Assauer lässt sich in Essener "Memory Clinic" behandeln

Rudi Assauer hat seine Alzheimererkrankung öffentlich gemacht. Seit 2010 lässt er sich in der Essener "Memory Clinic" behandeln. Foto: dapd
Rudi Assauer hat seine Alzheimererkrankung öffentlich gemacht. Seit 2010 lässt er sich in der Essener "Memory Clinic" behandeln. Foto: dapd
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Was wir bereits wissen
Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer lässt sich seit 2010 wegen seiner Demenzerkrankung in der Essener "Memory Clinic" behandeln. In der ambulanten Beratungsstelle des Elisabeth-Krankenhauses untersuchen Ärzte, Pädagogen, Psychologen und Neurologen die Patienten und arbeiten einen Therapieplan aus.

Essen.. Rudi Assauer geht offen mit seiner Alzheimererkrankung um - und hat damit erneut eine Krankheit ins Gedächtnis gerufen, die jeden treffen kann und in einer alternden Gesellschaft immer mehr in den Blickpunkt rückt. Bereits seit 2010 lässt sich der Ex-Schalke-Manager in der Essener "Memory Clinic" behandeln, einer ambulanten Zweigstelle des Elisabeth-Krankenhauses in Bergeborbeck.

Schon seit 20 Jahren erforschen und behandeln Ärzte dort Demenzkrankheiten. Hier sitzt nicht ein Mediziner, der eine Checkliste abhakt, hier untersuchen Ärzte, Pädagogen, Psychologen und Neurologen die Patienten und unterhalten sich anschließend in einer „Diagnose-Konferenz“ darüber, was jedem aufgefallen ist. Erst dann wird eine Empfehlung für eine Therapie formuliert und an den Hausarzt weitergeleitet.

Gedächtnis testen lassen "wie die Blutwerte"

Die "Memory Clinic" gilt bundesweit als Vorreiter auf dem nachwievor recht unerforschten Gebiet der Demenzerkrankungen. So wurde 2009 in einer einzigartigen Studie untersucht, wie sich "Gehirn Jogging" auf das Verhalten von Demenz-Patienten auswirkt. Bei dem Videospiel wurden unter anderem Konzentration, Kurzzeitgedächtnis und Denkflexibilität getestet.

Zum Geburtstag der Memory Clinic im vergangenen Jahr appellierte Dr. Hartmut Fahnenstich, sein Gedächtnis so routinemäßig testen zu lassen "wie die Blutwerte". Die Fachleute können auch gesunden Ratsuchenden hilfreiche Hinweise für ihre Lebensführung geben: Wer sozial eingebunden sei, wer die Kontakte zu Familie und Freunden pflege, der sei besser gefeit gegen Demenz, sagt Klinikleiter Hans Georg Nehen. „Sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen kann Alzheimer verzögern.“ Darum mache man mit allen Patienten eine Sozial- und Bildungsanamnese, um zu sehen, wie viel Initiative sie mitbringen.