Auf dem Weg zur Klimahauptstadt Der Zeitplan
22.08.2007 | 11:15 Uhr 2007-08-22T11:15:49+0200Grüne legen Maßnahmenkatalog für Klimaschutz und Energiereinsparung vor. Anträge für den Rat werden vorbereitet
In der Frage Klimaschutz wollen die Grünen es nicht nur bei schönen Worten und Absichtserklärungen belassen, sondern ein konkretes Programm einfordern. Daher hat eine Arbeitsgruppe der Partei ein konkretes Programm erarbeitet, das in den nächsten Wochen den Rat und seine Gremien beschäftigen soll. "Es wird auf Bundes- und Landesebene einiges für Klimaschutz getan, jetzt müssen auch die Stadt und ihre Töchter aktiv werden", so Vorstandssprecher Heribert Rüsing und Bezirksvertreter Lars Kramm, sachkundiger Bürger im Planungsausschuss: "Es wäre schön, wenn Essen neben der Kulturhauptstadt auch Klimahauptstadt würde."
Dabei haben sich die Grünen viel vorgenommen. "Erst einmal müssen verlässliche Daten von der Stadt gesammelt werden, um eine Klima- und Energiebilanz aufzustellen", so Rüsing. Denn noch nicht einmal die Schulen hätten diese Daten, von anderen Bereichen der Verwaltung ganz zu schweigen. Auch eine Erfolgskontrolle sei bisher nicht möglich.
Energie ist überhaupt eines der Kernthemen. "Wir wollen, dass in allen Vorlagen für den Rat die Auswirkung von Vorhaben auf das Klima angegeben wird", erklärt Kramm.
Für städtische Immobilien wird ein Klima-Management gefordert, mit einem externen Energieberater. Zudem fordern die Grünen, dass externe Firmen wie beim neuen Museum die Energieversorgung einrichten und betreiben. Dabei könnten Förderprogramme genutzt werden. "Über die Einsparungen beim Energieverbrauch könnte sich das finanzieren", so Rüsing.
Weitere Forderungen sind eine städtische Börse für Solardächer, Blockheizkraftwerke etwa für Schulen und effektive Beleuchtugssysteme. Nicht zuletzt sprechen sie gegen Stand-by-Schaltungen bei Elektogeräten und Nachtspeicherheizungen. "Die Stadt soll auf Ökostrom umstellen", fordert Rüsing.
Stadt und Töchter werden zudem aufgefordert, ihre Fahrzeuge auf Hybrid-Antrieb mit Strom und Diesel umzustellen. Außerdem bezweifelt Rüsing, dass alle eigene Fahrzeuge vorhalten müssen. "Leasing oder Mieten ist auch eine Lösung." Für den Verkehr werden neue Wege eingefordert bis hin zum nächtlichen Abschalten der Ampeln.Nach der Beratung des Klimaprogramms in der Arbeitsgruppe soll sich die Ratsfraktion in der kommenden Woche mit dem Papier als Antrag für den Rat beschäftigen und mit dem Kooperationspartner CDU abstimmen. Voraussichtlich in der Sitzung am 19. September soll es den Rat beschäftigen. Info www.gruene-essen.de, Tel: 247 64-33.
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