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Abiturient lebt für den Sport

20.07.2009 | 06:00 Uhr

Tobias Däsler aus Haarzopf erhielt für seinen Schulabschluss die Willibald-Gebhardt-Medaille.

„Ich lebe für den Sport”, sagt Tobias Däsler (20) über sich selbst: Und weil der durchtrainierte Haarzopfer nicht nur etwas in den Armen, sondern auch im Kopf hat, wurde er nun im Schloß Borbeck mit der Willibald-Gebhardt-Medaille ausgezeichnet.

„Karl August Willibald Gebhardt (1861-1921) war ein Förderer der modernen internationalen Olympischen Spiele und Begründer der Olympischen Bewegung in Deutschland”, heißt es auf der Internetseite der gleichnamigen Essener Stiftung. „Der Grundsatz dabei ist, Wissenschaft und Bewegung zu kombinieren”, erklärt Däsler.

Erste Auszeichnung für einen Essener

Jährlich ehrt die Stiftung die beste Abiturientin und den besten Abiturienten der einzelnen NRW-Regierungsbezirke, die das Fach Sport als Abi-Leistungskurs belegt haben, mit der Willibald-Gebhardt-Medaille. Mit Tobias Däsler wurde nun erstmals ein Essener Schüler ausgezeichnet. Sein Abitur, Notenschnitt 1,3, machte der Haarzopfer 2008 am städtischen Gymnasium in Mülheim-Heißen.

Sein Leben lang hatte Tobias mit Sport zu tun: Schon als kleines Kind nahm ihn sein Papa mit zum Box-Training, mit sechs Jahren kickte Tobias in der Kinderabteilung des Sus Haarzopf. Doch zwei Kreuzbandrisse in der Jugend zwangen ihn, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen.

„Daher hab' ich dann mit Volleyball angefangen”, sagt Tobias Däsler. Privat mit Freunden, aber auch als Leistungssport im Verein. Boxen lief immer nebenbei. Und während sich seine Mitschüler auf die Abitur-Vorbereitungen stürzten, meldete sich Tobias bei einem Leichtathletik-Verein an: „Sozusagen als Vorbereitung aufs Sport-Abi.”

Was er einmal liest, behält er

Lernen musste er eigentlich nie so viel, erzählt Tobias Däsler, sogar in der Abitur-Phase sei er sieben Tage in der Woche in Sachen Sport unterwegs gewesen. „Wenn ich etwas einmal gehört oder gelesen habe, dann behalte ich das auch. Außerdem habe ich anderen Nachhilfe gegeben, wovon ich selbst profitiert habe.”

Dass Sport in der Schule unterrichtet wird, hält der für sehr wichtig. „Klar, dass dadurch niemand zum Ausdauersportler wird, aber es ist wichtig, dass Schüler so überhaupt an Sport herangeführt werden.”

Manchmal wurde Däsler auch von einigen belächelt, weil er Sport als Abi-Leistungskurs gewählt hatte. Doch „Sport im Abi ist nicht einfach”, verteidigt er seine Wahl. Viele hätten keine Vorstellung, was man da alles in Theorie und Praxis leisten müsse.

Und jetzt, Herr Däsler? „Natürlich bin ich stolz, dass ich die Medaille bekommen habe. Aber ich bilde mir nichts darauf ein.” Nach zwei Semestern Medizinstudium an der Uni Duisburg-Essen habe er jedenfalls gemerkt, dass er eigentlich etwas ganz anderes machen möchte. Etwas, das mehr mit Sport zu tun habe. Deshalb hat er sich auch schon beworben - für ein Studium bei der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Tobias Apelt

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