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Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag

04.08.2009 | 20:51 Uhr
Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag

Essen. 70 Jahre nach dem Bau des Georg-Melches-Stadions weicht der bröckelnde Bau einem neuen Rund für 32 Millionen Euro. Am Samstag wird OB Wolfgang Reiniger um zwölf und damit zwei Stunden vor dem Saisonauftakt gegen die Kicker aus Kaiserslautern das Projekt auf den Weg bringen.

Es sind ja nur 100 Meter. Gerade mal eine Fußballplatzlänge in Richtung Nordwesten, dort, wo ein kleiner Weg samt Grünstreifen zwei Trainingsplätze trennt. Hier werden sie für Samstag ein bisschen Bodenaushub hinschütten, werden Rollrasen legen und im Zentrum mit dem Kreidewägelchen drüberfahren, denn dieser Ort markiert, nun ja, nichts weniger als den neuen Mittelpunkt der rot-weißen Essener Fußballwelt.

Es ist der Anstoßpunkt des neuen und damit der Anfang vom Ende des alten Georg-Melches-Stadions, das fast auf den Tag genau vor 70 Jahren, am 13. August 1939, eingeweiht wurde. Das Vorzeigestadion von einst, mehrfach an- und umgebaut, ist längst zur maroden Sport-Immobilie verkommen und zur Lachnummer obendrein, weil die baufällige Westkurve nicht ersetzt wurde. Ein Stadion-Hufeisen, das kein Glück brachte.

Die Anläufe für einen Neubau waren zahlreich und samt und sonders vergeblich. Manchem kommt es da wie ein Treppenwitz vor, dass ausgerechnet nach einer verkorksten Viertliga-Saison anno 2009 der gordische Knoten durchschlagen ist: Auf NRZ-Anfrage bestätigte am Dienstag Sport-Dezernent und Stadtdirektor Christian Hülsmann, dass auch die letzte vom Rat gestellte Bedingung erfüllt ist – die rechtsverbindliche Zusage für Sponsorenmittel in Höhe von sieben Millionen Euro.

Sponsorenmittel in Höhe von sieben Millionen Euro

Fünf Millionen sagt – wie berichtet – die Sparkasse Essen zu, weitere zwei Millionen kommen von RWE Rhein-Ruhr. Verbunden ist damit ein ganzes Paket von Werbemaßnahmen, das von unabhängigen Fachleuten noch auf seine Werthaltigkeit geprüft wird. Aus dem städtischen Etat fließt in diesem Jahr nur ein recht kleiner Betrag, der Löwenanteil des Eigenanteils von gut 24 Millionen Euro wird 2010 fällig.

Weitere private Geldgeber stehen zur Zeit nicht auf der Matte: „Wir haben mit Blick auf die Wirtschaftslage keinen aktuellen Versuch unternommen, Sponsoren zu finden, weil wir auch nichts unter Wert verscherbeln wollen”, sagt Hülsmann. Er hegt gleichwohl immer noch die Hoffnung, „dass zu einem späteren Zeitpunkt von Evonik noch mal was kommt”. Das Unternehmen habe seine Millionenzusage ja nur auf Eis gelegt.

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Andererseits: „Wir wollen jetzt auch erstmal was vorzeigen. Ich bin sicher, dass da mancher seine Zurückhaltung aufgibt, wenn er sieht: Die Stadt meint es ernst mit dem Stadion.” Davon sollen sich auch die Fans überzeugen können, wenn am Samstag um zwölf und damit zwei Stunden vor dem Saisonauftakt gegen die Kicker aus Kaiserslautern der Anstoß fürs neue, 32 Millionen Euro teure Stadion erfolgt. Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger, selbst eingeschriebenes RWE-Mitglied, wird das Projekt als letztes großes Vorhaben seiner in ein paar Wochen auslaufenden Amtszeit auf den Weg bringen.

In ein paar Wochen wird dann mit großem Gerät ein Teil der Nordtribüne abgerissen, um für die komplette Bauzeit eine klare Trennung herbeiführen zu können: Hüben wird gespielt, drüben gebaut.

Von da an liegt es in erster Linie an Rot-Weiss Essen, auch sportlich das Stadionprojekt zu rechtfertigen und zu diesem Behufe das Runde so oft wie möglich ins Eckige des sportlichen Gegners zu platzieren. Könnte klappen.

Es sind ja nur 100 Meter.

Wolfgang Kintscher

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Kommentare
08.08.2009
19:16
Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag
von RWE_forever | #44

Nun was den biertrinkenden, pöbelnden Fan aus der Unterschicht betrifft bin ich der Meinung, dass bei RWE die Anzahl dieser Fans im Verhältnis zur Zuschauerzahl nicht größer ist als in anderen (besonders) NRW-Stadien, im Gegenteil.
Nur ein Beispiel:
Ich kenne ein paar Leute die Fan von Alemannia Aachen sind. Vor 5 Jahre gab es ein DFB-Pokalspiel RWE gegen Aachen. Die Alemannia-Fans waren von der guten Stimmung und dem friedlichen Ablauf vor und nach dem Spiel angetan.
Auch sie hatten vorher mit Ausschreitungen, Pöbeleien etc. gerechnet. Als Aachen dann vor ein paar Jahren in der Bundesliga spielte und ein Auswärtspiel in GE hatte waren diese Fans entsetzt über die große Anzahl von Leuten die hier so schön mit einem Fremdwort beschrieben werden und waren froh da heil rausgekommen zu sein. Der einhellige Tenor war: NICHT NOCH EINMAL, DAS MÜSSEN WIR NICHT HABEN.
Soviel zu diesem Thema.

