Anwohner in Essen genossen dank A40-Sperrung einen Sommer ohne Lärm
28.09.2012 | 19:09 Uhr 2012-09-28T19:09:00+0200
Essen. Für die Anwohner des Ruhrschnellweges war die Vollsperrung eine Wohltat. „An die ungewöhnliche Ruhe hätten wir uns gewöhnen können“, sagen viele. Nun ist es mit der Ruhe vorbei: Bald ist die Sperrung des A 40-Tunnels zwischen Wasserturm und Stadtmitte Geschichte.
Einen Sommer ohne Auto bahnlärm, das hat das Weigle-Haus seit dem Bau der A 40 noch nie erlebt. „Für uns waren die vergangenen sechs Wochen fantastisch“, sagt Mitarbeiterin Sarah Vecera. Zum ersten Mal habe man im evangelischen Jugendhaus entspannt die Fenster öffnen können, „ohne vom Dauerrauschen Kopfschmerzen zu bekommen“. Auch der Beachvolleyballplatz hinterm Haus wurde von den Jugendlichen intensiv genutzt. Nun ist es mit der Ruhe vorbei: Bald ist die Sperrung des A 40-Tunnels zwischen Wasserturm und Stadtmitte Geschichte.
Drei Brücken mussten saniert, ein Tunnel nachgerüstet, auf gut zehn Kilometern Autobahn Flüsterasphalt auf- und Lärmschutzwände angebracht werden. Jetzt läuft der Verkehr wieder.
Schade findet das Günther Kannengießer. Der ehemalige Seemann lebt schon seit 20 Jahren auf der Hohenburgstraße, die wie die Weiglestraße in unmittelbarer Nachbarschaft zum Ruhrschnellweg liegt. Eigentlich nimmt er den chronischen Lärm und die Geruchsbelästigung durch die stark befahrene Autobahn schon lange nicht mehr wahr. „Wir Menschen sind eben Gewohnheitstiere“, sagt er lakonisch.
Doch dann kam die Sperrung - und die Ruhe. „Dass ich mich mal über Bauarbeiten freuen würde, hätte ich nicht gedacht.“ Für ihn waren die letzten anderthalb Monate „traumhaft“, auch wenn er dafür einen Umweg in Kauf nehmen musste. Denn durch die Arbeiten am Tunnel und den Helbingbrücken war auch die Zufahrt zur Straße teilweise gesperrt.
Ein Kompliment vom Anwohner
Rolf Grand hat von seiner Wohnung aus die Kronprinzenstraße fest im Blick. „Eigentlich“, so der Anwohner der Heinickestraße, „habe ich während der Vollsperrung damit gerechnet, dass sich hier Lkw an Lkw reiht und nichts mehr geht.“ Umso erstaunter war er, als sich alle Prophezeiungen und Befürchtungen auflösten. „Ich bin sehr erleichtert, dass die Planer das so gut hingekriegt haben. Mein Kompliment.“
Gerhard May kann sich dem nur anschließen: „Die Autobahn zu sperren, war genau die richtige Maßnahme. So konnten wir im Viertel mal Durchatmen.“ Ein Zustand, an den er sich durchaus gewöhnen könnte. „Aber man kann ja nicht alles haben.“ Er sei nur froh, dass StraßenNRW keine zweijährige Dauerbaustelle vor seiner Wohnungstür geplant habe.
Arbeiten mit großem Interesse verfolgt
Baulärm, der Tag und Nacht andauert, hat Alexander Niedziolka erwartet. Und dann blieb es doch ungewöhnlich ruhig. Er wohnt auf der Weiglestraße und verfolgt den Fortgang der Arbeiten mit großem Interesse. „Eigentlich habe ich auch damit gerechnet, dass die Bauarbeiten mal wieder viel länger andauern als geplant“, ist er überrascht.
Dass er zu Stoßzeiten öfter mal auf den Umleitungsstrecken im Stau stand, trägt er mit Fassung: „Im Revier ist das eben so.“

16:46
Vor knapp 4 Wochen hab ich ne Sendung im TV gesehen, da waren aber ganz andere Töne zu hören. Von unerträglichem Baulärm bis nach Mitternacht war dort die Rede. Und von Scheinwerfern die so hell waren dass keine Vorhänge das Licht zurückhalten konnten... Scheint sich ja dann noch gebessert zu haben.
14:26
Man kann es auch anders ausdrücken: Autobahnen machen lärm und sind mangelhaft gegen Lärm gedämmt! :-P Ihr Klugscheisser...nur weil ihr woanders geboren seit ,müsst ihr andere nicht gleich runtermachen! Aber so ist sie ,unsere asoziale Gesellschaft.Ich freue mich schon wieder auf Montag Morgen.Wenn ich euch Penner wieder (IHR) mit 79km auf der Autobahn überhole.Fahrt doch besser Bahn.Dann haben wir ,die normal fahren endlich die Bahn für uns!
08:30
Natürlich gibt es preiswerte Wohnungen jenseits der A40_ An der A42 und woanders im Essener Norden, an der B224 usf. Tolle Alternativen.
23:38
Das sind ja super schlaue Vorschläge.
Aber schon mal überlegt, dass es Menschen gibt, die dort schon wohnten, bevor die Autobahn kam (und das ist im übrigen nicht nur an der A40 so)??
Und schon mal überlegt, dass es Menschen gibt, die sich keinen Umzug und/oder Wohnraum in einer chicen und ruhigen Wohngegend leisten können??
Umziehen ist die einzige Antwort, wenn man sich in seinem Umfeld nicht wohl fühlt. Wer seit ca. 1952 dort wohnt und als Erwachsener bewusst den ganzen Ausbau der Autobahn miterlebt hat, na der braucht ja nicht mehr lange bis zum Altenheim (im Grünen).
Dass ein Umzug Geld kostet, hab ich echt nicht gewusst,,, *Sarkasmus-Modus-aus*. Aber es gibt schon schöne Wohnungen, die fertig renoviert und gar nicht so teuer sind. Und mit ein paar netten Bekannten, die beim Umzug helfen wird auch das zu bewältigen sein.
Chice Wohngegend muss es ja gar nicht sein. Aber die zentrale Innenstadt ist immer teurer und dann muss man halt mit kleiner Geldbörse an der Autobahn wohnen, statt weiter außerhalb, wo es ruhiger ist. Tja PP
18:00
Wenn ich keine lust auf autobahnlärm habe, dann zieh ich erst garnicht an die Autobahn oO oder ziehe dort weg, selber schuld!
13:59
Warum wohnt "man" eigentlich an der Autobahn? Das kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Günstige Wohnungen gibt es sicher auch weiter außerhalb.