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Alkohol, Amokläufer, alte Traditionen - Schützen leiden unter Vorurteilen

07.10.2012 | 19:00 Uhr
Alkohol, Amokläufer, alte Traditionen - Schützen leiden unter Vorurteilen
Für Schützen ist ihr Hobby ein ganz normaler Sport.Foto: Müller

Essen.  Schützenvereine leiden unter ihrem schlechten Image: Alkohol, Amokläufer, alte Traditionen. Bundesweit öffneten sie nun ihre Türen, um für sich zu werben. Ein Besuch beim Essener Verein BSV Holsterhausen 1878 soll mit den Vorurteilen aufräumen.

„Gleich hier distanzieren wir uns ausdrücklich von schießwütigen Psychopathen“, steht in großen Buchstaben im Willkommensgruß des Bürgerschützenvereins Essen-Holsterhausen 1878 auf seiner Internetseite. Für den Vorsitzenden Thomas Gohr (47) ist dieser Hinweis wichtig – und er ist wegen Ereignissen der vergangenen Jahre notwendig.

Angefangen im April 2002, als ein ehemaliger Schüler und Mitglied im Schützenverein am Erfurter Gutenberg-Gymnasium Amok lief und 17 Menschen tötete, bis zu den Amokläufen von Emsdetten oder Winnenden – bis heute spüren Schützen- und Schießsportvereine die öffentliche Wirkung dieser Gräueltaten. Dazu gesellen sich Vorurteile über Trinkgelage, ein von vielen als angestaubt empfundenes Brauchtum und das Bild vom Altherren-Sport.

„Wir sprechen nicht von Waffen"

„Wir möchten unseren Sport näherbringen“, erklärt Gohr am Sonntag im Vereinsheim an der Kruppstraße 99. Der BSV macht wie elf weitere Essener Vereine mit beim „Wochenende der Schützenvereine“, das der Deutsche Schützenbund bundesweit initiiert hat – mit Blick auf die Werbung von Neu-Mitgliedern. Luftpistole und Luftgewehr können Besucher an dem kleinen Schießstand unter Aufsicht und Anleitung in die Hand nehmen, die zehn Meter entfernte Papierscheibe samt Zielscheibe anvisieren und abdrücken.

Was auffällt, sind Begrifflichkeiten, auf die die Verantwortlichen Wert legen. „Wir sprechen von Sportgeräten, nicht von Waffen ,“ sagt Heinz Peter Heib (50), zweiter Vorsitzender. „Und bei uns herrscht vor und während des Schießens Alkoholverbot“, ergänzt Gohr. Natürlich komme beim Schützenfest Feierfreude zum Ausdruck, aber es störe sich doch auch niemand daran, wenn jedes Wochenende etwa Fußballer nach ihren Spielen Bier trinken. „Die Vorurteile, die es bei den Menschen gibt, können wir relativ schnell ausräumen“, betont der 47-jährige Gohr.

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Kommentare
09.10.2012
09:47
Alkohol, Amokläufer, alte Traditionen - Schützen leiden unter Vorurteilen
von wissenhilft | #10

Wir sollten nicht ängstlicher sein als notwendig, die Medien etwa zeichnen ohnehin ein völlig falsches Bild, man könnte meinen, dass täglich 5 Leute...
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2012-10-07 19:00
Essen, Schützenverein, Vorurteile, Schießsportverein, Sport, Bürgerschützenverein Essen-Holsterhausen 1878
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