Angekettete Kiste über der A 52 in Essen irritiert Passanten

Die angekettete Kiste auf der Brücke „ist so gesichert, dass sie keine Gefahr für den fließenden Verkehr ist“, sagtAndré Paul vom Landesbetrieb Straßen NRW. Das Foto hat uns Kamil Richter geschickt.
Die angekettete Kiste auf der Brücke „ist so gesichert, dass sie keine Gefahr für den fließenden Verkehr ist“, sagtAndré Paul vom Landesbetrieb Straßen NRW. Das Foto hat uns Kamil Richter geschickt.
Was wir bereits wissen
Etliche Bürger haben der Polizei Essen diese Woche ein unbekanntes Objekt über der Autobahn 52 gemeldet. Ein Verkehrsingenieur von Straßen NRW erklärt den „Ausnahmefall“.

Essen.. Als Kamil Richter aus Bergerhausen am Dienstag die Werrastraße entlang ging, bemerkte er auf der Brücke über der A 52 eine dunkle Kiste. Die verschlossene Box war mit einer Eisenkette und Kabelbindern auf dem Handlauf des Brückengeländers befestigt. So etwas hatte Richter noch nie gesehen. Er fotografierte den angeketteten Kasten und schickte uns das Foto über die Facebook-Seite der WAZ-Lokalredaktion Essen: „Könnt Ihr mir sagen, was es damit auf sich hat?“

Verkehrszählung: Pro Fahrstreifen muss ein Mensch zählen

Der 31-Jährige ist nicht der einzige Passant, den die Kiste vor ein Rätsel stellte: Zahlreiche Bürger meldeten der Polizei das unbekannte Objekt auf der Brücke.

Was es ist, weiß André Paul. Der Verkehrsingenieur ist beim Landesbetrieb Straßen NRW mit der Verkehrszählung beschäftigt, die das Bundesverkehrsministerium alle fünf Jahre durchführen lässt. Diese läuft seit Mitte April. Beauftragte Ingenieurbüros setzen meist „manuelle Zähler“ – Menschen – ein: pro Fahrspur einen, so ist’s Vorschrift.

Den Verkehr auf der A 52 in Bergerhausen müssten also sechs Mitarbeiter jeweils 28 Stunden mit Papier und Bleistift dokumentieren. Da ihr Ergebnis repräsentative Grundlage einer Hochrechnung ist, dürfen sie den Verkehr nur an bestimmten Tagen zählen. „Am Dienstag nach Pfingsten zum Beispiel nicht“, sagt Paul, „das würde das Ergebnis verzerren, weil weniger Pendler unterwegs sind.“

„Absoluter Ausnahmefall“: Kamera statt Mensch

Das Problem: Nicht immer ist an den „Zähltagen“ ausreichend Personal zur Stelle. „In solch einem absoluten Ausnahmefall wird der Verkehr gefilmt“, erklärt André Paul. In der Kiste auf der Brücke steckt also eine einfache Kamera. „Sie kann keine Geschwindigkeit messen und keine Kennzeichen erfassen“, versichert Paul.

Das Ergebnis der „Verkehrszählung 2015“ wird übrigens Ende 2016 veröffentlicht. Nach der Hochrechnung 2010 waren auf dem Abschnitt unter der A-52-Brücke übrigens täglich 54 800 Kraftfahrzeuge unterwegs.

Und so zählte 2013 die Stadt Essen: Das sind die 203 meistbefahrenen Straßen der Stadt Essen - von 203 bis 1: