Ärger um Rasenheizung im neuen RWE-Stadion

Das neue Stadion an der Hafenstraße verfügt  über eine Rasenheizung. Sie ist allerdings nicht in Betrieb, da aktuell noch ungeklärt ist, wer die Kosten dafür übernehmen müsste.
Das neue Stadion an der Hafenstraße verfügt über eine Rasenheizung. Sie ist allerdings nicht in Betrieb, da aktuell noch ungeklärt ist, wer die Kosten dafür übernehmen müsste.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Ob das Stadion an der Hafenstraße ein bisschen zu groß ist für einen Viertligisten, darüber kann man geteilter Meinung sein. Aber die Kicker von Rot-Weiß Essen nervt etwas ganz anderes: Obwohl die Rasenheizung funktionstüchtig wäre, wird sie im Winter nicht genutzt.

Essen.. Es gibt Leute, die meinen, das neue Stadion an der Hafenstraße sei eine Nummer zu groß für einen Viertligisten. Böse Zungen sprechen von einem Fußballtempel, was übertrieben war. Die Ausstattung ist zweckmäßig, hier und da großzügig angesichts der aktuellen Spielklasse von RWE, aber nicht luxuriös. Die Verantwortlichen bei der städtischen GVE verzichteten im neuen Stadion an der Hafenstraße sogar auf eine Anzeigetafel, weil eine solche vom Verband für die Regionalliga auch nicht verlangt wird. Dafür ließen sie in weiser Voraussicht eine Rasenheizung einbauen. Nur: Trotz widriger Wetterverhältnisse haben weder Spieler noch Zuschauer bislang davon etwas bemerkt.

So mancher unter den 10 000 Besuchern im Stadion, die jüngst dem Lokalderby zwischen RWE und RWO beiwohnten, wunderte sich über die wenn auch ansehnliche Schlitterpartie, die ihnen da geboten wurde. Darauf angesprochen antwortet GVE-Geschäftsführer Andreas Hillebrand: „Ja, es gibt eine Rasenheizung, aber sie ist nicht in Betrieb.“ Dabei habe RWE frühzeitig darauf hingewiesen, dass der Verein bereit sei, „alles dafür zu tun, damit die Partie stattfinden kann“, sagt RWE-Vorstand Michael Welling.

Frostiges Verhältnis zwischen Verein und GVE

Fand der Club schlicht kein Gehör? Fakt ist: Auch eine Rasenheizung ist für die Regionalliga nicht vorgeschrieben. Und in den jährlichen Betriebskostenrechnung für das Stadion ist die Heizung auch nicht veranschlagt. 200 000 Euro wären für einen Winter fällig, sagt der GVE-Chef. Eine Menge Holz. Hillebrand sagt auch: „Man kann nicht mal hü und mal hott sagen.“ Der Satz ist gemünzt auf RWE. Für das Spiel gegen RWO hätte der Club die Kosten sehr wohl übernommen, aber nicht für einen ganzen Winter.

Das Geplänkel offenbart zweierlei: Das Verhältnis zwischen GVE und RWE ist nach wie vor unterkühlt bis frostig. Und: Es wird höchste Zeit, das Geschäftsverhältnis vertraglich zu fixieren. Noch basiert es auf mündlichen Absprachen. Ein Pachtvertrag ist zwar ausgehandelt, aber immer noch nicht unterzeichnet. Für einen langfristigen Abschluss fehle es der GVE an Planungssicherheit, so lange die Stadt den Betriebskostenzuschuss von 500 000 Euro von Haushaltsjahr zu Haushaltsjahr gewährt.

Das Thema Rasenheizung könnte Verein und GVE schon bald wieder einholen. Zu Freundschaftsspielen stellen sich Bundesligist FSV Mainz 05 und Zweitligist 1. FC Köln vor, im Januar, wenn es gerne auch mal schneit. Ohne Rasenheizung werden die Profis wohl kaum auflaufen, das Risiko einer Verletzung wäre zu groß. Einen Kostenvoranschlag soll die GVE schon mal vorgelegt haben. Und am Geld soll es nicht scheitern. Welling: „Uns geht es finanziell sehr gut.“