Anstoß für ein eigenständiges Leben

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Rüttenscheid..  Mariusz strahlt übers ganze Gesicht, während Gruppenleiterin und Sozialpädagogin Janina Schopp die offiziellen Eröffnungsreden in Gebärdensprache übersetzt: Von einem selbstbestimmten Leben ist da die Rede, mehr Freiheit und eigenen großen Zimmern, von sozialer Benachteiligung und Chancengleichheit.

An der Alfredstraße 15 eröffnete das Essener Diakoniewerk gestern eine neue Außenwohngruppe für hörgeschädigte Jugendliche. Sie lebten zuvor überwiegend im Jugendhilfezentrum für Hörgeschädigte in Bergerhausen. „Uns hat bislang eine Einrichtung für den Übergang zwischen Jugend und Erwachsenenleben gefehlt. In Bergerhausen ist die Altersstruktur sehr gemischt. In dieser neuen Gruppe mit sieben Einzelzimmern sind alle Jugendlichen volljährig, können lernen, eigenständig zu leben“, erklärte Geschäftsbereichsleiter Jörg Lehmann.

„Kickoff“ heißt die Außenwohngruppe, was übersetzt so viel wie Anstoß heißt. Bei diesem Anstoß ins eigene Leben hilft ein gebärdesprachgeschultes Mitarbeiterteam. Auch das Haus selbst wurde mit Hilfe der Sparkassenstiftung und Aktion Mensch für die Bedürfnisse seiner neuen Bewohner umgebaut. So wurden beispielsweise sogenannte Lichtklingeln in den Zimmern installiert, die statt eines akustischen Signals helle Lichtblitze abgeben. Zuvor war in den Räumen eine Jungengruppe mit intensivpädagogischer Betreuung des Diakoniewerks untergebracht, die nach Überruhr umgezogen ist.