Soziales
Arbeitslosen-Übernahme kostet drei Millionen Euro
08.09.2010 | 10:24 Uhr 2010-09-08T10:24:00+0200
Essen. Mit einer einmaligen Investition von drei Millionen Euro will die Stadt Essen ab dem Jahr 2012 alle 27 000 Langzeitarbeitslosen ganz alleine betreuen - und die von Nürnberg gesteuerte Arbeitsagentur von dieser Aufgabe fern halten.
Das geht aus der Vorlage von Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) und Sozialdezernent Peter Renzel (CDU) für die heutige Sozial- und Personalausschussitzung hervor. Bisher leiten Arbeitsagentur und Stadt die Jobcenter in Essen gemeinsam, die Arbeitsmarktmittel von 80 Millionen Euro im Jahr verteilen dürfen.
In einer Aufstellung über Vor- und Nachteile einer so genannten Optionskommune, also einer alleinigen Betreuung der oft sozial schwierigen Arbeitslosen, sieht die Stadtspitze insgesamt mehr Chancen als Risiken für Essen. „Eine schnellere, flexiblere, den Bedürfnissen der Zielgruppen und des kommunalen Arbeitsmarktes angepasste Ausrichtung der Aktivierungsangebote ist möglich“, glaubt die Stadtführung. „Geschäftspolitische zentrale Weisungen aus Nürnberg entfallen.“
Daten neu eingeben
Essen hofft, damit langfristig Kosten zu sparen. Im Unterschied zu den heutigen Jobcentern will sich die Stadt erst darauf konzentrieren, den derzeit knapp 5400 „Aufstockern“ in Essen besser bezahlte Jobs zu vermitteln. So hofft man, die städtischen Kosten für Unterkunft und Heizung von im Schnitt 380 Euro pro Arbeitslosen-Haushalt zu drücken - und je vermittelten 100 „Aufstockern“ 350 000 Euro jährlich zu sparen.
Bei einer weiteren gemeinsamen Betreuung würde dagegen die notwendige „enge Verzahnung von sozialem und beschäftigungsorientierten Auftrag“ wegen Nürnberg „nur unzureichend realisiert“. Allerdings sehen auch Paß und Renzel Kostenrisiken für die Stadt. Die verpflichtende Übernahme von über 300 Bediensteten der Bundesagentur mit Kosten von 20 Millionen Euro kann für Essen noch teuer werden - wenn der Bund dieses Geld künftig nicht mehr komplett ersetzt. Diese Gefahr wird auf 1,4 Millionen Euro pro Jahr geschätzt.
Zudem droht eine Kürzung der Arbeitsmarktmittel des Bundes um 19 Millionen auf rund 60 Millionen Euro. Dazu entsteht ein „nicht unerheblicher Umstellungsaufwand“: Ein neues Computerprogramm müsse gekauft und alle Daten neu eingetippt werden.
13:40
Die Stadtspitze ist sich also der Kostenrisiken bewußt. Wie sieht denn dann der Plan-B aus, der für den Fall in Kraft tritt, dass die geplante Aktion teurer und uneffektiver wird als zuvor? Kein Wort davon von der Stadtspitze.
Der Oberbürgermeister weiß um die hohen Risiken und setzt den Plan trotzdem unbeirrt fort. Er hofft, dass die städtischen Kosten für Arbeitslose und Aufstocker geringer ausfallen als bei den jetzigen Jobcentern.
Kein Privathaushalt kann mit dem Prinzip Hoffnung auf Grund einer unbestätigten Spekulation eine größere Summe Geld ausgeben. Der Oberbürgermeister kann es problemlos, es ist ja nicht sein Geld. Wieviel Geld hat er eigentlich für die völlig unnötige Suche nach einem Alternativstandort für das Rot-Weis-Stadion verbraten?
08:37
Nur zur erinnerung: Die zahl 3 Millionen hat die stadt essen ins rennen gebracht. die agentur rechnet da eher mit 6 millionen.
Nehmen wir das mittelmaß sind wir bei 4,5 Millionen. Halte ich für eher angebracht.
