Abrechnung mit Exzessen der Wirtschaft
18.02.2010 | 11:00 Uhr 2010-02-18T11:00:00+0100
Essen. Schulterschluss von Kirchen und Gewerkschaften: Beim politischen Aschermittwoch des Bistums Essen und der Evangelischen Kirche forderte Gastredner IG-Metall-Chef Berthold Huber zusammen mit obersten Kirchenvertretern eine Erneuerung der Maßstäbe für die Wirtschaft.
Mit prächtig bemalten Leitern ist der 1500 Leute fassende Innenraum der Evangelischen Kirche am Katernberger Markt geschmückt; die Wanderausstellung der Rheinischen Kirche, ein Projekt nichtbehinderter und behinderter Christen, macht gerade im 110 Jahre alten größten evangelischen Gotteshaus des Ruhrgebiets Station.
„Sie stehen für das Auf und Ab des Lebens“, entdeckt Superintendant Irmenfried Mundt in den Leitern die passende Symbolik für diesen 12. sozialpolitischen Aschermittwoch des Bistums Essen und der Evangelischen Kirche.
Im Moment droht es nach der tiefen Finanz- und Wirtschaftskrise für viele Arbeitnehmer eher bergab zu gehen. Und so war die traditionelle Zusammenkunft von mehreren hundert Gewerkschaftern, Politikern und Christen gestern im einstigen „Bergmannsdom“ geprägt von nachdenklichen Tönen: Festredner IG-Metall-Bundeschef Berthold Huber, Essens Bischof Franz-Josef Overbeck und Präses Nikolaus Schneider demonstrierten nach einem Jahrzehnt gewisser Distanz einen regelrechten Schulterschluss zwischen Kirchen und Gewerkschaften - und rechneten mit den Exzessen einer auf Aktienkursgewinne starrenden Wirtschaftsgesellschaft ab.
„Breiter Vertrauensverlust“
Zu „Umkehr und Buße“ mahnte Bischof Overbeck, die Krise habe zu einem „breiten Vertrauensverlust wirtschaftlicher und politischer Kräfte“ geführt. Es müsse nun eine neue Zeit anbrechen, in der nicht „Zahlen, sondern der Mensch Urheber, Mittelpunkt und Ziel aller Wirtschaft“ sei. „Die Gestaltung einer menschengerechten Wirtschaftsordnung ist das gemeinsame Anliegen von Kirchen und Gewerkschaften“, sagte er.
Huber befürchtet allerdings, dass keine Lehre aus der Krise und der „Verrohung des Arbeitsmarktes“ gezogen werde. „Die Marktradikalen feiern im Grunde einfach weiter, blockieren notwendige Veränderungen.“ Dabei benötige die Gesellschaft angesichts des Versagens der Märkte einen echten Neuanfang mit einer Wiederkehr der aktiven Industriepolitik und einer Stärkung der Mitbestimmung von Arbeitnehmern , um soziale und ökologische Verwerfungen zu vermeiden.
Zudem müsse der Arbeitsmarkt stärker reguliert werden - durch armutsfeste Lohnuntergrenzen, durch effektive Regulierung von Leiharbeit und Eindämmung von Minijobs. „Ein gutes Leben kann es ohne gute Arbeit nicht geben. Arbeit muss man gestalten“, sagte Huber. Durch den heutigen Druck in den Betrieben und Flexiblisierung werde Arbeit immer menschenunwürdiger. „Die Menschen leben in einer Atmosphäre von Angst, Hilflosigkeit und Verunsicherung. Arbeit macht so auf Dauer krank.“
Auch Schneider forderte Anstrengungen, um so schnell wie möglich eine „menschengerechte Gestaltung von Arbeit“ zu erreichen.
12:37
Andersrum wird wohl eher ein Schuh daraus. Die Gesellschaft lebt von den kirchensteuerzahlenden Solidarischdenkenden. Das, was die Kirchen gesellschaftsverantwortlich stemmen (Krankenhäuser, Seniorenheime, häusliche Pflege, Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen, weitere Bildungseinrichtungen/-angebote, globale Hilfswerke etc pp), könnte ein Staat nur mit Steuerbelastungen leisten, die deutlich höher wären als die Kirchensteuer. Gerechter wäre es natürlich, weil das dann jeder zahlen müsste...
10:53
Schulterschluss von Kirchen und Gewerkschaften
das kann ja was geben, die einen leben von einer Zwangssteuer die anderen sitzen in den Aufsitzräten und bereichern sich.
Auf gehts.
08:04
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