Abrissbirne zerlegt den Rüttenscheider Hof
21.07.2011 | 20:08 Uhr 2011-07-21T20:08:00+0200
Essen.Nun ist der Rüttenscheider Hof an der Reihe: Nachdem schon das Hertie-Gebäude am Rüttenscheider Stern verschwunden ist, frisst sich die Abrissbirne jetzt nur einen Katzensprung entfernt durch das ehemalige Hotel-Restaurant.
Wohl in den ersten Monaten des kommenden Jahres sollen hier die ersten Mieter an der Klarastraße 18 in die altengerecht konzipierten Wohnungen des künftigen Mehrfamilienhauses ziehen. Die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord hatte sich den begehrten Standort gesichert und mit dem Projekt – Titel „Stadtresidenz Rüttenscheider Hof“ – zum ersten Mal seit den 1990er Jahren wieder ein Neubauvorhaben im Mietwohnungsbau verfolgt.
Zu retten sei das bekannte Gebäude kaum gewesen. Peter Lang, Vorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord: „Das Haus war baufällig, die Räume zu hoch und zudem falsch geschnitten.“
13:35
Ich hoffe, dass an diese städtebaulich so wichtige Stelle in Essen schöne neue Gebäude entstehen, die auch baukünstlerisch dem Ort seine Wichtigkeit zurückgeben. Denn schlechte Architektur haben wir in Essen ja genug.
Zum Artikel möchte ich noch feststellen, dass es ein Unsinn ist, davon zu reden, dass die Räume zu hoch sind. Höhe Räume sind zwar in der Erstellung etwas teuerer, in der langfristigen Betrachtung eines Lebenszyklus von Gebäuden aber nachhaltiger, weil sie flexibler nutzbar sind und daher dauerhafter. Niedrige Räume senken vielleicht die Heizkosten, was bei guten Fassaden aber zu vernachlässigen ist. Die Tendenz geht daher wieder zu höheren Räumen, da es dann bei der Vermarktung keine Rolle spielt, ob Wohnungen oder Büros, oder Praxen oder Geschäfte in diese Räume einziehen. Auch im Wohnungsbau weisen diese Räume eine höhere Akzeptanz auf wie man an der Beliebtheit der Gründerzeitwohnungen erkennt, sofern Si im Bombenhagel nicht zerstört wurden.