Asbest-Alarm an der Uni Duisburg-Essen
04.08.2010 | 16:49 Uhr 2010-08-04T16:49:00+0200
Essen/Duisburg. Immer neue Funde des hochgradig gesundheitsgefährdenden Baustoffs Asbest verängstigen Mitarbeiter und Studierende der Uni Duisburg-Essen. Die Hochschule hingegen beschwichtigt, dass keine Gefahr bestünde.
Asbest ist ein natürliches, feinfaseriges Mineral. Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet „nicht brennbar“. Auf Grund dieser Eigenschaft wurde dieser Stoff vielfältig eingesetzt, bis erkannt wurde, dass Asbest schwere, mitunter tödlich verlaufende, Gesundheitsschäden hervorrufen kann. Seit 1979 ist daher die Verwendung von Spritzasbest verboten und seit 1993 dürfen in Deutschland keine Asbest-Materialien mehr hergestellt oder verarbeitet werden.
Immer neue Funde des hochgradig gesundheitsgefährdenden Baustoffs Asbest an der Uni Duisburg-Essen (UDE) sorgen für Aufregung und Sorge bei Studierenden und Angestellten. Jüngst wurden in Zwischendeckenbereichen des „R-Gebäudes“ erneut Spritzasbest-Stellen entdeckt. Die Universität ergriff Sofortmaßnahmen: Einige Asbeststellen wurden entfernt und in den als kritisch geltenden Deckenhohlräumen wurde ein „striktes Eingriffsverbot“ verhängt. – Alles andere als eine dauerhafte Lösung, sagen Experten.
Um zu überprüfen, wie groß die Asbest-Belastung wirklich ist, beauftragte die Universität einen externen Dienstleister, der bis Mitte vergangener Woche Messungen in allen Räumen des „R-Gebäudes“ durchführte. Das Ergebnis: Die Anzahl der Asbestfasern in der Raumluft konnte durch die vorangegangenen Maßnahmen reduziert werden. Reduziert, wohlgemerkt, aber nicht komplett beseitigt. Angesichts dessen erscheint es gewagt, wenn UDE-Kanzler Rainer Ambrosy in einem internen Schreiben an die Hochschulangehörigen in fett gedruckten Lettern schreibt, dass „wir Ihnen versichern, dass nach den vorliegenden Messergebnissen keine Gefahr“ besteht.
Finanzbedingter Sanierungsstau
Woher nimmt Ambrosy diese Gewissheit? Weitere interne Papiere belegen, dass in einigen Räumen über acht Stunden Schadstoffkonzentrationen von mehr als hochgerechnet 50 Asbestfasern pro Kubikmeter Luft gemessen wurden. Nach Angaben eines Mitarbeiters des Mess-Unternehmens lag in einigen Räumen die Belastung gar bei über 100 Fasern pro Kubikmeter Luft. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang übrigens nicht von „Fasern“, sondern bezeichnenderweise von „Nadeln“.
Zulässig sind Höchstgrenzen von bis zu 1000 Asbest-Fasern in der Raumluft - es ist ein theoretischer Wert, deshalb raten Experten immer zu einer vollständigen Entfernung der Asbestprodukte. Diese kostenintensive Lösung ist jedoch oft aus finanziellen Gründen nicht realisierbar. Auch an der Uni Duisburg-Essen gibt es einen finanzbedingten Sanierungsstau. AStA-Mitarbeiter beziffern diesen auf bis zu 500 Millionen Euro. Weil das Geld fehlt, bleiben Spuren des Giftstoffs in der Luft. Fatal, denn auch bei niedrigerer Konzentration ist eine Gefährdung der Gesundheit, anders als Rektor Ambrosy versichert, keineswegs ausgeschlossen.
