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AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück

13.10.2011 | 17:51 Uhr
AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück
Das Büro des AStA in Essen. Foto: Alexandra Umbach

Essen/Duisburg.Während die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, betonen Beteiligte ihre Unschuld. „Sämtliche Abläufe und Darstellungen sind komplett falsch. Wir sind erschüttert über so viele Lügen“, berichtet ein Studentenvertreter.

Die Vorgänge um die Studentenvertretung der Uni Duisburg-Essen, den „AStA“, weiten sich zu einer Schlammschlacht von bisher unbekannter Größenordnung aus. Während die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue ermittelt und Akten beschlagnahmt hat , holt der „AStA“ zum Gegenschlag aus: „Die Beschuldigungen sind haltlos, alles wird sich in Luft auflösen“, sagt ein Essener „AStA“-Referent. Er ist einer von insgesamt acht Personen, gegen die offiziell ermittelt wird.

Ein achtseitiges Schreiben, von einem anonymen Verfasser im Sommer per E-Mail an verschiedene Stellen geschickt, hatte alles ins Rollen gebracht. Im Schreiben wird detailgenau berichtet, wie sich frühere und gegenwärtige Studentenvertreter mit dubiosen Geschäften selbst bereichert haben sollen.

Privatparties von öffentlichem Geld bezahlt?

Es geht um Scheinfirmen, intransparente Auftragsvergaben und Vetternwirtschaft. So seien zum Beispiel Privatparties immer wieder als „Studentenfeten“ deklariert und entsprechend von öffentlichem Geld bezahlt worden. Der Verfasser des Schreibens, der sich selbst als „Sumpfgeist“ bezeichnet, hatte im Sommer eine anonyme Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Auch die Hochschule erstatte Anzeige. Die Mail mit dem Schreiben war auch direkt an den Uni-Rektor gegangen.

Doch einer, gegen den jetzt ermittelt wird, beteuert: „Sämtliche Abläufe und Darstellungen sind komplett falsch. Wir sind erschüttert über so viele Lügen.“ Als das Schreiben des Autors „Sumpfgeist“ im Sommer erstmals die Runde machte, schaltete der „AStA“ sofort seinen Rechtsanwalt Christian Gloria ein – und der erstattete seinerseits Strafanzeige „gegen Unbekannt“ – gegen „Sumpfgeist“.

Kommentar
Legt diesen Sumpf trocken!

Im studentischen Selbstverwaltungs-Milieu hat sich in den vergangenen Jahren offenbar ein Feuchtbiotop entwickelt, das dringend trocken gelegt werden muss. Es geht nicht nur um den möglichen Sumpf aus Vetternwirtschaft und intransparenten Geschäften. Es geht auch um die unsagbaren Zustände im „Studentenparlament“ (StuPa): Zerstritten, handlungsunfähig, vorerst aufgelöst. Es deutet einiges darauf hin, dass sich jetzt notorische politische Feinde gegenseitig die Staatsanwaltschaft auf den Hals geschickt haben. Und der Steuerzahler kommt dafür auf. Es ist völlig egal, wie die Ermittlungen jetzt ausgehen, und was im Detail dran ist an den Vorwürfen: Die Vorgänge in AStA und „StuPA“ sind einer Uni unwürdig.

So gesehen, ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt in zwei Richtungen: Gegen einige, die „Sumpfgeist“ in seinem Schreiben an den Pranger stellt – und gegen „Sumpfgeist“ selbst. Das Schreiben enthalte eine „Reihe von Vorwürfen, die einen Straftatbestand erfüllen können“, sagt Anwalt Christian Gloria. Der Text sei voller falscher Verdächtigungen wider besseres Wissen, Beleidigungen und übler Nachreden.

„Wirtschaftsprüfer haben keine Ansätze für strafbare Handlungen gefunden“

Gloria verweist auf externe Wirtschaftsprüfer, die die Akten des „AStA“ durchleuchtet hätten – Ergebnis: „Die Wirtschaftsprüfer haben keine Ansätze für strafbare Handlungen gefunden“, sagt Gloria. „Zeile für Zeile“ sei auch er selbst das Dokument durchgegangen, „wir haben die Vorwürfe analysiert und sind der Meinung, die Vorwürfe sind unbegründet.“

Der „AStA“ verfügt über eine Menge Geld, auch wenn die karg möblierten Räume im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes an der Segerothstraße nicht unbedingt darauf schließen lassen. Pro Semester drückt jeder Student 13 Euro ab für den „AStA“. Macht bei aktuell 35 500 Studenten: 461 500 Euro pro Semester.

