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Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden

13.03.2012 | 10:00 Uhr
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
Auf der Dilldorfer Höhe in Kupferdreh steigen die Mieten für Einfamilienhäuser. Foto: Jan Dinter / WAZ FotoPool

Essen.   Die Allbau AG erhöht die Miete für Einfamilienhäuser und verweist auf die „gute Lage“. Das provoziert Widerspruch bei Betroffenen: Von den 19 Mietern haben sieben der Mieterhöhung nicht zugestimmt, bedauert Allbau-Prokurist Samuel Serifi, so dass alles auf eine Klage vor Gericht hinausläuft.

Wohnen im Grünen, den Baldeneysee zu den Füßen - als der Allbau sich Ende der 90er Jahre anschickte, auf politischen Wunsch das ehemalige Kasernengelände auf der Dilldorfer Höhe in Kupferdreh in ein Neubaugebiet zu verwandeln, da warb die Wohnungsgesellschaft mit den Vorzügen dieser Stadtrandlage im Essener Süden.

Mit der Vermarktung, so weiß man heute, tat sich der Allbau schwerer als damals erhofft. Nicht zuletzt deshalb kam die städtisch beherrschte Tochtergesellschaft vor nunmehr drei Jahren auf die zündende Idee, auf der Dilldorfer Höhe auch Einfamilienhäuser zur Miete anzubieten. Ein bis dahin völlig neues Angebot im Portfolio, das andernorts in der Stadt Schule machen sollte. Der Erfolg scheint dem Allbau Recht zu geben. Die 19 Einfamilienhäuser waren schnell vermietet und sind es bis heute, was die Wohnungsmanager vom Kennedyplatz nun dazu veranlasste, erstmals die Miete zu erhöhen. Nicht um 20 Prozent, was das Mietrecht nach dem Ablauf von drei Jahren durchaus zuließe, wie der Allbau betont. Aber immerhin noch um so viel, dass längst nicht jeder gewillt ist, die Erhöhung widerspruchslos hinzunehmen. Von den 19 Mietern haben sieben der Mieterhöhung nicht zugestimmt, bedauert Allbau-Prokurist Samuel Serifi, so dass alles auf eine Klage vor Gericht hinausläuft.

Preisgekrönter Spielplatz, gute Verkehrsanbindung und Nahversorgung

8,44 Euro pro Quadratmeter statt 7,74 Euro verlangt der Allbau, was für ein Reihenhaus eine Mehrbelastung von etwa 90 Euro ausmacht. Bis zu 9,35 Euro pro Quadratmeter hätte der Allbau verlangen können - nach eigener Lesart des Mietspiegels wohlgemerkt. Ist die Mieterhöhung angemessen? Der Streit um diese Frage spiegelt wider, was die Diskussion um die Dilldorfer Höhe praktisch von Beginn an bewegt.

In den Kategorien, die der Mietspiegel vorgibt, stuft der Allbau das Neubaugebiet als „gute Lage“ ein. Prokurist Samuel Serifi verweist auf die „sehr gute Nachfrage“, auf das „gute Image des Essener Südens“ und die moderne Bebauung. Punkte sammele die Dilldorfer Höhe außerdem durch einen preisgekrönten Spielplatz, durch eine gute Verkehrsanbindung und durch die Nahversorgung; Dinge des täglichen Bedarfs gibt’s in einem Kiosk. „In wirklichen Top-Lagen gibt es nicht mal den“, sagt Serifi.

Nun ersetzt ein Kiosk noch keinen Supermarkt, und eine Autobahn vor der Haustür bedeutet auch mehr Lärm und Abgase. Dass mit der Hammer Straße eine bei Motorradfahrern beliebte Ausflugsstrecke unmittelbar an der Dilldorfer Höhe vorbeiführt, ist zum Leidwesen von Anwohnern bei schönem Wetter nicht zu überhöhen. Es kommt eben darauf an, wie man die Dinge sieht - und auslegt. Mieter sprechen von allenfalls von einer „mittleren bis guten Lage“. Der Gutachterausschuss für Grundstücksfragen hat bei der Aufstellung des Mietspiegels keine Angaben gemacht, die sich explizit auf die Dilldorfer Höhe beziehen, räumt Samuel Serifi ein, was die Sache für alle Beteiligten nicht leichter macht. Kommt es vor Gericht zu einem Verfahren, müsste ein externer Gutachter nachweisen, dass der Allbau bei der Einstufung der Lageklasse daneben lag und dass Punktabzüge sehr wohl angebracht seien, weil die schicken Mieteinfamilienhäuser nicht unterkellert sind. Wie immer der Streit ausgehen mag - Mieter fürchten, es wird nicht der letzte Anlauf gewesen sein, die Miete zu erhöhen. „Wir behalten uns das vor“, heißt es beim Allbau.

