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Interview

A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen

14.01.2011 | 06:00 Uhr
A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen
Sieht den Weiterbau der A52 kritisch: Dr. Christoph Zöpel.

Essen.Ein Kongress mit autobahnkritischer Grundhaltung will am kommenden Wochenende über neue Verkehrslösungen für Essen debattieren. Unter ihnen ist auch Ex-Verkehrsminister Christoph Zöpel, der den Weiterbau der A 52 für unmöglich hält.

Ein Kongress mit autobahnkritischer Grundhaltung will am kommenden Wochenende über neue Verkehrslösungen für Essen und das mittlere Ruhrgebiet debattieren. Einer der Referenten ist Christoph Zöpel, viele Jahre NRW-Verkehrsminister und schon Ende der 1980er Jahre in dieser Funktion ein Skeptiker in puncto Weiterbau der A 52 im Essener Norden. Mit dem damals als Sensation empfundenen Satz „Hier kann keine Autobahn gebaut werden“, war der SPD-Politiker mitverantwortlich für die Wende seiner Partei in der Autobahn-Diskussion. Zöpel ist Verfechter eines einheitlichen Ruhrgebiets und verwendet den Terminus „Ruhr“, wenn er die Region meint. Ein Gespräch.

Herr Zöpel, als Sie Ende der 1980er Jahre NRW-Verkehrsminister waren, wurde schon über neue Autobahn-Abschnitte in Essen geredet, aber es sind bis heute keine gekommen. Warum?

Info
Seine politische Karriere begann in Bochum

Christoph Zöpel (67) ist freier Publizist und Honorarprofessor der Technischen Universität Dortmund. Der promovierte Ökonom ist seit 1964 Mitglied der SPD und begann seine politische Karriere Ende der 60er Jahre in der Stadtverordnetenversammlung in Bochum. Zöpel war von 1972 bis 1990 Mitglied des NRW-Landtags und von 1990 bis 2005 Mitglied des Bundestages. Er war fünf Jahre lang Landesminister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr und später (1999 bis 2002) Staatsminister im Auswärtigen Amt.

Christoph Zöpel: Weil sich herausgestellt hat, dass sie nicht gebaut werden können. Durch einen so dicht besiedelten Raum wie den Essener Norden lassen sich nicht einfach neue Autobahntrassen schlagen. Das muss man so knapp sagen. Es ist wohl richtig, dass in Essen eine Nord-Süd-Querung Sinn macht. Aber ich kann mich erinnern, dass auch die höheren Beamten der Straßenbauabteilung die damals geplante A 52-Trasse wie ich nicht für realisierbar hielten. Sie führte ja bei den Leuten direkt am Fenster vorbei.

Immerhin sollen die Abschnitte mit dem größten Störpotenzial für den Stadtteil nach den aktuellen Plänen nun im Tunnel gebaut werden.

Zöpel: Offenbar gibt es aber dennoch keinen Konsens in den angrenzenden Essener und Gladbecker Stadtteilen für ein solches Projekt, nicht einmal Mehrheiten. Damit muss man sich abfinden. Eine komplette Tunnellösung wäre vielleicht ein Weg. Das entscheidende Verkehrsproblem in Ruhr ist aber ein anderes.

Nämlich?

Zöpel: Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ist in Ruhr zu gering. Das gilt zumal, wenn man vergleichbare Stadträume wie etwa Berlin oder auch Wien als Maßstab nimmt.

Man kann eben im Ruhrgebiet vergleichsweise komfortabel mit dem Auto fahren – vielleicht weil es keine Metropole wie die beiden genannten ist.

Zöpel: So viel anders als in Berlin ist die Struktur im Kern der potenziellen Metropole Ruhr keineswegs. Nein, es handelt sich fast einzig und allein um ein Problem der Taktzeiten im Öffentlichen Personen-Nahverkehr. Sie haben in Berlin bei den S-und U-Bahnen den Fünf-Minuten-Takt und in Essen und den anderen Ruhrstädten meistens nur einen 20-minütigen oder noch längeren Takt.

Thema Durchsetzbarkeit der Infrastruktur: Seit Stuttgart 21 hat man das Gefühl, dass Großprojekte noch schwerer umsetzbar sind.

Zöpel: Stuttgart 21 zeigt auf jeden Fall, dass Bürger die Macht haben etwas zu verhindern, in Großstädten lassen sich bestimmte Großprojekte eben nicht mehr einfach durchziehen. Ob Bürger auch in der Lage sind, auf diesem Wege Alternativen zu erreichen, ist offen. Ich halte es aber für falsch, zu glauben, das Großprojekte generell nicht mehr gehen. Die Emscherrenaturierung etwa ist durchsetzbar, und das ist auch ein Großprojekt.

Die Emscherrenaturierung geht ja auch mit dem grünen Zeitgeist konform.

Zöpel: Mir wäre neu, dass alle Menschen in Ruhr bei den Grünen anzusiedeln wären.

Noch mal zurück zu den Essener Projekten: Was ist denn aus Ihrer Sicht von der Untertunnelung der Ruhrallee zu halten, ebenfalls ein Projekt, das schon zu ihrer Minister-Zeit diskutiert wurde?

Zöpel: Der Bund stellt mangels Neubaumöglichkeiten kaum Bundesfernstraßenmittel für Ruhr zur Verfügung. Deshalb sind Untertunnelungen fiskalisch durchaus vertretbar. Das gilt ganz besonders für die A 40/ B 1 in Essen wie Dortmund und wohl auch für die Ruhrallee.