Martin Spletter

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Kommentare
15.10.2011
17:45
AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück
von grandmastr | #12

@8:
Mh also wenn man als angeklagter alles übersteht dann hat man vertuscht und wenn nicht dann hat mans nicht geschafft zu vertuschen? Klingt logisch. Und würde die Arbeit für Richter deutlich erleichtern, schuldig ist man immer.

@11:
Ich denke mal, dass man abwarten muss. Denn die Finanzen vom AStA werden überprüft und zwar unabhängig. Und übrigens auch erst seitdem die jetzt Verdächtigen aktiv sind. Vorher gabs ein ziemliches Chaos, Teile von diesem lassen sich noch in einem Spiegelartikel nachlesen der in einem der Kommentare unter einem anderen Artikeln zu dem Thema steht

15.10.2011
00:14
AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück
von turnaround | #11

#5 von grandmastr , am 14.10.2011 um 02:13:
Die Staatsanwaltschaft nimmt nur Ermittlungen auf, wenn sich ein Anfangsverdacht erhärten lässt. Sie reagiert keineswegs reflexartig auf unpräzise anonyme Anschuldigungen. Im Rückschluss darf berechtigterweise davon ausgegangen werden, dass es einen begründeten Anfangsverdacht für die Aufnahme von Ermittlungen gibt.

14.10.2011
21:14
AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück
von jesusonspeed | #10

Und man sollte immer wieder betonen, dass ein Anfangsverdacht bestehen muss. Auch ist es sehr Schade, dass Herr Gloria zivil- und strafrechtliche Angelegenheiten durcheinander wirft. Zeugt von juristischer Kompetenz.

Außerdem frage ich mich, warum Jan Bauer nicht einfach seinen Namen schreibt, Die Aussagen stammen ja offensichtlich von ihm.

14.10.2011
14:51
AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück
von Codemancer | #9

Ich kann die negative Haltung vieler hier sehr gut verstehen. Schließlich haben sich solche Anschuldigungen fast immer auch bestätigt. So ist das in der Politik: Mist bauen, erwischt werden und alles abstreiten.

Auch das Zitat wir haben die Vorwürfe analysiert und sind der Meinung... passt echt in diese Schublade. Wie schon Turnaround sagte, ist das echt schwammig formuliert. Zumindest fällt es dann später so leichter: Ups - das wussten wir nicht. zu sagen.

14.10.2011
12:42
AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück
von schnapper2 | #8

klar.. ist mir durchaus bekannt!! Wobei allerdings das erfolgreiche Überstehen von Ermittlungen nebst einhergehenden Vertuschungen eine der Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Betrugskarriere ist!! Vielleicht scheitern an dieser Einstellungsvoraussetzung einige der angeklagten AstA Mitglieder noch!!??

14.10.2011
09:45
AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück
von grandmastr | #7

@6: Ist der Unterschied zwischen Ermittlung und Verurteilung bekannt?

14.10.2011
08:42
AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück
von schnapper2 | #6

Es wird die Ackermänner dieser Welt beruhigen, daß sich die Unis die nächste Generation von Nachwuchsbetrügern heranzieht! Einer fantastischen Karriere steht nichts mehr im Weg!!

14.10.2011
02:13
AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück
von grandmastr | #5

@2: für was denn Verantwortung übernehmen? Für die Sachen die da vorgeworfen werden und in keinster Form bewiesen sind? Ich schmeiß doch nicht mit irgendwelchen Vorwürfen rum und mache dann die Leute an weil sie keine Verantwortung überleben.

@3: Belegen usw.

@4: Belegen usw.

13.10.2011
21:55
AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück
von tanteestudiante29 | #4

Also für Anwälte und Klagen haben die vom AStA Duisburg-Essen auf jeden Fall in den letzten Jahren immer genug Geld übrig gehabt. Aber wir sind ja pleite und schuld daran sind die anderen.

13.10.2011
21:04
AStA der Uni Duisburg-Essen schlägt zurück
von Klubchef | #3

An den Vorwürfen ist garantiert etwas dran, dass Privatpartys als Studentenpartys deklariert werden ist eigtl schon so normal wie das Amen in der Kirche. Jeder ernsthafte Student macht eh einen Bogen um den Asta, der immer mehr Geld fordert, aber immer weniger Studenten erreicht.

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