Auf Augenhöhe

Städtepartnerschaften. Über die Informationen von Essens Partnerstädten, hier Nishnij Nowgorod, musste ich mich sehr wundern:

Wenn man von einer Millionen – Metropole wie NN spricht, scheint mir der Begriff der „Ansiedlung“ nicht korrekt zu sein. Außerdem glaube ich nicht, dass man dieser modernen Großstadt gerecht wird, die sich in 25 Jahren enorm weiterentwickelt hat, wenn man sie heute noch auf den „Verbannungsort“ für Dissidenten während der Sowjetzeit reduziert. Die Hilfstransporte der Stadt Essen zu Beginn der partnerschaftlichen Kontakte (1991/1992), die Sie in Ihrem Artikel erwähnen, wichen sehr schnell deutsch-russischen Projekten auf Augenhöhe.

Der 1991 in NN unterschriebene Partnerschaftsvertrag zwischen Essen und NN, der übrigens auf Initiative der Gesellschaft für Deutsch – Russische Begegnung (DRG) zustande gekommen ist, diente vor allem den gegenseitigen Begegnungen von Menschen und den deutsch-russischen Austauschen auf allen gesellschaftlichen Ebenen.

Es gibt mittlerweile unzählige Projekte und Kooperationen unter dem Dach der Städtepartnerschaft zum Beispiel einen Ärzte- und Medizinstudentenaustausch, Jugendliche aus NN und Essen, die hier wie dort ihr Freiwilliges Soziales Jahr in sozialen Einrichtungen der beiden Städte absolvieren, unzählige künstlerische Austausche, ein Au - pair Programm, das jungen Germanistik-Studenten aus NN die Möglichkeit gibt, in Essener Familien zu leben, zu arbeiten und an der Universität Duisburg-Essen zu studieren, und Anderes mehr.

Es ist zu wünschen, dass die Lebendigkeit gerade der Städtepartnerschaft zwischen Essen und NN durch Berichte der Zeitung angemessen vorgestellt wird, damit sich mehr Bürger Essens für diese deutsch-russischen Beziehungen interessieren und vielleicht sogar tatkräftig unterstützen können.