Ausbau der A 52 - Druck auf Essen wächst
26.12.2011 | 15:39 Uhr 2011-12-26T15:39:00+0100
Gladbeck/Essen. Der Beschluss der Landesregierung, die A 52 im Raum Gladbeck weiterzubauen erhöht erheblich den Druck auf Essen. Denn nun werden in absehbarer Zeit von Süden und von Norden voll ausgebaute Autobahnen in das dafür nicht ausgebaute innerstädtische Essener Straßennetz eingestöpselt.
Die Nachbarstadt Essen blickt seit dem 19. Dezember mit einer gewissen Verblüffung auf Gladbeck. Nachdem hier ganz konkrete Pläne für einen künftigen A-52-Ausbau vorgestellt wurden, sind sich Gegner und Befürworter des Autobahn-Baus in Essen einig: Der Beschluss der Landesregierung, die A 52 im Raum Gladbeck weiterzubauen (falls die Gladbecker Bürger im Frühjahr zustimmen), erhöht erheblich den Druck auf Essen.
Denn nun werden in absehbarer Zeit von Süden und von Norden voll ausgebaute Autobahnen in das dafür nicht ausgebaute innerstädtische Essener Straßennetz eingestöpselt. Der Essener CDU-Fraktionschef Thomas Kufen hält vor diesem Hintergrund eine neue Diskussion um die Durchstreckung der A 52 auf Essener Gebiet für zwingend: „Die CDU steht ohne Wenn und Aber zum Lückenschluss“, sagt Kufen, der an die SPD appelliert, ihre „Wackelposition“ aufzugeben. „Ich mache mir in dieser Hinsicht große Sorgen“, so Kufen. Wenn die SPD kippe, gebe es in Essen eine Mehrheit gegen die A 52.
Planungsgelder gestrichen
Rätsel gibt der Essener CDU unterdessen das Land NRW auf. Noch Ende September 2011 wurden die Planungsgelder für den Lückenschluss in Essen und für den Ruhrallee-Tunnel gestrichen, nun treibt NRW-Landesverkehrsminister Harry K. Voigtsberger den Ausbau zwischen dem A 42-Kreuz Essen-Nord und Gladbeck voran. „Das ist widersinnig“, schimpft der Altenessener CDU-Ratsherr Uwe Kutzner. Die A-52-Pläne in Essen zu stoppen, „das Problem aber andererseits mit einer neuen Autobahn bis zur Stadtgrenze zu verschärfen“ sei schlicht „inkonsequent“. Ähnlich beurteilt auch die FDP die Folgen der aktuellen Gladbecker Entwicklung: „Wer den Verkehr nach Essen führt, muss ihn auch durch die Stadt bringen“, sagt Fraktionsgeschäftsführer Horst Janke - und zwar mit einem Weiterbau der A 52 bis zur bestehenden A-52-Trasse nach Düsseldorf im südlichen Essener Stadtgebiet.
Entweder unsere großen Straßen versinken im Verkehr, was fatal wäre. Oder es wird in stadtverträglicher Form - das heißt mit vielen Tunnels - die A 52 im Norden zu Ende gebaut. Wenn Essen hier endlich auf allen Ebenen Druck macht, wird auch die Finanzierung irgendwann hinzukriegen sein. Das kleine Gladbeck hat gezeigt, wie es geht.
Der Druck steigt
Dass der Druck steigt, sehen bekanntlich auch die Gegner des Ausbaus so - sie ziehen nur andere Schlüsse. Das Netzwerk der Bürgerinitiativen „Keine neue Transit-Autobahn“ hält einen A-52-Ausbau grundsätzlich für falsch. Der Verkehr würde vor allem Bottrop und den Essener Norden „über das bisherige, längst übervolle Maß hinaus stärker mit Lärm und Schadstoffen belasten“. Die Initiativen streben daher - wie berichtet - in Gladbeck (auch im Rahmen des Ratsbürgerentscheids) das Kippen dieser Pläne an.
Die Essener Grünen hätten es für vernünftig gehalten, die betroffenen Städte in der Region zunächst gemeinsam an einen Tisch zu holen. Der Schlüssel liegt für die Grünen in der Nachbarstadt nun bei der Essener SPD: „Die SPD muss sich endlich mal entscheiden, ist sie für oder gegen die A 52.“
Der Essener SPD-Fraktionsgeschäftsführer Roman Brüx verweist auf das Frühjahr 2012, wenn die dortige Stadtverwaltung darlegen will, welche Bau-Möglichkeiten es überhaupt auf Essener Gebiet gebe. „Danach werden wir entscheiden.“ Auch die Essener SPD sieht Anlass, dem Land mit Blick auf Gladbeck kritische Fragen zu stellen.
