Arbeiten auf der A40 – die heißeste Baustelle Essens

Auf der A 40 in Essen-Frillendorf wird neuer Asphalt verlegt. Bei Temperaturen um die 40 Grad ist das kein Zuckerschlecken.
Auf der A 40 in Essen-Frillendorf wird neuer Asphalt verlegt. Bei Temperaturen um die 40 Grad ist das kein Zuckerschlecken.
Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Auf der A40 in Essen-Frillendorf verlegen Straßenbauer eine neue Fahrbahndecke. Bei Außentemperaturen um die 40 Grad ist das ein Knochenjob.

Essen.. Der Mann am Steuer des schwarzen Geländewagens hat einen dicken Hals. „Das staubt wie sau. Meine Nachbarn haben den Kaffee auf. Ein bisschen Wässern würde nicht schaden“, schimpft er und fährt die Seitenscheibe seines SUVs wieder hoch. „Ist angekommen“, antwortet Frank Theissing und lächelt. „Ich sage der Bauleitung Bescheid.“ Der Projektleiter vom Landesbetrieb Straßen NRW muss in diesen heißen Tagen schon mal als Blitzableiter herhalten. Seit Wochen ist die A40 in Frillendorf eine Baustelle. Die alten Lärmschutzwände und auch die Fahrbahn werden erneut. Es ist dreckig, es ist laut. Da liegen die Nerven schon mal blank. Wen wundert’s bei dieser Hitze?

Um so mehr erstaunt, mit welch’ stoischer Ruhe die Straßenbauer ihren Job erledigen. Seit Mittwoch haben sie auf der Trasse in Fahrtrichtung Bochum freie Bahn, für den Durchgangsverkehr ist die A40 zwischen dem Autobahnkreuz Essen-Ost und der Anschlussstelle Gelsenkirchen gesperrt. Bis zu 15 Zentimeter tief haben sie den Asphalt abgefräst. Nun tragen sie die Bindeschicht auf, die den neuen, lärmdämmenden Asphalt tragen wird. Kipplaster füttern den so genannten Fertiger. Die wuchtige Maschine macht daraus einen schwarzen Teppich. „Das Material ist bis zu 180 Grad heiß“, erläutert Frank Theissing. So sieht also der Vorhof zur Hölle aus.

Bis Mitte der Woche muss die A40 fertig sein

Die Arbeiter tragen Schuhe mit dicken Sohlen, kurze Hosen und nackte Haut. Bis zu zehn Liter Wasser schwitzt jeder von ihnen während seiner Acht-Stunden-Schicht aus. Nachschub gibt es aus einem Getränkewagen. Die Bauleitung hat vorgesorgt.

Auch Abkühlung von oben wäre willkommen, ist aber nicht erwünscht. „Zum Glück war das heute Nacht nur ein kurzer Schauer“, sagt Theissing. „Sonst könnten wir hier jetzt Däumchen drehen.“ Denn die Bindeschicht muss trocken sein, damit darauf der Gussasphalt verlegt werden kann. Sonst bilden sich darunter Blasen, denn die Deckschicht ist wasserdicht.

Die brütende Hitze dagegen ist eingepreist in den Bauzeitenplan. 12 bis 14 Stunden dauert es, bis der neue Asphalt aushärtet.

Die Anschlussstelle Gelsenkirchen ist bereits in Sicht. Fast vier Kilometer hat der Fertiger im Schritttempo hinter sich gebracht. Bis Mitte der Woche muss die Trasse fertig sein. Dann geht es in Gegenrichtung weiter.