07.08.2009
19:01
Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag
von erboster buerger | #43

@#42 N.Meyer und alle anderen Stadionfreunde , viel Mühe haben Sie sich ja gemacht. Den zentralen Punkthaben Sie aber nicht getroffen. Ein Verein der eine Sportart betreibt die vor allem für biertrinkende Prekarierer attartiv ist (dies ist ein Zitat aus diesem Forum), hat keinen Anspruch auf Steuergelder bevor er wenigstens unter Beweis stellt, dass er seine Sportart beherrscht, wovon rwe weit entfernt ist. Was den Vergleich mit Düsseldorf angeht nur soviel: Düsseldorf ist schudenfrei, Essen ist insolvent!

06.08.2009
15:33
Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag
von N.Meyer | #42

@ #32 Erboster Bürger und andere:

Sie können sich mit dem Thema bisher nicht wirklich intensiv befasst haben. Anderenfalls wüssten Sie, dass Ihre Aussagen mit sehr viel Polemik versetzt sind und auf groben Fehlinformationen basieren. Ich denke mal, dies war keine Absicht.
Deshalb nochmals (!) ein Versuch der Richtigstellung. Die Mär, dass wegen des Stadionneubaus gleichzeitig kein Geld für Kindergärten, Schulen Straßen und andere sinnvolle öffentlichen Aufgaben vorhanden ist, ist hier schon zig mal widerlegt worden. (Was sind übrigens sinnvolle Aufgaben? - ist das nicht vom individuellen Blickwinkel des Betrachters abhängig?)

Auch in der WAZ/NRZ sind/waren hinreichend Fakten zu diesem Thema zu erfahren. Ein paar Beispiele, um die Zahl 24 Mio. Euro (einmaliger Anteil der Stadt Essen, verteilt auf 3 Jahre!) für das Stadion in ein Verhältnis zu setzen:

In den letzten 10 Jahren hat die Stadt Essen fast 300 Mio. EURO in den Erhalt und die Sanierung von Schulen gesteckt. Nahezu 2/3 der 70 Mio. Euro aus dem Konjunkturpaket II fließen in Schulen und Kindergärten. Von dem Rest wird und soll viel in Sportstätten für den Breitensport investiert werden – nichts davon fließt in das Stadionprojekt, macht es nur einfacher. (@ Schriftsetzer)
Das Konjunkturpaket II kommt wohlgemerkt zu den üblichen Aufwendungen für Kindergärten, Schulen, und andere sinnvolle öffentlichen Aufgaben (noch mal: was immer das dann auch ist?) hinzu. Auch weiterhin gibt es also große Etatpositionen für diese zugegebenermaßen wichtigen Fragen. Man muss aber wirklich mal die Kirche im Dorf lassen. Wir reden hier über einmalig (!) 24 Mio. Euro, die die Stadt nach Jahrzehnten Untätigkeit (!) für ein neues Stadion für Essen ausgibt. Auch solche Investitionen gehören zu einer ausgewogenen städtischen Infrastruktur und damit zu den sinnvollen Aufgaben in einer Stadt, wie ich finde. Man sollte außerdem bedenken, dass das vorhandene Stadion jährlich ca. 500.000 Euro an Reparatur- und Sanierungsleistungen verbraucht, ohne dass die Substanz damit erhalten werden kann. So stehen -laut Gutachten- in den nächsten 2-3 Jahren 10-15 Mio. Euro für grundlegende Sanierungsmaßnahmen des alten Stadions an. Auf Grund dieser Tatsachen hat man sich lieber für eine neue Lösung entschieden, mit der zumindest die Chance auf Rendite besteht, man einen Schandfleck im Stadtbild los wird und die Betriebskosten letztlich sogar niedriger Ausfallen werden als beim alten Stadion. Satt man das Geld in hoffnungslose Erhaltungsmaßnahmen steckt und das schöne Geld so unwiederbringlich versickert, hat man sich für ein zukunftsträchtiges Projekt entscheiden. Und nein, die Stadt kann das Stadion nicht einfach ersatzlos schließen. Die Stadt ist zur Bereitstellung einer tauglichen Spielstätte offensichtlich verpflichtet. Herr Hülsmann hat darauf in der Ratsitzung im März hingewiesen und dies wurde auch überfraktionell bestätigt.

