Anklage - Homosexuellen ausgeraubt und vergewaltigt
16.02.2012 | 17:19 Uhr 2012-02-16T17:19:00+0100
Essen. Einen netten Abend dürfte sich der Homosexuelle versprochen haben. Aber der Sex-Partner, den er zu sich nach Hause in Stoppenberg einlud, soll ihn vergewaltigt und ausgeraubt haben. Vor der XVII. Strafkammer muss sich seit Donnerstag ein 30-Jähriger aus Düsseldorf verantworten. Er bestreitet die Vorwürfe.
Am 9.Oktober hatten sich ein Essener und ein 30-jähriger Düsseldorfer in einem Homosexuellen-Chat auf RTL kennen gelernt. Ein Live-Treffen wünschte der Essener, der Türke aus Düsseldorf pries sich als „Südländer, braune Haare, braune Augen“ an. Kurz danach, um 0.30 Uhr tauchte er an der Tür auf. „Ich fuhr über die Autobahn zu ihm nach Essen-Stolperberg“, bereicherte der Angeklagte die Vielfalt Essener Stadtteile um einen weiteren.
Laut Anklage verweigerte der Essener ihm aber den Zutritt, weil „er vom optischen Erscheinungsbild des Angeklagten enttäuscht war“. Der 30-Jährige soll die Tür aber aufgedrückt und die Wohnung direkt nach Gegenständen durchsucht haben, die er stehlen wollte. Der körperlich unterlegene Besitzer des Diebesgutes soll sich dagegen nicht gewehrt haben.
Messer an den Hals
Er soll aber versucht haben, die Polizei über Handy anzurufen. Als der Angeklagte das bemerkte, hätte dieser ihm ein Küchenmesser an den Hals gedrückt und ihn zu sexuellen Handlungen gezwungen. Danach sei er gegangen. Allerdings mit zwei Handys und einer Musikanlage, außerdem hätte er noch den Pkw mitgenommen, der dem Lebensgefährten des Esseners gehörte.
Der Angeklagte sagt, alles sei freiwillig gewesen. Er hätte damals als „Toni“ gechattet und sei einfach neugierig gewesen. Ohne Führerschein, so räumt er ein, sei er von Düsseldorf nach Essen gefahren. In der Wohnung hätten sie zunächst gemeinsam Marihuana geraucht. Der Mann hätte ihn dann „befummelt“ und ihn sehr intensiv bedrängt. „Ich ekelte mich, da musste ich gehen“, erzählt er. Bei der Polizei hatte er dagegen von freiwilligen sexuellen Handlungen berichtet. Richterin Gabriele Jürgensen hält ihm vor, dass er in der früheren Vernehmung auch von seiner „Idee, den Mann abzuziehen“ gesprochen hätte. Aber das will der Angeklagte nicht gedacht haben. Den Stoppenberger vernimmt das Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Prozess wird in der nächsten Woche fortgesetzt.