An 22 Stellen stehen heute Blitzer

Auf 109 Stundenkilometer brachte es ein Fahrer auf der Wuppertaler Straße, wo 70 km/h erlaubt sind. Mit diesem Tempo war er Spitzenreiter beim Blitzmarathon im September. Heute Morgen ist die Kontrollaktion zum achten Mal gestartet. Die Polizei kontrolliert in der Zeit von sechs Uhr morgens bis um Mitternacht das Tempo an 22 Stellen im Essener Stadtgebiet: an der Bochumer Landstraße, Krayer Straße, Friedrich-Ebert-Straße, Schützenbahn, Rosastraße, Franziskastraße, Graf-Zeppelin-Straße, Heisinger Straße (zwischen Elsaßstraße und Ostpreußenstraße), Helenenstraße (in Fahrtrichtung Altendorfer Straße), Dellwiger Straße (im Bereich der Schule/ des S-Bahnhofs), Karnaper Straße (im Bereich des Kanals und im Bereich Waldemey), Reuenberg (im Bereich der Schule Zone 30), Zeppelinstraße/ Rembergstraße (Zufahrt zur Schule), Bottroper Straße, Wuppertaler Straße, Heiligenhauser Straße, Am Uhlenkrug, Bonifacitiusstraße, Schloßstraße, Heidhauser Straße, Heisinger Straße, Frillendorfer Straße und Frintroper Straße.

Über die Orte stimmten auch Bürger ab. Vorgegeben hatte die Polizei Straßen, an denen sich immer wieder Verkehrsunfälle mit Verletzten und hohen Sachschäden ereignen oder wo sich Bereiche wie Schulen, Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser befinden. Die Beamten griffen zudem Wutpunkte auf, die Anwohner gemeldet hatten. Besonders häufig stimmten sie für die Friedrich-Ebert-Straße, Rosastraße und Graf-Zeppelin-Straße.

Insgesamt ist die Zahl der Messstellen aber gesunken. 2013 waren es 90, ein Jahr später etwa die Hälfte. Noch im Vorjahr kritisierte etwa FDP-Landtagsabgeordnete Ralf Witzel den vergleichsweise hohen Personaleinsatz und Zeitaufwand, den das Essener Präsidium bei dieser Aktion betreibe. Zeit und Beamte, die so in Bereichen wie dem Wohnungseinbruch fehlten. Und das bei einem Fazit nach sechs Blitzmarathons, das da lautete: 710 Polizeibeamte, rund 5680 Dienststunden und drei bis vier Prozent erwischter Temposünder. Reagiert die Polizei also mit der schrumpfenden Zahl der Messstellen auf die Kritik am Blitzmarathon als Show-Veranstaltung des Innenministers Ralf Jäger? Mitnichten, lautet die Antwort aus dem Präsidium. Die starken Schwankungen seien mit zeitgleich stattfindenden Einsätzen und wichtigeren Schutzaufgaben der Hundertschaft zu begründen. So werden diese Kräfte nicht wie bei früheren Marathons das Tempo messen. Das übernehmen Polizisten aus dem Bezirksdienst oder aus dem Wach- und Wechseldienst.