Arbeitslosenzahlen verharrten in Essen 2014 auf einem hohen Niveau

Benjamin Pettkus arbeitet seit November im Möbelhaus „Maison du Monde“ an der Limbecker Straße in Essen. Die Arbeitsagentur konnte 19 ehemalige Arbeitslose auf die Arbeitsplätze dort vermitteln.
Benjamin Pettkus arbeitet seit November im Möbelhaus „Maison du Monde“ an der Limbecker Straße in Essen. Die Arbeitsagentur konnte 19 ehemalige Arbeitslose auf die Arbeitsplätze dort vermitteln.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Essener Arbeitsagentur hat die Bilanz des Arbeitsmarktes 2014 vorgestellt. Der Beschäftigungsrekord ging vor allem an den Langzeitarbeitslosen vorbei.

Essen.. Hoffnung auf eine Wende am Arbeitsmarkt: Die Essener Arbeitsagentur geht davon aus, dass die Arbeitslosenzahlen in diesem Jahr leicht sinken werden. „Ich bin verhalten optimistisch“, sagte der Leiter der Arbeitsagentur Torsten Withake am Mittwoch bei der Bilanz des Arbeitsmarktes 2014.

Im vergangenen Jahr verharrten die Arbeitslosenzahlen in Essen auf hohem Niveau, obwohl es ein neues Zehn-Jahres-Hoch bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Stadt gab. Diese positive Entwicklung ging vor allem an den Langzeitsarbeitslosen vorbei. Im Monatsschnitt suchten knapp 35 900 Essener einen Job, rund die Hälfte von ihnen schon länger als ein Jahr.

Wieder mehr Jobangebote

Zuversichtlich stimmt Withake die Zahl der offenen Stellen, die sich nach einem Einbruch 2013 zuletzt wieder nach oben entwickelten. Auch eine Umfrage des Essener Unternehmensverbandes hatte jüngst ergeben, dass die Unternehmen in diesem Jahr eher Mitarbeiter einstellen als entlassen wollen.

Arbeitsmarkt Ende Dezember waren bei der Arbeitsagentur 3522 freie Arbeitsplätze gemeldet. Im gesamten vergangenen Jahr gingen knapp 14 200 Jobangebote bei ihr ein und somit 700 mehr als im Jahr zuvor.

Besonders die Langzeitarbeitslosigkeit sieht Withake jedoch weiter als große Herausforderung an. „Wir haben nicht genügend geeignete Arbeitslose in unserem Bestand, die auf die Stellen passen“, sagte er. Zudem gibt es laut Withake „Verdrängungseffekte aufgrund des hohen Pendlersaldos“. Heißt: Essen bietet vielen Arbeitnehmern von außerhalb Arbeitsplätze, die den Arbeitslosen somit quasi Konkurrenz machen. Withake setzt deshalb auf mehr Qualifizierung und bessere Betreuung. So will die Arbeitsagentur in diesem Jahr 800 Bildungsgutscheine ausgeben nach rund 600 in diesem Jahr.

Unternehmen müssten auch Vorurteile abbauen

Hartz IV Um am Ende jedoch mehr Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit bringen zu können, müssten laut Withake die Unternehmen auch Vorurteile abbauen: „Wir brauchen einen Bewusstseinswandel.“ Außerdem wirbt er bei den Langzeitarbeitslosen für mehr Bereitschaft, einen Job auch außerhalb des Ruhrgebietes anzunehmen. „Viele sollten sich flexibler zeigen“

Der Fokus ihrer Arbeit liegt zudem weiterhin auf den arbeitslosen Jugendlichen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Behörde ihr Betreuerteam für Jugendliche ausgebaut, so dass sich heute ein Vermittler nur noch um 60 Arbeitslose unter 25 Jahren kümmert. Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit gibt Withake recht: Im Dezember waren 582 junge Menschen unter 25 Jahren bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet. „Das ist die niedrigste Zahl seit 2005“, so Withake.