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Der ADAC bemängelt verwirrenden Schilderwald in Essen

11.01.2013 | 12:00 Uhr
Der ADAC bemängelt verwirrenden Schilderwald in Essen
Bei einer Rundfahrt durch Essen, Rüttenscheid, Bredeney, Altendorf und Holsterhausen erklären ADAC Verkehrsexperten, welche Risiken ein dichter Schilderwald birgt.Foto: Meike Allekotte

Essen. Der Schilderwald, der Essens Straßen säumt, sei zu dicht, moniert Essens FDP . Raus aus Schilda, das Autofahrer und Fußgänger verwirrt, hin zu übersichtlichen Ver- und Geboten, lautet die Forderung. Das klingt gut, ist aber nicht neu. Der ADAC mahnt seit Jahren: „Ein Drittel aller Straßenschilder ist überflüssig.“ Wie überflüssig, das erklärt Roman Suthold, Leiter Verkehr und Umwelt beim ADAC, während einer Rundfahrt mit der WAZ.

Dabei: Für Bismarckplatz und Alfredstraße gibt’s gute Noten. „Übersichtlich und nicht überreglementiert.“ Was wenig überraschend sei. „Die Straßenmeistereien haben die Hauptstraßen ständig im Blick.“ So finden sich kaum verwitterte, überalterte oder schlecht reflektierende Schilder. Dann geht’s auf die Rüttenscheider Straße und Suthold und seine Mitarbeiterin Astrid Lösch wirken, als würden sie gern selbst zur Schilder-Demontage schreiten.

Schilderwald verwirrt vor allem Ortsunkundige

„Mehr als drei bis fünf Schilder können vor allem Ortsunkundige gar nicht wahrnehmen“, sagt Lösch. Das verunsichere und der unsichere Autofahrer ist ja eher Verkehrshindernis denn zügiger Verkehrsteilnehmer. Aber was schlagen die Verkehrsexperten vor, fragen wir in der Krawehlstraße und die ist ein gutes Beispiel, für alle schlechten Beispiele, die noch folgen werden. Vielleicht 200 Meter Straße und unzählige Hinweise aufs „Bewohnerparken Museum-Ost“ und Parkscheinpflicht.

„Ein Schild an der Straßeneinfahrt reicht. Den Rest kann man mit Bodenmarkierungen regeln.“ Halteverbot direkt an der Kreuzung? „Überflüssig, das versteht sich von selbst.“ Hinter dem Stern an der Julienstraße sei der Zebrastreifen fehl am Platz, denn „in Tempo 30-Zonen gibt es laut Straßenverkehrsordnung keine Zebrastreifen.“ Außer auf der Rü – da sind’s auf 150 Metern gleich zwei.

Gefahr durch verblasste Schilder

Von der Alfredstraße geht’s ins Haumannviertel. „Das ist nicht nur verwirrend, sondern gefährlich“, moniert Suthold mit Blick auf ein völlig verblasstes Stopp-Schild. „Es reflektiert nicht mehr. Im Dunkeln kann man darauf nichts erkennen. Wenn die Ampel ausfällt, ist das ein Problem.“ Ebenso das übersprühte Mutter mit Kind-Zeichen an einem Spielplatz.

„Das Schild steht nicht zum Spaß da, sondern wegen des Sicherheitsaspekts, es müsste ausgetauscht werden.“ In Holsterhausen hingegen zeigen sich die Experten erfreut. „Kein einziges Parkschild und es klappt trotzdem.“ In Mülheim habe man konsequent den „Wald“ gelichtet. „Da sind 50 Prozent der Schilder demontiert worden. Die hat nie jemand vermisst.“

Claudia Pospieszny

Kommentare
11.01.2013
17:56
@eimerweise
von 1980yann | #5

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Zur Ehrlichkeit gehört auch die Tatsache, dass...
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2013-01-11 12:00
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