Als Werden noch kaiserlich war

Werden erlebte vor 115 Jahren eine freudige Aufregung: Das Denkmal von Kaiser Friedrich III. sollte auf der damaligen Brücke aufgestellt werden (heute steht es auf dem Rondell an der Forstmannstraße). Der mit Pomp geplante Enthüllungstermin indes platzte, denn der Werdener Bildhauer Wilhelm Albermann wurde mit dem Abbild Seiner Majestät nicht rechtzeitig fertig. Das Fest wurde vom Frühjahr auf den 19. August verschoben.


Das traf den Verein Vaterländischer Krieger, Stifter des Denkmals, bis ins Mark. Das Standbild aus Bronze mit Granitfuß kostete immerhin in sechs Jahren Planung schon viel Mühe und Geld.


Das Fest muss am guten Ende aber wohl ganz toll gewesen sein: Mit Pionierkapelle, Artillerie-Verein, Turnerbund, Ludgeri-Knappenverein und Tucharbeiter-Verein nebst der ganzen Bürgerschaft. Die Freiwillige Feuerwehr sperrte alle auf die gehörige Distanz.


Der Werdener Historiker Leo Fonrobert arbeitet derzeit an einem Vortrag. Weil doch 1900 alles so kaiserlich schön war...