Alfred I. ist der neue König

Werden, Heidhausen und Fischlaken glichen am Pfingstwochenende wieder Festspielorten. Es wurde getanzt, gesungen, gefeiert und gekämpft. Beim Open-Air-Konzert, dem Gemeindefest in Hippen-Hamm, bei den Meisterschaften im Kanu-Polo und beim Reitturnier.

Und mittendrin: Das Schützen- und Heimatfest des Bürgerschützenvereins Gut Ziel Essen-Werden-Heidhausen von 1926 auf dem Kirmes-Festplatz an der B 224. „Übrigens blicken wir auf eine über 89 Jahre alte Tradition zurück – im nächsten Jahr feiern wir unser 90-jähriges Bestehen“, sagt nicht ohne Stolz Georg Dopp, 1. Vorsitzender des Vereins. „Dieses Fest war die Generalprobe für das nächste Jahr“, sagt er und gibt einen Ausblick auf 2016: „Wir haben schon jetzt unseren Festausschuss vergrößert und werden unseren Gästen zwei zusätzliche Veranstaltungen bieten. Zudem soll auch im hinteren Zeltbereich das gesamte Geschehen auf Bildschirmen verfolgt werden können.“

Vermutlich wird es ein Marathon-Programm geben, denn schon jetzt reicht das Fest von Freitag bis Pfingstmontag. Dopp moderierte auch das Königsschießen – den Endkampf zwischen den zwei Granden: dem mehrfachen König und Kaiser, Hans-Albert Honnacker, der einen weiteren Majestätstitel erreichen und damit in die Annalen des Vereins eingehen wollte, und Alfred Semmelrock, der diese Anzahl von Auszeichnungen (noch) nicht für sich beanspruchen kann. Und König wurde: Alfred I. Im 44. Schuss und vor Ablauf einer Stunde schoss er den Vogel ab. „Jetzt schießen sie taktisch“ erläuterte der Vorsitzende im Verlauf des Wettkampfs. Und sie haben sich „nichts geschenkt“. Es sei ein fairer und harter Kampf gewesen.

Der neue Würdenträger, mit 69 Jahren auch nicht mehr der Jüngste: „Ich fühle mich jetzt wie ein Vierziger, habe jeweils von rechts nach links angesetzt, um so meinem Konkurrenten und Kameraden Hans-Albert wenig gute Möglichkeiten zu bieten.“ Leider könne seine Königin, Silke Honnacker“ im Moment aus Krankheitsgründen nicht dabei sein.

Aus Sicherheitsgründen musste das Königsschießen diesmal besonderen Vorgaben genügen. Natürlich war der Raum durch Metallgeländer abgetrennt, die vielen Zuschauer blieben außen vor, konnten dennoch den Wettkampf gut verfolgen. Die vorgeschriebene, mehr als verdoppelte Holzstärke des Königsvogels von 25 Millimeter, soll die „Rückschlaggefahr“ vermeiden, argumentierte Dopp. Eine Auswirkung auf die erforderlicher Schusszahl bzw. Treffer war nicht zu erkennen.

Ob das Schützenfest denn noch zeitgemäß ist? Dopp: „In jedem Fall. Es ist Pflege von Brauchtum und Tradition, und man muss die Programmgestaltung den Zeitläufen anpassen, daran arbeiten wir.“

„Werden sucht den Playbackstar“ hieß es am Freitag beim Bürgerabend. Im Einzelwettbewerb siegte Gina Kriwett von den Fischlaker Narren und im Duo zusammen mit Denise Schwarz - jeweils mit Songs der US-amerikanischen Popsängerin Lady Gaga.

In der Kategorie „Gruppe“ vergab die Jury den ersten Preis an das 15-köpfige Team der „Friends for Fun“, die gekonnt und moderiert von Karin Förster-Kirch Musicalinterpretationen darboten.

Beim Festzug am Sonntag gaben sich die Politiker ein Stelldichein auf der sonnengefluteten Empore des Eingangs der Folkwang Universität der Künste. Selbstverständlich war – wie jedes Jahr - auch Schirmherr Hanslothar Kranz dabei.