Alter Bahnhof platzt aus den Fugen

Seit vier Jahren ist die IG Bahnhof, die als gemeinnütziger Verein das Bürger- und Kulturzentrum an der Ruhrtalstraße betreibt, Mitglied der Freien Szene Essen.

Von den anderen Einrichtungen - wie Grend oder Zeche Carl - unterscheidet sie allerdings ein ganz wichtiges Merkmal: Der Alte Bahnhof kommtimmer noch ohne öffentliche Subventionen aus. „Und dabei befinden wir uns nach wie vor zwischen Baum und Borke, sind neben den anderen Anbietern ein Exot“, sagt IG-Vorsitzender Wolfgang Lettow. Denn der Alte Bahnhof steht auf vier tragfähigen Säulen und schreibt schwarze Zahlen. Der Gastronomiebetrieb „3/4 Zehn“, die Kursangebote, der Kulturbetrieb und die Vermietung bilden das große Ganze des Erfolgsmodells, das auch auf viel ehrenamtlichem Engagement beruht. „Diese Vielfältigkeit ist auf jeden Fall ein Vorteil, weil wir dadurch finanziell unabhängig sind und uns gegen andere Einrichtungen abgrenzen, die von Hauptamtlichen betrieben werden,“

Besonders boomt derzeit der Reha-Sport, den die IG Bahnhof noch gar nicht so lang anbietet, „aber wir haben mittlerweile schon mehr als 200 Teilnehmer“, sagt Wolfgang Lettow. Und - „eigentlich müssten wir noch um ein Schwimmbad und auch ein Hotel erweitern.“ Was er natürlich scherzhaft meint, zeigt nur, welch große Resonanz das Angebot findet.

Und auch bei der Auswahl des Kulturprogramms scheint die IG Bahnhof mehr und mehr ein glückliches Händchen zu haben. Beispiel: Am vergangenen Wochenende war Purple Schulz im Saal des Alten Bahnhofes zu Gast - und „bereits nach dem zweiten Lied waren die Besucher völlig begeistert“., sagt Wolfgang Lettow. Wobei das Kulturprogramm lediglich 15 Prozent des Umsatzes bringt.

Wer noch nicht im Alten Bahnhof war, dem sei zum Beispiel der Auftritt der „Daktiker“ empfohlen. Am Freitag, 20. März, wird das Kabarett-Ensemble in Kettwig zu Gast sein - die vier Protagonisten sind übrigens alle leibhaftige Pädagogen.