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Ali ist jetzt immer dabei

24.02.2013 | 06:00 Uhr
Ali ist jetzt immer dabei
Die Stadt veröffentlich jetzt rund 1300 Vornamen, die Neugeborene erhalten.Foto: Jürgen Theobald

Essen. Die Stadt wird jetzt jeden Namen veröffentlichen, den ein neugeborenes Baby erhält. Bislang erstellte das Standesamt eine Hitliste und gab jeweils die 30 beliebtesten Vornamen für Mädchen und Jungen an. Nun wird die Stadt bei der nächsten Statistik für 2013 rund 1300 Vornamen veröffentlichen. So viele waren es im Vorjahr.

Warum aus dem Ranking der beliebtesten Namen nun eine lückenlose Liste werden soll, die ausgedruckt immerhin 48 Seiten ergibt? Die Stadt kommt einem Wunsch der Allianz der Essener Türken (AET) entgegen. Die hatte im Integrationsrat die Verwaltung darum gebeten, „die jährlich veröffentlichte Statistik zu den beliebtesten Vornamen in Essen mit den Vornamen der Kinder mit nichtdeutscher Mutter und/oder nichtdeutschem Vater zu ergänzen“.

Bislang wurden nur die Top 30 veröffentlicht

Dabei waren die längst darin enthalten, erklärte Stadt-Sprecher Stefan Schulze. Veröffentlicht wurden bislang allerdings nur die Plätze 1 bis 30 . So tauchte etwa Ali zumindest auf der Internet-Seite der Stadt für das Jahr 2012 nicht auf, weil er auf Platz 32 lag. Zu finden war Ali in anderen Jahren durchaus in den Rankings, so in der Statistik 2011 (dort auf Platz 28 vor Erik und Gabriel) oder 2007, als Can Rang 23 und Ali gar 20 einnahm, gleich hinter Jonathan und vor Florian.

Für Muhammet Balaban (AET) ist das neu: „Ich habe nie in diese Statistiken geschaut“. Er habe die Anfrage als Sprachrohr vieler Menschen mit ausländischen Wurzeln gestellt, die sich zu diesem Thema Gedanken gemacht hätten.

Bei der jetzigen Lösung wurde übertrieben

Eigens eine Liste mit Vornamen, die diese Eltern ihren Kindern geben, sei aber nicht möglich, sagt Schulze. Und dass es bei rund 40 Prozent der Neugeborenen mit nichtdeutscher Mutter und/oder Vater nicht mehr Vornamen mit muslimischen Wurzeln unter die Top 30 schafften, erklärte er auch mit den Schreibweisen: wie bei Jasmin, Jazmyn und Yasemine, bei Mohamed oder Mohammet. Und Muhammet Balaban hält die jetzige Lösung für übertrieben: „50 Namen hätten doch gereicht.“

Dann bliebe die Liste immerhin ein Ranking. Denn ab Platz 100 werde es chaotisch. Was auch daran liegt, dass zwei Drittel aller Namen nur einmal vergeben werden und das Standesamt dann auch alphabetisch sortiert, sagt Stadt-Sprecherin Renate Kusch. Über die Beliebtheit sagen aber diese mehrfach vergebenen Plätze nichts mehr aus – und das war ursprünglich die Absicht der Statistik.

Die Allianz Essener Türken bat die Verwaltung zudem, „eine Statistik der beliebtesten Namen von Kindern mit muslimischer Mutter und/oder Vater darzulegen – zumindest die ersten zehn Plätze.“ Dieser Bitte wird die Stadt allerdings nicht nachkommen, so dass es diese Statistik nicht geben wird: „Es bestehen auch keine Extra-Listen, die nach katholischen oder evangelischen Eltern unterscheiden“.

Dominika Sagan

Kommentare
05.03.2013
15:55
Ali ist jetzt immer dabei
von tachyonman | #24

Besonders schön wirds, wenn die Eltern mit Nachnamen "Mente" heißen. Alis Bruder könnte man dann doch "Rudi" nennen...

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http://www.derwesten.de/staedte/essen/ali-ist-jetzt-immer-dabei-id7649803.html
2013-02-24 06:00
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