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Arbeitsagentur-Chef gegen Strafgeld

08.10.2012 | 00:07 Uhr

Der Chef der Essener Arbeitsagentur, Torsten Withake, lehnt eine Strafabgabe für Unternehmen, die nicht ausbilden, ab: „Ich bin dagegen, dass man die Unternehmen weiter belastet“. Stattdessen sprach er sich für Ausbildungsanreize aus. Das müsse kein Geld sein, so Withake. Er schlägt beispielsweise eine öffentliche Anerkennung für Betriebe vor, die über Bedarf ausbilden.

Die rot-grüne Landesregierung will laut Koalitionsvertrag eine solche Zwangsabgabe prüfen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßt diesen Plan. Die IHK in Essen lehnt eine Strafzahlung jedoch vehement ab.

Aus Sicht von Withake wird es für Firmen in den nächsten Jahren wegen der geburtenschwachen Jahrgänge ohnehin immer schwieriger, ihren Fachkräftebedarf zu decken. „Die Situation am Markt verändert sich.“

Dennoch wird es auch in diesem Jahr wieder Jugendliche geben, die keine Lehrstelle gefunden haben. Withake geht davon aus, dass es etwa so viele sind, wie im vergangenen Jahr, als rund 80 junge Leute ohne Ausbildungsplatz dastanden.

Andererseits wird dieses Jahr auch eine hohe Zahl an Lehrstellen frei bleiben, weil die Unternehmen keine geeigneten Bewerber finden. Entsprechende Klagen gibt es seit Jahren aus der Kreishandwerkerschaft und der IHK. Withake appelliert an die Unternehmen, Bewerbern eine Chance zu geben, die auf der ersten Blick vielleicht nicht passen.

Seit Jahren unverändert hoch ist die Zahl der Ausbildungsabbrecher. Etwa jeder fünfte wirft vorzeitig das Handtuch. „Das bekommen wir nicht in den Griff“, räumt Withake ein. Vor allem bei Jugendlichen, die nicht die Berufsberatung nutzen, sei die Abbrecherquote hoch. Withake setzt hier vor allem auf die Schulen, die ihren Schülern eine bessere Berufsorientierung bieten sollten. Viele Ansätze gebe es bereits. „Aber auch die Schulen können nicht alle Probleme lösen“, meint Withake mit Blick aufs Elternhaus.

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