Abi und Lehre in der Tasche

Dass die Abi-Zeit eine bewegte Zeit mit Umbrüchen ist, muss mir niemand erklären. Ich begann im September 1989 eine Berufsausbildung mit Abitur – in der ehemaligen DDR ein gängiger Bildungsweg nach der zehnten Klasse. Ich lernte den Beruf des Facharbeiters für Textiltechnik und machte parallel dazu das Abi. Doch schon wenige Wochen später kam die Wende und damit war alles anders. Lehrer gingen, die Unterrichtsinhalte wechselten. Und mein Ausbildungsbetrieb – das Strumpfkombinat Esda Thalheim – schrieb mir schon bald einen Brief, dass ich zwar meine Lehre noch abschließen könne, es danach aber keine Stelle für mich gebe. Um meine Zukunft machte ich mir jedoch keine Sorgen, ich wollte ohnehin studieren. Die Textilausbildung hatte mich eher gelehrt, was ich künftig nicht wollte. Was mir aus meiner Abi-Zeit aber bis heute wertvoll geblieben ist, sind die Freundschaften, die damals entstanden. Ich lernte übrigens in einer reinen Mädchen-Klasse. Kein Grund, mir nun Beileids-Bekundungen auszusprechen. So wurde man nämlich nicht vom Lernen abgelenkt.

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