Antrittsbesuch von OB Katzor in Kettwig

WAZ, 14. Januar 1975. Zum offiziellen Antrittsbesuch trifft Oberbürgermeister Horst Katzor in Kettwig bei seinem früheren Amtskollegen Albert Fiedler ein, der sich seit nun zwei Wochen allerdings nur noch Bürgermeister a.D. (außer Dienst) nennen darf. Zum 1. Januar 1975 war die kommunale Neugliederung in Kraft getreten, die Kettwig nach Essen eingemeindete - gegen den erbitterten Widerstand der meisten Kettwiger Bürger und der Stadtspitze. Sicher nicht zur Freude von Katzor, ließ Fiedler „seinen“ OB wissen, es bleibe bei der Verfassungsbeschwerde Kettwigs gegen die Eingemeindung. Diese sei „kein Prozess um des Streits willen“, sondern geschehe „aus grundlegender Überzeugung“. so Fiedler. Der NRW-Verfassungsgerichtshof schmetterte das Ansinnen allerdings später ab.

Um guten Willen zu demonstrieren, sagt Katzor zu, noch im Januar würden Essener Ratsausschüsse zur Begrüßung in Kettwig tagen. Auch solle die in Kettwig verhasste neue Postleitzahl - 4300 Essen 18 - vorerst von der Stadtverwaltung noch nicht verwendet werden. Der OB selbst will den neuen „Bürgerausschuss“ konstituieren. Er soll wie der aufgelöste Kettwiger Rat 33 Mitglieder haben, und zwar 17 von der SPD, 14 von der CDU und zwei von der FDP.