Abi zwischen Demo und Interrail-Tour

Klar, Abi habe ich damals auch gemacht, hauptsächlich war ich allerdings mit der Rettung des Weltfriedens beschäftigt. Die Schule haben wir zur atomwaffenfreien Zone erklärt und in der Schülerzeitung von der friedlichen Revolution schwadroniert. In der Praxis reichte es freilich nur für Friedensdemo und Menschenkette (Bild oben).

Nach dem Abitur machte ich erstmal Interrail – um bei der Rückkehr festzustellen, dass die Einschreibfrist in Hamburg schon abgelaufen war. So landete ich in Münster: Vom heimischen Bonn aus lag das immerhin in Richtung Hamburg. Meine Fächer habe ich da spontan bei der Einschreibung gewählt, weil ich nicht gewusst hatte, dass ich zwei Nebenfächer brauche. Im ersten Semester stellte sich die Fächerwahl eh als falsch heraus, und ich warf noch mal alles um. Heute staune ich wie sortiert, strukturiert und zielstrebig die Abiturienten sind, doch trotz meiner konfusen Herangehensweise hatte ich mit 25 ein Auslandsjahr hinter mir und einen Magister in der Tasche. Bloß das mit dem Weltfrieden habe ich bis heute nicht hingekriegt.

(48) machte 1985 Abitur mit einem Schnitt von 2,3. Sie ist heute stellvertretende Leiterin der Lokalredaktion.