Auch die Girls der Renaissance lieben Gaultier und Gucci

In der Malerei von Jannis Markopoulos ist Madonna nun wahrlich keine Heilige. Aber ihr stählern-trainierter Körper gehört ganz plötzlich zum Kopf einer Raffaelmadonna. Und auch die anderen Girls der Renaissance schmücken sich bei Markopoulos ganz selbstverständlich mit Gucci-Täschchen, Gaultier-Bustier und enormen Highheels. Popkultur trifft venezianischen Prunk, Werbebilder die Meister Renaissancemalerei, das Gestern geht stylish ins Heute über, wenn der seit langem in Berlin lebende und arbeitende Grieche zum Pinsel greift. „Formidable“ heißt die Ausstellung in der Galerie Klose, wo Markopoulos seine wuchtigen, anspielungsreichen Gemälde nun zum Treffen der Zeiten und Moden arrangiert. Der international gefragte Grieche verknüpft dabei höchst geschickt Zitate der Kunstgeschichte mit Ikonen der modernen Popkultur von Madonna bis Lada Gaga. Was ihn dabei interessiert, ist nicht die oberflächliche Aktualisierung, das Spiel mit Trends und Labels, sondern der Abgleich eines bestimmten Frauenbildes über die Zeit. So wird seine Malerei zum Dialog zwischen der Renaissance-typischen Darstellungen junger Frauen und der Selbstinszenierung zeitgenössischer Pop-Diven.