Anderthalb Stunden zu spät auf der Bühne

Das Theater im Rathaus Essen (Porscheplatz 1) zeigt die Komödie von Gérald Sibleyras und Jean Dell „Anderthalb Stunden zu spät“. Auf der Bühne stehen die Publikumslieblinge Herbert Herrmann und Nora von Colland.

Sie spielen das Paar Pierre und Laurence, das seit 25 Jahren miteinander verheiratet ist. An dem Tag sind sie zum Essen bei Freunden eingeladen. Pierre ist lange fertig. Frauen brauchen etwas länger, um sich zurecht zu machen. Nach einer Viertelstunde wird er ungeduldig, langsam könnte Laurence endlich fertig werden. Doch dann die Überraschung: Im letzten Moment beschließt sie, dass sie keine Lust mehr hat, mitzukommen. Sie will zu Hause bleiben und zwar mit ihm. Sie hat etwas anders vor! Endlich mal reden heißt ihr Anliegen. Über sich, ihn, die Kinder und über ihre Beziehung.

Aber vor allem möchte Laurence über die vielen gemeinsamen Jahre reden und über das, was vor ihnen liegt. Der Ruhestand steht vor Tür. Was passiert dann mit der neu gewonnenen Zeit, wird sich in der Beziehung etwas ändern?

Auf sehr humorvolle Weise sezieren die Autoren die Wünsche und Nöte dieses liebevollen „Vorruhestandpaares“. Je länger das Gespräch der beiden dauert, desto emotionaler und bewegender wird es. Aber natürlich ist dieser Blick auf die zurückliegenden Jahre und die Jahre, die noch kommen, gewürzt mit Ironie und zahlreichen Pointen.

Die französische Komödie, das Stück des Autorenduos Gérard Sibleyras und Jean Dell (der übrigens als Schauspieler unlängst mit Nicole Kidman vor der Kamera stand), ist in ihrem Heimatland in beinahe jedem Theater bereits gespielt worden.