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Alles für eine Freikarte zum nächsten Rot-Weiss-Spiel an der Hafenstraße in Essen

18.05.2012 | 19:30 Uhr
Alles für eine Freikarte zum nächsten Rot-Weiss-Spiel an der Hafenstraße in Essen
Ausstellung von Erinnerungsstücken im Georg-Melches-Stadion Im Bild: Echte Fans, Peter Meiritz schwänzte mit 10 die Schule um die Tribünen zu fegen, dafür gab es dann eine Freikarte, Sohn Marcel ging mit seinem Vater mit 4 zum ersten mal ins Stadion.Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Die Abschiedswoche im alten Stadion bei Rot-Weiss Essen: Fans und Verein stellten zum Abschied persönliche, historische Erinnerungsstücke aus. „Wir haben selbst noch mal tief im Keller gekramt“, erzählt RWE-Pressesprecherin und Mitorganisatorin der Ausstellung Susanne Völkel. Nächster Tisch, nächstes historisches Highlight.

Als Zehnjähriger schwänzte er die Schule, um die Tribünen an der Hafenstraße zu fegen. Alles für eine Freikarte zum nächsten Rot-Weiss-Spiel . Gestern konnte Peter Meiritz dann selbst ein wenig prahlen – mit einem original signierten Trikot vom „legendären“ Pokalfinale 1994. Das präsentierte der 56-Jährige stolz auf der Ausstellung, die es gestern von 16 bis 20 Uhr vor der Haupttribüne im Georg-Melches-Stadion (von Fans) für Fans gab.

Persönliche Erinnerungsstücke

Es war der Freitag vor dem letzten Meisterschaftsspiel im alten Stadion: Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen, fand der Verein. „Im Rahmen der Abschiedswoche haben wir selbst noch mal tief im Keller gekramt“, erzählt RWE-Pressesprecherin und Mitorganisatorin der Ausstellung Susanne Völkel. „Wir wollten aber auch den Fans die Chance geben, ihre persönlichen Erinnerungsstücke zu zeigen.“ Vor vier Wochen startete der Verein den Aufruf – acht Fans haben sich daraufhin angemeldet, ihre Raritäten auf vier Tapeziertischen auszubreiten.

RWE - das letzte Spiel

Einer davon: Meiritz aus Bedingrade, der nicht nur das Trikot vom DFB Pokalfinale ‘94 auf den Tisch legen konnte, sondern auch den original Rot-Weiss-Wimpel, den die Mannschaft vor Spielbeginn mit den Bremern tauschte. Die wiederum versteigerten den RWE-Wimpel, den schließlich Meiritz Sohn Marcel ergattern konnte.

2,10 Mark für die Endspielkarte

Nächster Tisch, nächstes historisches Highlight: Eine Original-Eintrittskarte vom Endspiel der Deutschen Fußballmeisterschaft 1955 für 2,10 D-Mark. „Zehn Pfennig gingen davon zum DFB-Sozialwerk“, weiß Besitzer Marco. Und obwohl seine Oma selbst beim Spiel war, ist das Ticket ersteigert. „Die hat ihre Karte dummerweise nicht aufbewahrt.“ Der 44-jährige gebürtige Münchner schaffe es zu jedem Spiel und fasst zusammen: „RWE ist ein Virus, seit 1980 bin ich infiziert.“

Insgesamt war es der ruhige Teil des Abschieds, wie Sprecherin Völkel erklärte, „am Wochenende wird’s noch mal laut hier.“ Danach rollen die Bagger über den Platz, auch der ist dann Geschichte.

Julia Rathcke

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