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Audienz mit den Laufpäpsten Marquardt und Achim Achilles in Essen

22.08.2012 | 14:00 Uhr
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Wie die Hühner auf der Stange: An der Mauer am Wassergarten zeigt Dr. Matthias Marquardt (links) die richtige Technik für sogenannte „Dips“.Foto: Dennis Straßmeier

Essen.   Im Rahmen des Ideenparks machen Dr. Matthias Marquardt und Hajo Schumacher alias Achim Achilles Hobby-Sportler fit. Der Grugapark gerät dabei zum riesigen Trimm-Dich-Pfad. Kaum eine Mauer, Treppe oder ein Spielgerät ist dabei vor den Laufprofis sicher.

Etwas Aufregung macht sich im Joggerherz breit: Mit Laufpapst Dr. Matthias Marquardt und seinem Vasallen Hajo Schumacher alias Achim Achilles geht man schließlich nicht alle Tage auf die Strecke. Im Rahmen des Krupp-Ideenparks bieten die beiden Experten zweimal täglich ein Lauftraining an. Motto: „Schneller laufen, besser aussehen“ - das verheißt Anstrengung.

Vor dem Atlantic Congress Hotel blicke ich in müde Gesichter. 11 recht trainierte Hobbysportler haben sich für den Frühsport um 7.30 Uhr aus dem Bett gequält. Wenig später kommen die Jogging-Gurus in großen Schritten auf uns zu, „gleich geht’s los, wir bringen nur noch unsere Bikinis weg“, witzelt Schumacher. Gemeinsam mit Marquardt war er schon im Grugabad schwimmen. In die Aufregung mischt sich nun auch Angst - kann man da überhaupt mithalten?

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Gigantischer Trimm-Dich-Pfad

Dr. Marquardt macht wenig Hoffnung: „Ich habe mir ein paar schöne neue Übungen für euch ausgedacht“, sagt er und der Schelm blitzt in seinen Augen. Danach „traben“ wir los, wie es der Mediziner nennt. In der nächsten Stunde sollen wir an Plätzen und Orten trainieren, bei denen uns Sport vorher nie in den Sinn gekommen wäre. Der Grugapark ist eigentlich ein gigantischer Trimm-Dich-Pfad. Erster Halt ist die Steinmauer am Wassergarten. Wir üben uns in sogenannten „Dips“, bei denen Schulter, Bauch und Brust beansprucht werden.

Zeit zum Verschnaufen bleibt kaum, in gemütlichem Tempo laufen wir weiter zum Wahrzeichen des Grugaparks, dem Turm. Die Treppen dort kann der Laufdoktor nicht ungenutzt lassen: Im Hebelauf geht es die Stufen auf und ab, „acht Mal bitte“, sagt Marquardt im freundlichen Befehlston und wir gehorchen. Erste Schweißperlen rinnen die Stirn hinunter, dabei ist das noch immer Aufwärmtraining. Marquardt weiß, wie er Abkühlung verschaffen kann. Kurz hinter der Kranichwiese heißt es „Socken aus“. Im Vierfüßer-Stand krabbeln wir barfuß einen Hang hinauf, die Wiese ist vom Morgentau noch angenehm kühl. „Das muss ein Bild für die Götter sein“, denke ich und befreie mich vom frisch gemähten Gras, das nun überall an mir klebt.

Schwieriger Balanceakt

Letzte Station ist der Spielplatz, auf dem sich nicht nur Kinder austoben können, wie wir in einem Zirkeltraining erfahren sollen. Rückenübungen im Kletternetz und an der Schaukel, verschärfte Sit-Ups auf einem Felsen, Beinübungen auf den Picknickbänken und nicht zuletzt ein Balanceakt auf dem Drahtseil, bei dem wir fast alle sang- und klanglos scheitern. „Jetzt mal Tempo, wir sind keine Wandergruppe“, spornt uns Dr. Gnadenlos schließlich zu einem Endspurt an, der es in sich hat. „Und ich mache das zwei Mal am Tag“, stöhnt der wohl bekannteste Freizeitläufer Deutschlands, Achim Achilles, der zurzeit für den „Berlin Man“ in seiner Heimatstadt trainiert.

„Ich musste vor zwei Jahren abbrechen, dieses Mal muss ich es schaffen“, sagt der ehrgeizige Journalist und Autor, der sich an diesem Morgen mit Marquardt die Sprüche wie Bälle um die Ohren haut. Entsprechend schnell sind die gut 70 Minuten vorbei, vor dem Atlantic Kongress Hotel steht nun noch Dehnen auf dem Programm. Hotelgäste steigen in Maßanzügen verwundert aus ihren Taxis, während wir in Läuferkluft an der Glasfront des Vier-Sterne-Domizils Sehnen und Muskeln final auf Temperatur bringen. „Magerquark mit Obstsalat und Walnüssen“, gibt Marquardt uns noch als Frühstücksempfehlung mit auf den Weg, ehe er wieder in den Grugapark entschwindet - zum Auslaufen.

Meine Aufregung hat sich mit dem Schweiß verflüchtigt - und ist dem wohligen Gefühl gewichen, eine Stunde Audienz beim Laufpapst überstanden zu haben.

Jennifer Schumacher

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