Am Anfang war der Steenkamp Hof

Borbeck..  Der Kultur-Historische Verein (KHV) Borbeck ist 30 Jahre alt. Dass es ihn gibt, verdankt er einem Bürgerprotest. Dem Steenkamp Hof am Reuenberg drohte seinerzeit der Abriss. Er sollte weiteren Parzellen des Kleingartenvereins weichen. Die Stadt lenkte in dem Streit ein: Sollten die Borbecker einen Verein auf die Beine stellen, der den Hof erhalten wolle, könne er ihn haben. Es war die Geburtsstunde des KHV. Pate stand der Borbecker Bürger- und Verkehrsverein, von dem die Gründungsinitiative kam.

„Früher haben wir gegen den Kleingartenverein gekämpft. Heute stehen alle hinter dem Steenkamp Hof“, sagt KHV-Vorsitzender Jürgen Becker. Der Bauernhof von 1786, der 200 Jahre nach seiner Fertigstellung dem Verein in Erbpacht übertragen wurde, spielte in den drei Jahrzehnten aber stets ein zentrale Rolle beim KHV. Hier wandte sich der Verein 1986 mit der Veranstaltung „Tiere auf dem Bauernhof“ erstmals an die Öffentlichkeit, auch wenn das restaurierte Hofgebäude erst im September 1994 eingeweiht wurde.

Seit 2000 nutzt der Verein die Alte Cuesterey. „Dadurch hat sich unser Aufgabengebiet vergrößert. Wir fördern Kultur im weitesten Sinne“, sagt Jürgen Becker. Dazu gehören jährliche Themenausstellungen. Mal geht es um Lego, mal um Schachspiele, mal um Puppenstuben, mal um Märchen.

30 Jahre Kultur-Historischer Verein Borbeck: Da darf man auch vom 17. bis 31. Januar eine Ausstellung in der Alten Cuesterey über sich selbst machen. Die Mitgliederbriefe („Borbecker Beiträge“) oder die seit 2008 erscheinenden großformatigen Heimatkalender zeugen von der Geschichte des Vereins, der aktuell 142 Mitglieder hat. Auf einer großen Tafel wird die Geschichte des Vereins im Detail erzählt. Mehrere großformatige Bild-Kollagen zeigen Mitwirkende und Besucher der zahlreichen Ausstellungen.

Natürlich dürfen auch Exponaten vom Steenkamp Hof nicht fehlen, dem Ort, wo für den Kultur-Historischen Verein Borbeck vor 30 Jahren alles begann.