Was noch zu bedenken ist, wäre der umstand, dass diese langzeitarbeitslosen die ja alle nur auf arbeit warten :) nun nicht mehr angebote bekommen über essen hinaus. das ist so wie bei ebay. wenn sie nur einen begrenzten örtlichen radius bei ihrer suche eingeben, so werden die gefundenen treffer leider nicht mehr sondern weniger. Vielleicht hätten sie jemanden fragen sollen der sich mit soetwas auskennt ;o)
05:40
na wenn sie die lauschepper dadurch erkennen und erwischen ok!!aber diejenigen die raus aus dem hartz IV wollen ,werden noch tiefer hinein rutschen!
denn wie kann man die 380 euro wohnungszuschuss drücken??ist doch klar....die leute müssen und werden in die noch ärmlicheren Stadtviertel gesteckt.oder man kann es auch so sagen.jetzt wird ernst gemacht und der zwangsumzug strikter durchgeführt....
mfg
21:03
3 Millionen Euro die der Essener Bürger zusätzlich aufgedrückt bekommt. Aber Essen will ja sparen und es stellt sich hier die Frage ob lediglich versucht wird für 3 Millionen Euro Billigstarbeiter zu beschaffen die dann als 1€ - Jobber die Arbeiten erledigen für die Essen kein Geld mehr hat oder weil es sich in Zukunft zur Ausführung mancher Arbeiten kein Unternehmer finden läßt weil diese durch hohe Gewerbesteuern vergrault wurden.
12:14
Ist das vielleicht nur der Versuch die Arbeitsosen im Falle einer städtischen Pleite gleich mit in den Abgrund zu stürzen?
Tut uns Leid, Geld ist alle, suchen Sie sich doch einen Job!
Hier geht es doch nur um die große, vermeintlich große Kohle, offensichtlicher geht´s doch kaum, oder?
11:51
Als die Job-Center geschaffen wurden, hat man verfassungswidrig eine Mischverwaltung eingeführt. Jetzt muss das irgendwie geändert werden. Dazu gibt es die Möglichkeit der Optionskommune. Wenn Essen das probieren will, ich halte es für unsinnig. Essen ist selbst als Großstadt keine Insel. Mancher Arbeitslose könnte in Oberhausen, Duisburg oder Herne einen Job finden, den aber ein städtischer Arbeitsvermittler nicht anpreisen wird. Wichtiger als die Neuausrichtung der Arbeitsvermittlung für die Hartzer ist die Schaffung von Jobs, die den Lebensunterhalt sichern. Da muss sich die Stadt kümmern.
11:33
Was wir viel eher brauchen ist ein anständiges Ausschreibungsrecht. Werden öffentliche Aufträge ausgeschrieben, muss es möglich sein, das bei Beschäftigung einheimischer Arbeitnehmer die eingesparten Sozialhilfe als preismindernt berücksichtigt wird.
11:29
Wir haben es ja, erstmal werden 3 Millionen Euro investiert. Weil man so hofft langfristig Kosten zu sparen. Allerdings sieht man aber auch das Kostenrisiko. Dazu entsteht ein „nicht unerheblicher Umstellungsaufwand...
Ja, gehts denn noch?
Hat unsere Stadtspitze eigentlich nichts anderes zu tun, als nicht vorhandenes Geld unter hohem Risiko auszugeben?
Wie war das noch mit der Einsparung von Stellen und dem Krankenstand der Bediensteten?
Warum kümmert sich unser Oberbürgermeister nicht einfach darum die vorhandenen Probleme anzugehen, statt ständig Neue zu schaffen?
11:14
Nochmal: So werden Hartz IV-Bezieher wieder mal mehr zu kommunalen Leibeigenen - es freut sich das Mittelalter. Soweit zum Thema verfassungswidriger Umstände, die sich unsere Regierung zum Nachteil der Arbeitslosen schuf.
11:11
Und so werden Hartz IV-Bezieher wieder mal mehr zu kommunalen Leibeigenen.