. Das Areal zwischen Pferdebahnstraße und Bottroper Straße gilt städtebaulich betrachtet als Favorit. Dabei geht es nicht mehr um das so genannte M3-Gelände, jene Fläche also, auf der die Evag vor Jahren ihren neuen Betriebshof bauen wollte. Im Blick haben die Planer die Remondis-Sortieranlage an der Helenenstraße. Dem Vernehmen nach verhandeln Thyssen-Krupp und der Abfallentsorger über eine vorzeitige Auflösung des Pachtvertrages.

Thyssen-Krupp zeigt sich auf Anfrage zugeknüpft, lobt vielsagend nichtssagend die konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt bei der Entwicklung des Areals. Mehr möchte man zum Thema Stadion nicht sagen. Ob der Weltkonzern mit Essener Wurzeln sich tatsächlich für eine „Thyssen-Krupp-Arena“ erwärmen ließe? Unwahrscheinlich.

Fest steht: Die Pläne für den Stadionneubau an der Hafenstraße ließen sich nicht 1:1 auf einen neuen Standort übertragen, egal auf welchen. Und: Mehr als drei Millionen Euro, so heißt es, sind bereits in das Projekt geflossen.

Marcus Schymiczek

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Kommentare
04.09.2010
11:12
Auf der Suche nach dem Stadion für RWE
von slash | #113

Krupp und RWE haben eine gemeinsame Geschichte du Knallkopp.

Ich weiß nicht wie man immer und immer wieder so viel Unsinn quasseln kann.
Alle deine Kommentare hier im Forum gehen immer in die selbe Richtung.

Dummheit vor dem Herrn.

Ich kann nur hoffen das deine Wurzeln nicht im Ruhrgebiet liegen.


Glückauf Rot Weiss

02.09.2010
18:57
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von slash | #112

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28.08.2010
18:49
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von joker48 | #111

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23.08.2010
16:00
Blockierter Kommentar.
von bernhard schulze langenhorst | #110

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09.08.2010
22:20
Die Suche nach dem richtigen Platz
von Essenschade | #109

Die so genannten städtischen Interessen haben dazu geführt, dass jahrzehntelang die städtischen Immobilien entweder verrottet wurden (RWE-Stadion, ETB-Stadion, Eissporthalle usw.) oder für einen Appel ohne Ei verramscht wurden (Gruga-Stadion, Festwiese usw.). Jetzt stehen die Bürger vor einem Scherbenhaufen. Viel kleinere Nachbarstädte bieten Veranstaltungsorte an, von denen Essen nur träumen kann. Kulturhauptstadt Essen? Sportstadt Essen? Ich schäme mich für meine Heimatstadt!

09.08.2010
20:22
Auf der Suche nach dem Stadion für RWE
von 1980yann | #108

ursprünglicher Beitrag 92 ist verschwunden, ursprünglicher Beitrag 93 jetzt #92 [damit man meine Bezugnahmen verstehen kann]

09.08.2010
20:20
Auf der Suche nach dem Stadion für RWE
von 1980yann | #107

@92
Was für eine scheußliche Arroganz!
Jenseits der Rot-Weiß-Lobby will doch niemand in dieser Stadt wirklich ein neues Stadion. Jetzt ein starke Verhandlungsposition für den Verein zu unterstellen, ist einfach nur dreist! Als würde der Verein in seiner unendlichen Gnade großzügig die Stadt bei der Verwirklichung ihrer langgehegten Stadionträume unterstützen.
Umgekehrt ist es der Fall: die Stadt ist dabei, einem insolventen Verein ein Stadion hinzustellen, ohne das dieser gewährleisten kann, auch künftig die wahrscheinlich viel zu niedrig angesetzte und nicht einmal kostendeckende Miete zahlen zu können.
Wenn es offenbar so viele andere Stadionbetreiber gibt, die sich um einen maroden Fünftligisten reißen, sollen sie sich bitte jetzt melden - umso schneller kann die Stadt aus dem Projekt aussteigen.
Wenn es bei dem Projekt nicht auch um Rot Weiss Essen ginge - wieso wird das Stadion für Essen dann in allen Entwürfen mit Vereinslogos verkitscht, wieso war dann die Vorgabe HAFENSTR. bisher so selbstverständlich und scheinbar gottgegeben?

@93
Das mit den unfähigen Führungskräften müssen Sie aber noch mal erläutern. Im Verein waren die sicherlich vorhanden. In der Politik müssen die dortigen Führungskräfte vor allem städtische Interessen wahrnehmen, die nicht zwangsläufig mit den Vereinsinteressen identisch sind. Naja, und Führungskräfte der Wirtschaft sind ihren Unternehmen verpflichtet - und wenn es nicht in deren Interesse liegt, einen Verein zu sponsorn, dann unterlassen sie das auch.
Wer aufgrund der Satzung aber in den Aufsichtsrat eines Vereins gewählt wird, ist damit Führungskraft des Vereins - wenn eine Verein sich für diese Aufgaben ungeeignete Personen in die Führungsgremien wählt, ist das ein Vereinsversagen.

09.08.2010
19:16
Auf der Suche nach dem Stadion für RWE
von rwe80 | #106

Ich hoffe für Dich, daß Du nicht glaubst was Du da schreibst. Wir haben als Verein sehr viel Zeit. Nachdem wir nun schon in der 5. Liga angekommen sind, läuft uns niemand mehr weg. Wenn wir in jeder Klasse zwischen 2 bis 4 Jahre verweilen, sind die 15 von Dir prognostizierten Jahre auch schon um. Die Stadt hat sicher keine Eile. Ich persönlich warte seit ca. 50 Jahren auf eine Leistungskonstanz oder Besserung des Vereins RWE. Da sind 15 Jahre ein Fliegensch.... Ich gehe seit dem Jahre 1948 zum RWE. Seit 1955 ging es nur noch bergab. Das lag zum einen an einem nicht wettbewerbsfähigem Spielort und zum anderen an unfähige Führungskräfte in Verein, Stadt und Wirtschaft. Für RWE hat sich in Essen zu keiner Zeit irgendjemand die Beine ausgerissen um etwas auf die Beine zu stellen. Obwohl der Verein in seiner Glanzzeit weit über die Grenzen der Stadt Essen hinaus bekannt war und auch schon einmal der Verein mit den meisten internationalen Begegnungen war. Außer Georg Melches war da niemand. Und nachdem der nicht mehr war, ging alles bergab. Ich möchte nicht den alten Zeiten nachweinen sondern nur einmal etwas Sentimental werden dürfen. Alle zu ihrer Zeit Verantwortlichen haben es versäumt, den Zug RWE auf das richtige Gleis zu stellen und damit den Untergang des Vereins mit verschuldet. In den 50er Jahren war RWE international das Aushängeschild des deutschen Fußballs. Zu der Zeit und in den darauf folgenden Jahren wurden die Fehler gemacht, die der Verein heute noch ausbaden muß. Wir stehen immer wieder auf!

09.08.2010
19:15
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von schwabenfeil | #105

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09.08.2010
18:33
Die Suche nach dem richtigen Platz
von der dicke Polizist | #104

Sollen doch die RWE Fans selbst mal die Schüppe in die Hand nehmen und auch finanziell dem Verein aus der Klemme helfen, in Berlin hat man es doch vorgemacht.
Keinen Euro Steuergeld mehr für den Verein, jedenfalls nicht für die spinnerte Forderung nach einem Stadion für einen insolventen 5.Ligisten.

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