Als Micky Maus erstmals nach Essen kam

2015 feiern Clint Eastwood, Sean Connery, Gene Hackman, Robert Wagner, Mario Adorf und Armin Mueller-Stahl ihren 85. Geburtstag. Es gibt aber ein weiteres Ereignis zu feiern: Die Lichtburg erinnert ab 11. Juli mit der Ausstellung „Micky – Das Tonfilm-Wunder“ an die Deutschlandpremiere der Maus.

Vor 85 Jahren zeigte die Berliner Südfilm AG im Januar zunächst vor geladenen Kinobetreibern in einer Sondervorstellung des UFA-Kinos Marmorhaus die ersten „Micky“ und „Silly“ Zeichenfilme.

In Essen wurde sie erstmals am 11. April 1930 in der „Essener Volkszeitung“ als neues „Tonfilm-Wunder“ und später als „eine wirklich sensationelle Sehenswürdigkeit“ angekündigt.

Das Schauburg Kino am Viehofer Platz präsentierte dann zum Hauptfilm „Der Tiger“ im Mai 1930 den ersten Micky-Silly-Film „Die Geisterstunde“ als „außergewöhnliches Vorprogramm“.

Und im Sommer hatte „Micky“ im Vorprogramm zu „Mutter Krauses Fahrt ins Glück“ mit dem Zeichenfilm „Im Tier-Varieté“ in der Lichtburg ihren ersten Leinwand Auftritt.

„Micky“ dokumentiert in einer Mischung aus Kommerz mit Kunst, Zeitgeist und Alltagskultur die ersten fünf Jahre ihres eigenwilligen Auftretens in Deutschland. Bei der Aktuellen Ausstellung in der Lichtburg sollen Opa den Enkeln zeigen können, dass auch sie mit „Micky“ erwachsen wurden. Und die erlebte im Gegensatz zur amerikanischen Mickey Mouse, deren Aktivitäten im Film, Comic sowie bei der Spielzeugproduktion, in Form und Wirken durch Lizenzen der Disney-Brüder streng überwacht wurden, mehr menschliche, alltägliche Abenteuer, die der US-Maus nie gestattet wurden. Micky hatte vier Finger und einen Daumen an jeder Hand. War ein Familienmensch mit allen Lastern, rauchte und trank Alkohol, hatte eine Ehefrau und auch Kinder. Ihr Äußeres ähnelte mehr einer Ratte als einer Maus.