„Prinzipiell gilt, je höher die Belastung, desto größer die Gefahr. Aber auch kleinste Mengen können ganz üble Folgen haben, denn im Laufe von Tagen, Wochen, Monaten und Jahren potenziert sich die Menge aufgenommener Asbestnadeln erheblich“, berichtet Dr. Wilfried Eberhardt, Onkologe am Uniklinikum. Zur Begründung der 1000-Faser-Grenze sagt Onkologe Eberhardt, dass „für Begutachtungszwecke eine willkürliche Grenze festgelegt werden musste, ab der Asbestfasern als gesundheitsschädlich gelten“.
Die unterschwellige Angst bleibt
Die Erforschung von asbestbedingten Krankheiten, wie dem gefürchteten „Pleuramesotheliom“, einem Rippenfell-Tumor, werde zudem erheblich dadurch erschwert, dass bis zum Ausbrechen der Krankheit bis zu 30 Jahre vergehen können. „Wenn ein Mensch erstmal ernsthaft erkrankt ist, lässt sich kaum noch feststellen, wo er die Giftstoffe aufgenommen habe und wie hoch die Belastung tatsächlich war“, sagt Eberhard.
An der UDE wird bis Mitte 2013 nach und nach das betroffene R-Gebäudes saniert, wobei die Überbleibsel des einst als „Wunderfaser“ gepriesenen Baustoffs so gut es geht entfernt werden sollen. Die unterschwellige Angst jedoch bleibt.
23:25
Als ehemaliger Angestellter der UDE kann ich nur sagen das bei einem Assbestfund im sogenannten Verwaltungsgebäude schon längst mit der Sanierung des Gebäudes begonnen bezw. diese schon längst fertiggestellt worden wäre. Alle Menschen sind gleich, nur einige sind .............????
Oder wie?
08:16
Es ist überall Asbest verbaut in Gebäuden aus den 60/70er Jahren und früher.
Und mit einem Aufkleber Achtung Asbest ist alles erledigt. So einfach machen sich es die Verantwortlichen.
Und es ist erstaunlich das wo doch in den 80er alle öffentlichen Bauten auch Asbest überprüft wurden erst jetzt wieder was auftaucht.
Jedes öffentliche Unternehmen wie Unis oder so müßen ein Asbestkataster führen.
Und wenn bei jemanden Asbestose festgestellt wird wird von der BG /LUK runtergerechnet das es seit den 90er keine Asbestebelastung mehr gibt. Nur davor obwohl immer noch Asbeste vorhanden ist weil ja nicht alles weggemacht wird.
Der Mitarbeiter ist einfach nur freiwild in Augen der Verantwortlichen.
20:59
Wo denn jetzt, in Essen oder in Diusburg oder in beiden Unis.???????????????????????
Sehr Oberflächlich , Alles.
22:13
Alle Tage wieder...ich erinner mich noch wie vor kurzem in Duisburg deshalb ziemliches Chaos herrschte. Da war das LB Gebäude zeitweise gesperrt. Da konnte relativ schnell ausgeholfen werden, mal schaun obs diesmal auch so ist.
20:27
ganz ehrlich das is doch schon seit Jahren bekannt......
18:26
Selbst in Alltagssituationen sind wir ständig von diesem Gefahrenstoff umgeben.
Aufgrund der (eingebildeten) hohen Entsorgungskosten wollen das nur alle tolerieren, und verschweigen lieber die enorm hohe Gesundheitsgefahr.
Lobbyarbeit im kleinkarierten spießigem Stil eben.
18:05
Come to the University of Duisburg.
Here can you study as best
17:40
Erst 1970 als krebserregend mehr oder weniger verboten, obwohl seine Gefährlichkeit schon vor 1936 bekannt war. Das geht auf die gute Lobbyarbeit der Industrie zurück, die bekannterweise nur das Geld als höchstes Gut anerkennt.
17:30
Na prima. Die Konzentration konnte reduziert werden. Und was ist mit den Mitarbeitern die die letzten Jahre in der nicht reduzierten Konzentration 8h täglich gearbeitet haben und in ein paar Wochen/Monaten aus ihren asbestfreien Bürocontainer zurück in die Büros mit reduzierter Asbestkonzentration müssen?
17:28
Ist das in den Studiengebühren mit drin?