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Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen

23.03.2012 | 18:30 Uhr
Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Nach der Übernahme des Vodafone-Kundencenters an der Rellinghauser Straße kündigt der neue Besitzer Gehaltseinbußen um bis zu 30 Prozent für die Zeit nach der zweijährigen Übergangsphase an. Die Betroffenen stimmen mit den Füßen ab und wollen nicht wechseln. Steht damit gar der Standort vor dem Aus?

Die Firma Arvato übernimmt das Vodafone-Kundencenter an der Rellinghauser Straße und kündigt bereits Gehaltseinbußen für die Zeit nach der zweijährigen Übergangsphase an. Betroffene bevorzugen aber Abfindungen.

Die Kundenbetreuer des Vodafone-Centers an der Rellinghauser Straße, das ab April von der Firma Arvato übernommen wird, haben nun die Gewissheit: der Outsourcing-Dienstleister wird nach zwei Jahren Einkommens- und Bestandssicherheit die Gehälter um bis zu 30 Prozent kürzen. Stimmen nicht 90 Prozent der Belegschaft zu, müsse man mit einer Standortschließung rechnen.

Dies teilte Arvato in einem Begrüßungsschreiben mit, das Vodafone dem Brief zum Betriebsübergang beilegte. Arvato begründet die „Anpassung“ damit, dass die bisherigen Gehälter über Marktniveau lägen. „Unser Ziel ist es, den Standort langfristig zu erhalten“, so Sprecher Gernot Wolf. Voraussetzung dafür sei, dass die überwiegende Anzahl der Mitarbeiter nach einer klar definierten Übergangsphase unter den vorgegebenen Konditionen dazu bereit sei.

Betroffene stimmen mit den Füßen ab

Währenddessen stimmen die Betroffenen aber mit den Füßen ab: Vor zwei Wochen vermeldete Gewerkschaftssekretär Alfons Rüther, dass bereits 150 von 470 Betroffenen nicht wechseln werden. Diese Zahl habe sich nun erhöht, weil noch mehr Mitarbeiter lieber per Aufhebungsvertrag mit Vodafone eine Abfindung kassieren möchten: 1,5 Monatsgehälter je Beschäftigungsjahr, plus 25 Prozent Turbozuschlag, den es bei einem reinen Widerspruch gegen die Übernahme nicht gäbe.

„Wir gehen noch von gut 100 Kundenbetreuern aus, die am Ende bleiben“, sagt Rüther. Er bezweifelt, dass Arvato Mitarbeiter finden wird und der Standort eine Zukunft hat. „Das Vorgehen geht voll in die Hose“, weil es ein schlechter Deal sei. Zwar verweist man bei Vodafone auf die Möglichkeit, bei Arvato neun Monate reinzuschnuppern und in dieser Zeit bei Kündigung die volle Abfindung – ohne Turbozuschlag – zu kassieren, sowie in weiteren neun Monaten noch abgestuft eine reduzierte Abfindung zu bekommen. „Das lohnt sich aber für niemanden“, sagt Rüther.

Dem entgegnet Vodafone-Pressesprecher Bernd Hoffmann: „Wir wollen den Übergang transparent und fair gestalten und nach Möglichkeit den Mitarbeitern den größtmöglichen Entscheidungsspielraum einräumen.“

Vodafone-Demo

 

Tim Walther



Kommentare
02.04.2012
12:53
Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen
von DerWurm | #15

Etwas einseitig das nur auf arvato zu schieben, es war immerhin die Entscheidung von Vodafone sich von dem Standort zu trennen, um die Kosten zu senken. Wovon soll arvato nun die alten Tarifgehälter weiter zahlen? Vodafone zieht sich hier klar aus der Verantwortung. Telekom, Telefonica O2 usw. haben es vorgemacht.... Traurig aber wahr.