Schallschutzwände in Sicht
Die SPD in Bottrop begrüßte unterdessen bereits in der Vorwoche die neuen Gladbecker A-52-Perspektiven. Die kilometerlangen Staus und die damit verbundenen Wartezeiten morgens und abends auf der B 224 würden durch den nun absehbaren kreuzungsfreien Ausbau zur A 52 erheblich vermindert. Zudem bekämen die direkt an die Trasse angrenzenden Wohngebiete die Chance, angemessene Schallschutzwände zu erhalten.
Parteiübergreifende Erleichterung herrscht in der Nachbarstadt Gelsenkirchen nach der Vorstellung der A-52-Pläne am 19. Dezember, denn nun, so betont etwa die CDU in Gelsenkirchen, seien die Pläne für eine Umgehung durch die Heege vom Tisch: „Die Bürger in Schaffrath erhalten die Gewissheit, dass es eine Umfahrung durch die Heege nicht geben wird.“
21:18
Sehr Amüsant so manche Beiträge hier.... :-)))
* Also ich pendle Regelmässig mit Fahrrad und Bahn nach Dortmund und zurück nach
Essen Bergerhausen. Fahrzeit tgl. hin und zurück 120 minuten.
Mit dem Auto brauche ich nur mal 50 Minuten.
* Solange die Bahn doppelt so lange braucht an Zeit wird sich das Verhalten der Berufs-
pendler nicht ändern.
* Solange noch jeder Alleine in seinen Auto fährt, scheint es nicht finanziell weh zu tun.
* Alle wollen zurück zur Natur, aber bitte nicht zu Fuss.
Ich wohne in Bergerhausen und wohne leider mitten in der Einflugschneise. Ist sehr un-
angenehm der Krach.
* Warum ich nicht einen guten Eindruck vom OB Pass habe ist, dass wichtige Auto-
bahnprojekte ob Ruhralleetunnel oder A52 durch den Essener Norden so lapidar ver
schoben und aufs Abstellgleis gestellt wurden. Essen wird im Verkehr versinken. Das
sehe ich jetzt schon an der Ruhrallee.
* Wer tgl. beruflich Pendeln muss über die B224 würde sich über die A52 freuen.
Aber solange nicht Jeder bei sich selber Anfängt und statt mit Auto mal Bahn und Co
fährt oder auch Fahrgemeinschaften bildet, wird sich nichts ändern. Dann wird sich
hier verbal weiter gehackt und unsere inkompetente Politik mit ihrer Verzögerungstaktik
wird alles noch verschlimmern. Planfeststellungsverfahren kann man beschleunigen und verkürzen. Aber ich las heute ja, das Ramsauer was gegen den Lärm unternehmen
will. Frankfurt machts mal den Essenern vor, beim Fluglärm.
Viel Spass weiter hier mit den Kommentaren
20:57
Ich schlage vor, sie schreiben ihre Verbesserungsvorschläge mal an die Landesregierung in NRW und an die Bundesregierung. Sie werden dort sicherlich auf offene Ohren und geöffnete Geldbörsen treffen.
Die warten nämlich gerade auf so Schlaue wie sie, die ihnen sagen wo es langgeht - und ihnen erklären was sie all die Jahre falsch gemacht haben und gerade wieder im Begriff sind falsch zu machen...
19:53
joergel sie haben vollkommen recht auf der A40 hat der Transitverkehr nichts verloren. Lässt sich per Mautbrücken ganz wunderbar kontrollieren.
Für die Berufspendler ändert sich nichts, wenn sie dank A52 Durchstreckung woanders in Essen im Stau stehen. Transitverkehr über die Bundesstrassen durch Essen ist eher die Ausnahme. Wenn die LKW Maut auf allen Strassen erhoben würde. wäre dieses Problem auch ganz schnell erledigt.
Wie gesagt besser einen anständigen Lärmschutz an den erweiterten Umgehungsautobahnen, statt einem flächendeckenden Lärmteppich über ganz Essen. Und wichtig auch fest definierte langfristige Belastungskorridore, damit sich dort langfristig passende Anlieger ansiedeln können.
Die A52 ist der rote Teppich für die Arbeitsplatzverlagerung nach Düsseldorf. Die Staus an der A52 bzw. A40 belegen doch schon heute, dass selbst der jetzige Ausbaustand für Essens Arbeitsmarkt wenig bringt. Aus kommunaler Sicht ist die A52 nur eine Dreck und Lärmschleuder ohne Mehrwert für die Stadt.