Frank Stenglein

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Kommentare
16.01.2011
17:01
A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen
von meine-Meinung | #35

DER MAXIM IST EIN WUNDER UND TRITT JETZT IM ZIRKUS AUF!!!!!
Als einziges lebewesen verursacht bei ihm ein andauernder hoher schallpegel keinen bluthochdruck und mit herzrythmusstörungen. Feinstaub steckt er weg wie nix - keine allergien - kein diabetes - kein krebs.
BRAVO MAXIM


NOCH MAL BRAVO MAXIM!!!!
Er zieht jetzt an die Autobahn und macht für uns den menschlichen filter - den ganzen tag am fenster sitzen und tief ein- und ausatmen.

15.01.2011
22:58
A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen
von Es bleibt die Rechtfertigung eines Autofahrers | #34

Ergenzung zu für #33
ganz speziell für #32
Die Tippfehler kannst Du Dir .......

15.01.2011
22:56
A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen
von Es bleibt die Rechtfertigung eines Autofahrers | #33

#32 @maxim
mit Deinem Kommentar zeigst Du einfach nur, wie begrenzt Dein Denkhorizont ist. Scheinbar gibt es für Dich nur schwarz und weiß und nicht dazwischen.
Zitat:
Da hat wohl einer zwischen 1:47 und 1:50 Uhr ....
Zitatende.

Nicht das ich mich rechtfertigen müsste, aber es gibt Leute, die haben Wechselschichten. Wenn die meisten in der Heia ratzepuh machen, haben andere ihre erste Mahlzeit des Tages intus und lesen gerne mal in der Zeitung. Da die normale Zeitung um 1:49 noch nicht im Briefkasten liegt, liest man online den Unsinn, den so Experten wie @maxim aus persönlichem Frust heraus sich von der Leber schreiben.
Wie verbittert Du sein musst zeigt auch Deine Unterstellung mit dem Alkohohl. Armut muss nicht immer etwas mit Geld zu tun haben, wie Dein Kommentar #32 überdeutlich zeigt.

15.01.2011
11:19
A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen
von maxim | #32

Da hat wohl einer zwischen 1:47 und 1:50 Uhr schon ein paar Promille auf dem Tacho gehabt... Prost!

:-)

15.01.2011
07:19
A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen
von Machbares Sehender | #31

Hurra die Presse hat endlich ein Wort gefunden. Autobahnkritische Grundhaltung!. So ein Blödsinn ! In Wirklichkeit geht es darum, das der Ausbau und Neubau von Autobahnen nicht der einzige sinnvolle Weg zur Lösung der Mobilitätsprobleme ist! Es geht darum alle Verkehrsmittel im richtigen Maß zu fördern.

15.01.2011
01:50
A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen
von #26 Rechtfertigungsversuche eines Autofahrers | #30

ähmm ich meine unter #28

15.01.2011
01:49
A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen
von #26 Rechtfertigungsversuche eines Autofahrers | #29

#26 @maxim
unter #27
es ist natürlich der Verweis auf #25 gemeint, den Du wohl offensichtlich nicht gelesen hast.

15.01.2011
01:47
A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen
von #26 Rechtfertigungsversuche eines Autofahrers | #28

#26 @maxim
wenn Du nicht lesen kannst (z.B. #26) , dann lass wenigstens die abgedroschenen Phrasen eines Auofahrers, dessen Denkhorizont bis zur eigenen Motorhaube reicht.

15.01.2011
01:37
A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen
von fmga | #27

Das Interview lenkt vom eigentlichen Anlass ab. Der ist: Heute, Samstag, findet von 10.30 bis 15.30 Uhr im Burggymnasium Essen die MobilitätWerkStadt, eine hochkarätige Verkehrskonferenz von unten, organisiert von Betroffenen, von Vereinen und Initiativen und von der Evangelischen Kirche, statt. siehe http://www.transit-autobahn.de/transit/node/57 Hinkommen! (am besten vorher auf der Website anmelden!) Sich informieren! Mitmachen! Unter dem Motto Möglichkeiten für die Mobilität von morgen entwickeln Betroffene zusammen mit erstklassigen Experten, Fachleuten aus der Verwaltung und Politikern Ideen zur Lösung der Verkehrsprobleme des Ruhrgebiets. Programm: http://www.transit-autobahn.de/transit/sites/default/files/2010-1224 Einl.MWS 2.Aufl__Mobilität_Flyer.pdf Herr Stenglein, Sie sorgten sich um Großprojekte durch Bürgerwillen. Ich könnte mir als Ergebnis vorstellen, dass Bürgerinnen und Bürger für ein Großprojekt zukunftfähige Mobilität im Ruhrgebiet den Grundstein legen. Ich bin gespannt auf eine weiterführende Tagung.

14.01.2011
19:45
A52-Gegner Zöpel fordert Ausweitung des ÖPNV in Essen
von maxim | #26

Gibt es eigentlich auch eine PRO-A52 Bewegung?
Ich würde sofort mitmachen.

Ich kann das ganze Gerede gegen A52 seit Jahren nicht mehr hören.

Der Essener Norden ist zu dicht besiedelt für eine Autobahn?!
Lächerlich! Fragt sich wer da dicht oder nicht ganz dicht ist.
Was ist denn mit der A40 oder zig anderen Stadtautobahnen?

Eine andere Sache ist, das der ÖPNV im Ruhrgebiet eine absolute Katastrophe ist, aber damit kann man doch nicht andere Katastrophen fördern bzw erklären wollen.

Der Herr Zöpel tickt doch nicht ganz richtig....

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