Aber weiter mit den Zahlen und den Verhältnismäßigkeiten:
Die Theater und Philharmonie GmbH (TuP) bekommt von der Stadt jährlich (!) Mittel von 42,7 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Was dazu wohl die Kinder sagen, die in der Regel nicht so oft das Theater oder die Konzerte in der Philharmonie besuchen? (sorry, aber der musste dann mal sein). Das neue Folkwang Museum wird der Stadt jährlich fast 4 Mio. zusätzliche (!) Kosten einbringen. Damit liegt der Etat des Folkwang bei ca. 8 Mio. Euro jährlich! Dazu gab es übrigens nicht einen einzigen Kommentar bei der westen.de. – hätte es nicht auch das alte Folkwang getan? – so müsste man wohl dann auch argumentieren!? Die Wohngeldzuschüsse der Stadt für Hartz IV-Empfänger belaufen sich jährlich auf 123 Mio. Euro, der Sozialetat liegt jährlich bei 277 Mio. Euro. Und nein, ich möchte hier nicht die TuP GmbH, Hartz IV-Empfänger oder andere Ausgaben gegen das Stadionprojekt ausspielen, sondern nur die Zahlen in Verhältnisse setzen! Auch diese Ausgaben sind nötig.

Übrigens sind die Aufwendungen für das neues Essener Stadion wirklich mit großem Augenmaß und eher bescheiden ausgefallen. Um auch hier mal wieder ein Verhältnis zu setzen: in Düsseldorf wurde unter anderem für einen damaligen 4.-Ligisten namens Fortuna Düsseldorf eine Arena im Wert von über 200 Mio. Euro erbaut. Dagegen kann man den Verantwortlichen in Essen Augenmaß attestieren – manche würden es auch als geizig ansehen. ;-)

Man könnte ewig weitere Beispiele und Vergleiche nennen ...
Vielleicht können diese Ausführungen etwas bei einer sachlichen Diskussion helfen. Allein der Glaube fehlt mir daran. ;-)

06.08.2009
14:53
Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag
von Gregor F. | #41

jezt mal ganz im ernst liebe herren der politik hier in essen , wofür brauch ein verein der in dieser liga spielt so ein neues stadion ? wenn es nach leistung gehen würde , würden die essener nur noch auf enien platz wie den vom altenessen 18 spielen !
es kann nicht sein das die stadt essen 24 mio. euro in solch einen verein steckt der eh keine aussichten auf eine höhere liga hat da er durch inkompetenz des vorstandes und der vereinsführung immer und immer wieder in ein tiefes loch fällt . gebt die 24 mio. lieber den kindern oder jugendlichen denn das ist unsere zukunft !!!
grüße gregor

06.08.2009
02:39
Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag
von blaueseele | #40

Stimmt es das Strunz sich mal 40.000 Dublonen eingestrichen hat???(Aktuelle Stunde Wdr am 5.8.09)

06.08.2009
00:09
Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag
von rwe86 | #39

ICh kriege ein anfall wenn ich lese : die armen essener steuerzahler müssen alles zahlen für den scheiss RWE bla bla.
Was meint ihr eigentlich wer ihr seit und wieviel steuern ihr bezahlt.
Seite jahren wird in jeden scheiss geld investiert nur in ein stadion nicht das ist lächerlich.
Regt euch doch mal auf über sachen wo vorher millionen verpulvert wurden Saalbau Philharmonie Volkwang museum. Wie viele ESSENER bürger gehen den dahin ? ? ? Mit sicherheit so gut wie keiner von euch aber übers stadion aufregen.
Sonntag werdet ihr schon lesen wieso RWE das Stadion kriegt!!!!

05.08.2009
23:34
Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag
von wedau1 | #38

#1 nullacht
Aus welchem Heim postest Du denn? Als Duis-
burger hast Du im alten Wedau-Stadion wohl in
der Nordkurve gestanden und von dem, was vor
dem Süd-Tor passierte, eh nichts mitbekommen.
Wenn Du nicht für Fußball, sondern für alte Sta-
dien schwärmst, empfehle ich Dir das Colosse-
um in Rom. Die Stimmung in den neuen, reinen
Fußballstadien ist gerade auch bei niedrigeren
Zuschauerzahlen viel besser.

05.08.2009
22:21
Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag
von tueppitipp | #37

Na, da isset doch!
Danke CDU!
Danke Herr Dr. Reiniger!
Danke Herr Hülsmann!
Danke Herr Strunz!
... un jetz ran anne Bulletten un rein inne dritte Lija!
Damit die Jungs auch watt wegen dat Prekariat zu schreiben haben! So richtigje Arjumente hamnse ja sons nich!
GLÜCK AUF!
und ... nur der RWE!
... un bis Samstach auffe NORD!!

05.08.2009
21:55
Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag
von rwemattes | #36

@d.duck. Zugegeben, Eile ist kein guter Ratgeber beim Schreiben. :-)
Aber Sie wissen, was gemeint ist. Es sollen nicht alle Leute mit einigen Problemfällen in unserer Gesellschaft gleichgestellt werden, um ein solches Projekt zu verunglimpfen.

05.08.2009
21:38
Anstoß für das neue RWE-Stadion am Samstag
von d.duck | #35

hallo rwemattes: Ihre Rechtschreibung stützt allerdings eher die Prekariatsthese.

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