18:54
Die Pläne zum Ausbau der A52 durch Essen halte ich für unverantwortlich.Alle die hier ihren Gehirnschmalz in ihren Kommentaren abgesondert haben,leben wohl alle an einer Autobahn,oder? Durch die Trassenführung werden einige Stadtteile weiter zerschnitten.Das Leben wird weiter durch Schadstoffe und Lärm belastet,nur weil einige mit ihrem Geländewagen bis in die City fahren müssen,weil sie ja so wichtige Geschäftsleute sind.Sie selbst wohnen draußen im Grünen und muten andere diese Belastungen zu.Und da wo sie wohnen protestieren sie gegen Strommasten und Windräder. St. Florian läßt grüssen
18:37
Mein Kommentar vom 06.10.2011 zu:
Land stoppt Ruhralleetunnel und A52-Ausbau
von woelly | #9
#8 von bergerhausener
Am 3.10.2011 konnten sie noch nicht wissen was am 5.10.2011 in Berlin passeirt ist. Da sind es auch nur 3,4 km Autobahn. Also, abwarten und Tee trinken, denn auch in NRW wird sich noch was verändern. Wetten!
18:02
Und das ist auch gut so, denn es ist so schön, wenn man Recht hat!
Berlin hat vorgemacht.
Gladbeck hat es vorgemacht.
Velbert hat es vorgemacht.
Heiligenhaus hat es vorgemacht.
Bottrop wird es vormachen.
Nur Essen bleibt eine Insel der Tagträumer in Wolkenkuckucksheim.
Der OB sollte nun endlich mit seiner halben SPD der Neinsager tacheles reden. Essen als Energiestadt will angeblich im Ruhrgebiet den Ton angeben und eine Führungsrolle einnehmen? Ich lach mich schlapp! So wird das nichts mit unserer Region! Wir werden im wortsinne links und rechts leigen gelassen. Und das ist nur schlecht so!
15:14
Ich glaub ich Spinne: Verkehr um Essen herum ? Wo liegen denn die Ziele der Berufspendler?
Im wesentlichen im Umfeld der Essener City (noch). Wenn hier so weiter regiert wird, dann machen sich Betriebe sowieso bald aus dem Staub. Wer will auf Dauer in so einer Stauorgie verrecken?
Erreichbarkeit ist Voraussetzung für Termintreue der gebeutelten Firmen und Mitarbeiter. Sie ist gleichzeitig ein wesentlicher Kostenfaktor.
Von nix kommt nix. Qualitäten in der Infrastruktur müssen weiterentwickelt werden. Verkehr unter die ErdeMenschen ohne Lärm und Abgas oben.
Wer diese Hauptverkehrsachse nicht stützt zieht das Ruhrgebiet noch weiter nach unten. (Wenn es noch weiter geht [siehe Armutsbericht]).
Hört endlich auf zu flennen über zeitlich begrenzte Probleme während der Bauzeit sonder löst diese Herausforderungen zusammen mit den Baulastträgern. Packt endlich Zukunftsinvestitionen mutig an. Dies muss nicht einseitig zu Lasten des ÖPNV erfolgen. Auch hier müssen Qualitäten gleichwertig weiterentwickelt werden.
10:52
"man kann den Transitverkehr auch rund um Essen führen, wenn man die vorhandenen Autobahnen erweitert"
Gute Idee. Dann müssen nur noch B224, B227, A40, A44 und A52 um Essen herum geführt werden - und schon ist das Stauproblem im Essener Stadtgebiet gelöst...
10:34
denn dem Einpendler nach Essen bringt es gar nichts, wenn er an anderer Stelle im Stadtgebiet im Stau steht.
Der Lärm lässt sich an wenigen Stellen auch besser bekämpfen als wenn das Budget für immer mehr Autobahnkilomter gebraucht wird. Langfristig ist es immer besser bestimmte Belastungstrassen festzuschreiben, da sich so sowohl Gewerbe als auch Wohnungsbau daran orientieren und darauf verlassen können.
Die Durchstreckung der A52 braucht eigentlich nur Düsseldorf, sonst niemand. Da aber diese weitere Ballung von Industrie und Verwaltung in Düsseldorf umwelttechnisch und volkswirtschaftlich nicht sinnvoll ist, gibt es keinen Grund für einen Weiterbau der A52 durch Essen.
00:00
...meinem Vorredner an...
#3 Über unseren OB erlaube ich mir noch keine Meinung, da der Mann erst seit 2 Jahren im Amt ist. Aber dass er für sämtliche zurückliegenden kommunalpolitischen Defizite sowohl unter Reiniger (10 Jahre) als auch unter den Genossen (ca. 40 Jahre?) seinen Kopf herhalten muss, halte ich dann für etwas übertriebn bzw. zu billig.
Jeder von uns weiß, wie lange z.B. Planfeststellungsverfahren und dergleichen brauchen, um einen halbwegs beschlussfähigen Konsens herbeizuführen. Von parteipolitischen Befindlichkeiten bzw. Kalkül mal ganz abgesehen...