24.03.2012
13:26
Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen
von tom009 | #14

tja
das kommt davon wenn der kunde es nur billig billig billig haben will.

wie am ende die leute dann bezahlt werden ist euch doch bis jetzt scheiß egal.

hauptsache IHR bezahlt möglichts wenig.

packt euch mal an die eigene nase bevor ihr über die konzerne mault.

2 Antworten
Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen
von Voodoofone | #14-1

...seit wann ist Vodafone denn billig. Vodafone ist einer der teuersten Anbieter am Markt.

Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen
von pucky90 | #14-2

Vodafone versteht sich als Premiummarke, also nichts mit billig, billig, billig.
Der derzeit ausgelagerte Betriebszweig macht Geschäftskundensupport und Eskalation Backoffice, also sogenannte "schwierige Fälle". Deren Bearbeitungszeit liegt zwischen Stunden und Tagen. Es ist stark zu zweifeln, daß Arvato das besser kann als die bislang internen Kollegen. Aber vielleicht wacht die Firmenleitung auf, wenn statt beliebig austauschbarer Privatkunden auch mal paar Geschäftskunden, die erst wirklich das Geld bringen, den Telefonanbieter wechseln.

24.03.2012
13:20
Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen
von holmark | #13

Call-Center-Betreiber und Zeitarbeitsfirmen sind Verbrecher.

24.03.2012
13:08
Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen
von walfischvombach | #12

Bitte schafft alle Eure Festnetz- und Mobilfunkverträge, Prepaid-Cards etc. ab.

Grund: Geht es noch nen Euro billiger oder 1 ct billiger pro Minute.

Egal, ob Vodafone, Kabel BW, Unitymedia, T-Mobile Geschäftskunden, Banken, Stromversorger, wie RWE, Wasserversorger wie Gelsenwasser. Alle haben eins gemeinsam. Ausgelagerten Kundenservice.

Vollzeitlöhne bei Firmen wie Sitel, Arvato, Tectum, Sykes, BUW, D+S und wie sie alle heißen, dürften bei 1.200 - 1.450,00 Euro brutto Vollzeit liegen. Bei den Lohnhöhen wird sich Zeitarbeit -Hilfsarbeit im Westen 7,79 €uro/Std.- bald nicht mehr lohnen.
Für eine anspruchsvolle Tätigkeit Hungerlöhne zu bezahlen ist eine Frechheit. Durch unklare Kompetenzverteilung, Organisationsmangel, mangelnde Entscheidungsbefugnis, nicht jeder Mitarbeiter darf z.B. Vertragskündigungen erfassen, muss man sich nicht wundern, warum bei keinem Anbieter mehr alles klappt. Natürlich werden die einzelnen Dienstleister auch bewertet.

24.03.2012
10:27
Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen
von Gauck | #11

Man nennt das freie Marktwirtschaft, die so lieb und nett zu uns ist.
Vielleicht sollte Bundespräsi Gauck den Leuten mal erklären, was Freiheit ist.
Arvato ist so frei, die ehemaligen Vodafone Mitarbeiter unter Druck zu setzen.

Wir lieben doch alle diese Friss-oder-Stirb-Freiheit, nicht wahr?

Deshalb wählen wir auch alle schön immer wieder diese FRiss-oder-Stirb-Parteien, nicht wahr?

24.03.2012
09:34
Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen
von michaausessen | #10

@ barca1899:

Ein ziemlich charakterloser Zug von dir, anderen Menschen die Arbeitslosigkeit zu wünschen!!

Wie mein Vorredner carsten04 schon schrieb, landest du als Privatkunde nicht bei Vodafone in Düsseldorf, Ratingen, Eschborn oder Essen, sondern bei einem externen "Dienstleister" wie Tectum. Bei diesen Unternehmen wiederum handelt es sich um Call-Center der allerübelsten Sorte, die ihre Mitarbeiter schlecht bezahlen (selbst bei einer Vollzeitbeschäftigung liegt man da netto meist nur knapp über dem gesetzlichen Existenzminimum) und wie Leibeigene behandeln. Psychoterror und Mobbing stehen da auf der Tagesordnung. Das alles mit dem Wissen und Segen der Politik, der Bundesagentur für Arbeit und einer Ursula von der Leyen, die nicht müde wird zu predigen, dass eine schlecht bezahlte Arbeit immer noch besser sei als gar keine. Heute kann es fast jedem Arbeitnehmer passieren, outgesourced und nach unten durchgereicht zu werden.

