Altkleider - Diakoniewerk bittet um Spenden
30.11.2011 | 13:56 Uhr 2011-11-30T13:56:00+0100
Essen.Es ist so etwas wie Sammelwut mit Seele – und ganz viel Herz: 650 Tonnen Altkleider – von der Socke bis zum Sweater – sortierten die Mitarbeiter der Kleiderkammer von Diakonie, Caritas und DRK (Deutsches Rotes Kreuz) im vergangenen Jahr, um am Ende an 246 Öffnungstagen exakt 39.037 Textilien an Menschen in Not weitergegeben zu haben. Wohnungslose und Menschen mit Dach überm Kopf, aber zu wenig Geld in der Tasche sowie eine stark steigende Zahl bedürftiger Familien mit häufig mehr als sechs Kindern deckten sich in der Ausgabe an der Hachestraße mit dem Notwendigsten ein. Komplett kostenlos.
Steigende Nachfrage
Damit der Nachschub mit der steigenden Nachfrage im kommenden Winter Schritt halten kann, und in der Kleiderkammer nicht bald schon tote Hose herrscht, geht die Diakonie pünktlich zu Beginn der kalten Jahreszeit in die Offensive: Ab sofort können die Bürger ihre Altkleider nicht nur in den 40 übers Stadtgebiet verteilten Containern oder in den sieben Essener Diakonie-Läden loswerden. Zusätzlich bietet der Wohlfahrtsverband an, die Textilien nach individueller Terminabsprache an den Haustüren der Spender abzuholen.
Soviel Entgegenkommen hat seinen Grund – alle Jahre wieder und selbst Sankt Martin hat es jüngst nicht ändern können: Einen „akuten Mangel“ gebe es vor allem bei ausreichend warmer Männer- und Kinderbekleidung, sagt Jens Schmalenberg, Betriebsleiter der gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung des Diakoniewerks Essen.
Mehr zu versorgende Eltern mit Kindern
Es soll sich niemand nach der Decke strecken müssen, selbst wenn so einiges über die Theke der Kleiderkammer geht, wie eine interne Statistik zeigt: 1361 Ausgaben mit durchschnittlich sechs Wäschestücken kamen 263 Wohnungslosen zugute. 1176 Familien oder alleinstehende Menschen profitierten von 2667 „Paketen“ mit im Schnitt elf Wäschestücken. Wobei die Zahl der zu versorgenden Eltern mit Kindern um 124 gegenüber dem Vorjahr zulegte, die der Obdachlosen , die vorstellig wurden, aber um 47 sank.
Dass in der Beratungsstelle des Sozialzentrums gleichzeitig mehr Menschen in Wohnungsnot Hilfe suchten, ist dabei nach Auffassung des Diakoniewerks allenfalls auf den ersten Blick ein Widerspruch. Er klärt sich leicht durch eine Entwicklung: Die Klientel von der Straße nutzt das Angebot zusehends besser, die Textilien in den zur Verfügung gestellten Waschmaschinen und Trocknern zu pflegen.
Verantwortungsvoller Umgang mit Spenden
Einen verantwortungsvollen Umgang mit den Spenden verspricht Bernhard Munzel, Sprecher des Diakoniewerks, das seit jeher mit kommerziellen Sammlern konkurrieren muss: Man sei dem Dachverband „FairWertung“ angeschlossen und „alles, was an Kleidung nutzbar ist, bleibt auch im sozialen System“.
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