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A40-Blitzer in Essen möglicherweise dauerhaft ausgeschaltet

15.06.2012 | 12:00 Uhr
Die Radaranlagen auf der A 40 zwischen Kray und Gelsenkirchen werden vorerst abgeschaltet.Foto: Oliver Müller

Essen.  Zum Ausbau der A 40 hat die Stadt ihre Radaranlagen zwischen Kray und Gelsenkirchen abgeschaltet – auf Empfehlung der Autobahn-Unfallkommission. Verkehrsexperten wollen jetzt erst einmal beobachten, wie sich die Unfallzahlen nach dem Autobahn-Ausbau entwickeln - möglicherweise bleiben die Radaranlagen dann dauerhaft ausgeschaltet.

Im falschen Film wähnten sich Verkehrsbeobachter seit langem: Auch nach über einem Jahrzehnt der Geschwindigkeitsüberwachung auf der A 40 zwischen Frillendorf und Gelsenkirchen tappen jährlich im Schnitt 70.000 Temposünder in die Radarfallen. Nicht gerade blitzgescheit. Jetzt aber können Autofahrer beweisen, dass sie durchaus vernünftig Regie führen können zu ihrer Sicherheit und der anderer Verkehrsteilnehmer: „Blitzer auf Bewährung“ heißt der Streifen. Die letzte Klappe ist zwar noch nicht gefallen, der Abspann für die Kameras aber hat begonnen. Denn die Stadt hat die Geräte zwischen Kray und Gelsenkirchen vor wenigen Tagen abgeschaltet. Vorsorglich und auf Empfehlung der Autobahn-Unfallkommission des Landes, wie es heißt.

Befristetes Blitzen denkbar

Denn die Verkehrsexperten wollen jetzt erst einmal beobachten, wie sich die Unfallzahlen nach dem Autobahn-Ausbau entwickeln, sagte Bernd Hamacher, Sprecher der zuständigen Bezirksregierung in Düsseldorf, auf NRZ-Anfrage: Nach „drei bis sechs Monaten“ soll dann eine Entscheidung fallen, ob es zu einem dauerhaften Aus für die Radargeräte kommt oder ob sie im Sinne der Verkehrserziehung übers Portemonnaie weiterbetrieben werden dürfen. Das hänge davon ab, wie viele Unfälle auf der Strecke passieren. Denkbar ist nach NRZ-Informationen auch ein befristetes Blitzen.

A 40 bald sechsspurig

Lange Zeit galt der überwachte Abschnitt als Brennpunkt, der durch die Überwachung entschärft werden sollte. Abgesehen davon, dass ein raumgreifender erzieherischer Effekt angesichts der stetig hohen Auslöse-Zahlen womöglich auf der Strecke blieb, darf eine Radaranlage auf Autobahnen in kommunaler Regie nur dann betrieben werden, wenn dort tatsächlich überdurchschnittlich viele Crashs passieren. Ist dies nicht der Fall, kommt die Stadt schnell in den Ruf der Wegelagerei: „Hohe sechsstellige Summen“ haben die nun in beiden Fahrtrichtungen außer Betrieb genommenen Kameras Jahr für Jahr „eingespielt“, deutlich mehr als die „Starenkästen“ in der Buderuskurve: Die bleiben „scharf“.

Info: Blitz-Bilanz

Video
Der erste Spatenstich für den Umbau der Anschlussstelle Bochum-Stahlhausen ist erfolgt.
Fakten zur A40-Vollsperrung in Essen

Seit Oktober 2001 blitzt die Stadt in der Buderuskurve der A 40 , im Juli 2006 wurden die Kameras zwischen den Ausfahrten Kray und Gelsenkirchen scharf geschaltet. 360.000 Euro kostete die neue Anlage, plus 25.000 Euro für die jährliche Unterhaltung. Die Investition sollte sich binnen eines Jahres bezahlt gemacht haben. Die mit Abstand meisten Temposünder wurden in Fahrtrichtung Gelsenkirchen erwischt: über 200 pro Tag.

Von Jörg Maibaum



Kommentare
16.06.2012
10:02
A40-Blitzer in Essen möglicherweise dauerhaft ausgeschaltet
von hutterp | #12

@Bernd25
Klar, wenn man bei 150 kmh nur einen Abstand von 10 Metern einhält, dann kann es schon mal zu Unfällen kommen.
Kleinsthirnen ist es aber nicht zuzumuten, zu verstehen, dass der Bremsweg bei 150 kmh nicht nur 1 Meter beträgt. LOL-

16.06.2012
08:32
A40-Blitzer in Essen möglicherweise dauerhaft ausgeschaltet
von Bernd25 | #11

Vor über einem halben Jahr hatte ich die Sinnhaftigkeit angeprangert und wurde - egal ob Bundesminister oder Straßen-NRW - immer wieder abgewiegelt.