Marcus Schymiczek


Kommentare
13.03.2012
15:28
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von Gran-Torino | #10

Ich bin zwar nicht betroffen aber sehe jeden Tag auf die Höhe.
Ich finde die Mieter haben völlig recht, im Gegenteil eigentlich müsste die Miete gekürzt werden Durch die Duschstreckung der A44 bekommt die Region eher was Abwertendes. Was vormals mal ein Landschaftsschutzgebiet war ist nun zu einer Transitautobahn verkommen.
Und um nach Kupferdreh zu kommen ist immer ein Auto erforderlich.
Aber der Hammer ist, seit wann gehört E-Dilldorf zum Essener Süden? Hier handelt es sich immer noch um einen Stadtbezirk der laut Stadtverortnug und ja selbst hier bei der WAZ (vertreten durch Derwesten) zu Essen Ost gehört und da kann man ja wohl nicht von einer bevorzugten Wohngegend Sprechen.

13.03.2012
15:17
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von Ex-Ruhrgebietler | #9

8,44 € kalt pro qm für ein quasi flammneues Haus in der Lage? Die Spezialisten die dagegen Einspruch eingelegt haben können ja in Objekte der Gagfah oder der Dt. Annington einziehen, da ist es bestimmt vieeeeeel besser und preiswerter...

13.03.2012
14:24
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von Noeggedorf2010 | #8

150,- MIETERHÖHUNG NICHT 15,-

13.03.2012
14:19
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von Noeggedorf2010 | #7

Wir sind Mieter der Einfamiliensiedlung auf dem alten Nöggerathbad Gelände in Altendorf und haben nach 15 Monaten auch eine Mieterhöhung in Höhe von 15,- bekommen! Anscheinend ist dies die Strategie der Allbau... Gerne können sich betroffene Mieter der Dillendorfer Höhe mit mir in Verbindung setzen um Informationen auszutauschen

1 Antwort
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von Noeggedorf2010 | #7-1

150,- MIETERHÖHUNG NICHT 15,-

13.03.2012
13:04
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von rredfly | #6

Für eine Mietwohnung 9,35 Euro Nettokalt pro Quadratmeter? Auch in Kupferdreh ist nicht alles Gold, was glänzt. Es vermüllen immer mehr die Straßen.

2 Antworten
Verwischen
von Erbeck1 | #6-1

Sie verwischen da etwas - ähnlich sind auch die WAZ-Überschriften ! Man nimmt 8,44 und lässt die 9,35 aussen vor ! Sie stellen das aber bewusst (??) etwas anders dar . Bin übrigens kein Allbau-Mensch , damit keine unnutzen Fragen auftauchen .

Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von Gran-Torino | #6-2

Ja aber erst, seit die Mafia von Straßen NRW damit begonnen hat, radikalen Kahlschlag zu veranlassen. Seitdem kann man auch endlich wieder die schöne Beton Struktur entlang der Transitautobahn A44 sehen.

13.03.2012
12:29
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von ChristlicherDemokrat | #5

Ich war einer der ersten, der vor fast 20 Jahren Interesse an der Wohnlage beim Allbau anzeigte. Aber als dann die Angebote und Preise auf dem Tisch lagen erkannte ich eine zu große Lücke zwischen Preis und Liestung und hatte sofort wieder Abstand genommen vom Kauf.

13.03.2012
12:28
Idylle
von Erbeck1 | #4

Ich finde den Mietzins für diese Wohnidylle als nicht zu hoch - Toplage über den Dächern von Essen halt ! Viel Naherholung ist unweit und Einkäufe erledigt man heutzutage im Zeitalter von Gefriertruhen eh im 10-Tageraum .

13.03.2012
11:39
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von karlosdallos | #3

Bei mir läuft das unter:

"Unliebsamen Kapitalisten die kostenlose Ausreise ermöglichen".

13.03.2012
11:38
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von karlosdallos | #2

Im "Handelsblatt" läuft so etwas unter :

Investieren Sie in den Immobilienmarkt.

Bei CDU CSU und FDP läuft so etwas unter :

Freies spiel der Kräfte" und "Wirtschaftswachstum".




1 Antwort
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von Gran-Torino | #2-1

Und abgesehen davon forciert die CDU E-Ost (Kupferdreh) unterhalb der Dilldorfer Höhe die Wohnbebauung entlang des Sees. Um nach eigenen Aussagen für Pendler die nach D´dorf fahren müssen Attraktiver zu werden.
Vielleicht unterliegt hier auch die örtliche -Kleinkrämer Politik, nur der Falschen Illusion, mit einer Anschlussstelle an der A44 nun zu einem Vorort von Düsseldorf zu werden? Oder ist es wieder mal Politischer Größenwahn???

13.03.2012
10:24
so kennen wir sie.
von trickflyer | #1

nehmen ist seeliger den geben.und einen kiosk als warenhaus der sonderklasse(womöglich noch besser als kadewe)anzupreisen ist der oberhammer.das einzige was dort 1a ist,ist die autobahn und die motorradteststrecke.

1 Antwort
Allbau erhöht Mieten auf Dilldorfer Höhe - Anwohner auf den Barrikaden
von Gran-Torino | #1-1

an dem Kiosk bekommt man also alles? Na dann werde ich gleich mal hochfahren und ein Pfund Hack, frischen Salat, Kartoffeln und Margarine ordern.

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