Angestaubtes aus der Klamottenkiste

Es gibt Stücke, da schwant einem schon beim Titel Übles: „Opa ist die beste Oma”, das im Theater im Rathaus Premiere feierte bietet nur angestaubtes Boulevard-Theater aus der Klamottenkiste.

Originalität scheint Lydia Fox ein Fremdwort zu sein. Denn die Idee des Stücks – Mann verkleidet sich als Frau und erzeugt Turbulenzen – ist schon oft umgesetzt worden, die Klassiker: „Charleys Tante” oder „Mrs. Doubtfire”. Gerade diese muss es der britischen Autorin angetan haben, denn sie übernimmt nicht nur die Idee des Geschlechtertauschs, sondern auch weite Teile der Handlung.

Statt des geschiedenen Ehemanns, der in die Rolle der Nanny schlüpft, um seine Kinder häufiger sehen zu können, ist es nun der Opa der Teenie-Tochter Kathy, der zum Kindermädchen wird. Der Großvater war überraschend aus einem jahrelangen Indien-Aufenthalt zurückgekehrt. George bietet an, für Kathy da zu sein. Das Mädchen ist begeistert, plötzlich einen Opa zu haben, Mama dagegen möchte nicht, dass er als für ihre Tochter völlig Fremder auf sie aufpasst.

Folgerichtig beauftragt sie eine Au-Pair-Agentur, um jemanden zu finden, der als völlig Fremder auf ihre Tochter aufpasst. Um ihren Opa nicht gleich wieder zu verlieren, überredet sie ihn, sich ein Kleid und eine Perücke überstülpen und so zu tun, als sei er die neue Aufpasserin. Und natürlich fällt Liz diese plumpe Verkleidung nicht auf.

Als Zuschauer reibt man sich da verwundert die Augen, denn Gernot Endemann tut wenig, um die Verwandlung von George zu Georgina glaubwürdig zu gestalten. Im Gegenteil: Er übertreibt in Mimik und Gestik maßlos, fuchtelt mit dem Armen und redet mit einer Stimme, die eher wie ein kaputter Roboter klingt als wie eine ältere Dame. Auch Uta Krüger als freche Teenie-Göre und Nadine Arents als sexy Mama bleiben schablonenhaft. Letztere wird von Regisseur Florian Battermann gar genötigt, fast die ganze Zeit über in Kleid und Stöckelschuhen durch die eigene Wohnung zu laufen. Damit wirkt sie, als sei sie einem Werbespot aus den 50er-Jahren entsprungen.

Dazu passt allerdings, dass auch viele Gags und Kalauer ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben dürften. Das reicht höchstens für ein paar Lacher.