Naja, späte Einsicht, aber es richtig so. Nicht die Blitzer verhindern sondern fördern die Unfälle. Wurde mir sogar schriftlich bestätigt, dass es zu abrupten Abbremsvorgängen kam.

Gegen Blitzer hat übrigens auch keiner etwas, der sich an die Regeln hält, nur hier spielen zwei Faktoren zusammen. Einerseits wechselt die telematik beliebig, aus 120 wurde schon mal 80 direkt am Blitzer oder aus 100 wurde 60, wer also nicht rechtzeitig bremste rauschte mit 40 Sachen drüber durch. Bei drei Spuren kann ich auch nicht mal eben auf jeder x-beliebig bremsen.

zusätzlich war die Gefährdung durch jene Verunsicherung die geschaffen wurde und hier schon mehrfach erwähnt wurde. Ich selbst habe auch heikle Situationen in Richtung Essen erlebt und auf dem Rückweg oft im Stau gestanden, der sich durch das abrupte Bremsen ergab.

16.06.2012
08:30
A40-Blitzer in Essen möglicherweise dauerhaft ausgeschaltet
von Binabik | #10

Danke! Ich fühlte mich nämlich in Fahrtrichtung Dortmund ziemlich veräppelt durch die Blitzer. Schilderbrücke in Kray zeigt 100 an und vor dem Blitzer in Gelsenkirchen wird man auf 60 runtergebremst, obwohl alles schön 3-Spurig ausgebaut und frei ist ?

16.06.2012
07:15
A40-Blitzer in Essen möglicherweise dauerhaft ausgeschaltet
von ESteiger | #9

Ja ne is klar!

Wer bitte glaubt daran, das sich jetzt jemand noch an die Geschwindigkeit hält! Ich meine am Blitzer wird gebremst, ordentlich gefahren und danach ab dafür, rasen wir mal wieder schön weiter!

Bringt doch nix! und wo sonst noch so geblitzt wird weiß man ja auch so ungefähr! Witzig wird es erst wenn die Taktik geändert wird! Ich bin mir absolut sicher, das weit mehr als 5o% aller Fahrzeug Führer sich nicht an Geschwindigkeiten halten! Ich fahre jeden Tag locker um die 200Km und weiß wovon ich schreibe! Und nicht böse sein, gerade die jüngere generation und die mit etwas dickeren Autos nutzen die Autobahn als Kriegsschauplatz zum Abbau von Agressionen und um den anderen zu zeigen wie toll sie doch sind!



Glückauf!

15.06.2012
20:29
BLITZER sorgen für Unfälle!
von GegenRealitatsverweigerer2.0 | #8

Da ist 100 erlaubt, die rechte spur frei, der Mittelspurblockierer schleicht mit 80 daher.....links fährt ein Auto 95 wo zu der Zeit 100 erlaubt ist, dann sieht er die Blitzeu nd bremst auf 60 SECHZIG.....runter auf der linken Spur. Ich war auf der rechten Spur kurz dahinter. Das hätte fast eine Karambolage gegeben, Ausweichmanöver gingen bis auf die Standspur von manchen.

15.06.2012
17:02
Nachdem Umbau
von meigustu | #7

sind die Blitzer wirklich nicht mehr nötig.

15.06.2012
16:30
A40-Blitzer in Essen möglicherweise dauerhaft ausgeschaltet
von Emagic | #6

Ich weiß gar nicht warum über Radar-Kontrollen alleweil diskutiert werden muß. Wenn die Leute sich an die Verkehrsregeln halten würden, wäre das überhaupt kein Thema. Aber, wer "Premium" (das heißt, zu schnell) fahren will, der soll dann auch dafür zahlen in Form von Rechnungen mit schicken Bildern.

15.06.2012
16:30
A40-Blitzer in Essen möglicherweise dauerhaft ausgeschaltet
von Oemes | #5

von rally | #4
Nur nützt das nichts in Richtung Essen,denn ein paar Meter weiter steht eine einzelne und die macht auch ganz Prima Bilder.

15.06.2012
14:40
A40-Blitzer in Essen möglicherweise dauerhaft ausgeschaltet
von rally | #4

Die Blitzer sind schon klasse, wenn zbs. 80 erlaubt sind, bremst alles auf 60 runter...um danach wieder stoff zu geben *grrr*. Viele Autofahrer haben schiss inna Buchse geblitzt zu werden und bremsen teilweise derart runter, das Auffahrunfälle und Staus provoziert werden.

15.06.2012
13:02
A40-Blitzer in Essen möglicherweise dauerhaft ausgeschaltet
von amo17 | #3

Ich habe bis jetzt es immer so verstanden.

Verkehrsregel muss man einhalten.
So wie es jetzt verstehe, muss man nur darüber nachdenken, ob man sie einhalten soll.

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