Sei froh, wenn dir das bislang nicht passiert ist!

24.03.2012
09:22
Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen
von muemumin | #9

Als ich noch einen Zweitwohnsitz in Berin hatte, war ich dort mit meinem Telefon- und DSL-Anschluss Kunde bei Vodafone (zuvor arcor). Der Kundenservice war unter aller Sau. Bereits im Verrag war eine falsche Telefonnummer zwecks Kontaktaufnahme bei Schwierigkeiten angegeben. Auch auf den aktuellen Rechnungen befand sich nur diese falsche Kontaktnummer. Als mein Internetanschluss nicht funktionierte, musste ich erst durch viele Telefonate die korrekte Nummer deKundenhotline herausbekommen. Die Beratug dort beschränkte sich dann darauf, dass man mir eine Festnetznummer eines Technikers nannte, der "Kostenpflichtig" mit mir das Problem durchgehen würde. Ich nahm an und im Gespräch führte der Sachverständige mich Schritt für Schritt dazu, dass ich meinen Anschluss wieder reparieren konnte. (Damals bestand das Problem darin, dass ich zwar online war, jedoch weder senden noch Daten empfangen konnte.)
Die Telefonische Reparaturanleitung dauerte ca. 15 Minuten und kostete mich rund 30 €.

1 Antwort
Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen
von Voodoofone | #9-1

... und was hat das jetzt mit diesem Artikel zu tun?

24.03.2012
09:09
hier der Rest
von Sahneschnittchen | #8

Auch im Ruhrgebiet gibt es schon zahlreiche Occupy Bewegungen, die sich aktiv gegen diesen Rauptierkapitalismus und den Ausverkauf unseres Landes zum Wohle des Kapitals und der Banken wehren. Empört Euch, Informiert Euch, Engagiert Euch,Bewegt Euch!

24.03.2012
09:08
Arvato gehört zu Bertelsmann.
von Sahneschnittchen | #7

Ein Verbraucherboykott wäre also nicht nur bei Vodafone angebracht. Die Löhne um 30 % zu senken ist eine Frechheit. Arvato zahlt in der Regel ca. 7,50/h. Damit sind die Angestellten de facto Hartz4 Aufstocker trotz Vollzeitbeschäftigung. Wie lange lassen sich die Arbeitnehmer diesen Raubtierkapitalismus noch wiederspruchslos gefallen? Wo bleibt der Stolz des Ruhrgebiets? Wo bleibt eure Würde und Selbstachtung? Geht auf die Straßen und äußert euren Protest laut , eindrucksvoll und beharrlich. Weder von den Parteien (mal die Linke ausgenommen) noch von den Gewerkschaften habt ihr wirklich einen sinnvollen Support zu erwarten. Die konventionellen Parteien sind Teil des Systems und haben in den vergangenen Jahrzehnten aktiv zu den bestehenden Verhältnissen beigetragen. Und mir geht die Heuchelei der SPD und Grünen diesbezüglich mächtig auf den Keks.

Auch im Ruhrgebiet gibt es schon zahlreiche Occupy Bewegungen, die sich aktiv gegen diesen Rauptierkapitalismus und den Ausverkauf unsere

24.03.2012
09:06
Arvato will Ex-Vodafone-Belegschaft in zwei Jahren das Gehalt kürzen
von carsten04 | #6

übrigens hier:
https://www.facebook.com/pages/Wutkollege/179214465488642

Vodafone plant auch schon die nächsten/letzten Kundebetreuungstandorte in Deutschland outzusorucen.

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