Auf der Strecke geblieben

In der Stadt suchen zurzeit rund 35 000 Menschen Arbeit. Rechnet man noch diejenigen dazu, die in Ein-Euro-Jobs oder Weiterbildungen stecken, dann sind es sogar über 47 000 Arbeitslose. Auf der anderen Seite gibt es in Essen so viele sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze wie lange nicht. Wie diese Entwicklung zusammenpasst? In Essen gibt es mittlerweile viele Jobs in Dienstleistungs- und wissenschaftsnahen Bereichen, die eine höhere Qualifizierung verlangen und die auch viele Arbeitnehmer aus dem Umfeld anziehen. Auf der anderen Seite hat Essen Tausende Industrie-Arbeitsplätze verloren, die früher auch geringer Qualifizierten eine Chance geboten haben. Beim Wandel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsstadt sind viele auf der Strecke geblieben, denen dieses Umdenken vielleicht auch schwer gefallen ist. Was aber macht man mit denjenigen, die schon seit vielen Jahren vergebens nach Arbeit suchen? Die Kreishandwerkerschaft schätzt, dass etwa jeder dritte langzeitarbeitslose Essener nicht mehr in einen „normalen Job“ vermittelbar ist. Deshalb kann es nur darum gehen, diesen Menschen dauerhaft eine sinnvolle Beschäftigung in einem öffentlich geförderten Arbeitsmarkt zu geben. Essen kann das nicht richten. Dieser Wahrheit muss sich die Bundesregierung stellen.