720.000 Euro für neue Bäume in Essen gespendet

Nach dem Orkan Ela engagierten sich viele Bürger und Unternehmen für die Nachpflanzungen zerstörter  Bäume. Hier griffen der grüne Ratsherr Rolf Fliß, Allbau-Prokurist Helmut Asche und Aufsichtsrat Christoph Kerscht zum Spaten, um in der Wickenburgsiedlung eine Traubeneiche in die Erde zu setzen.
Nach dem Orkan Ela engagierten sich viele Bürger und Unternehmen für die Nachpflanzungen zerstörter Bäume. Hier griffen der grüne Ratsherr Rolf Fliß, Allbau-Prokurist Helmut Asche und Aufsichtsrat Christoph Kerscht zum Spaten, um in der Wickenburgsiedlung eine Traubeneiche in die Erde zu setzen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein Jahr nach dem verheerenden Orkan Ela gingen bis jetzt in Essen schon 720.000 Euro an Spendengeldern ein.

Essen.. Die Stadt braucht die Hilfe ihrer Bürger. Sonst kann sie die Folgen der verheerenden Unwetterkatastrophe Ela vor einem Jahr nicht bewältigen. Der erste Spendenaufruf „Mein Baum für Essen“ hat viele Anwohner, Firmen und Initiativen aufgerüttelt. Nach dem letzten Kassensturz vor wenigen Tagen gingen insgesamt 720.000 Euro an Spenden bei Grün und Gruga und beim Stiftungsverein Grugapark ein.

Und das Land gab noch mal 110.000 Euro in den Spendentopf hinzu. „Wir sind damit sehr zufrieden“, erklärt Eckhard Spengler, Sprecher von Grün und Gruga (GGE). Dort laufen bereits die Vorbereitungen für einen zweiten Anlauf der Spendenaktion, die rechtzeitig zu Beginn der nächsten Baumpflanzaktion im Herbst starten soll.

Essen und Düsseldorf hatte es am 9. Juni 2014 am stärksten getroffen. In der Ruhr-Metropole wurden rund 20.000 Bäume zerstört oder schwer beschädigt, in Düsseldorf sogar 30.000. Dafür war am Rhein mit 1,95 Millionen Euro auch die Spendenbereitschaft größer, konnten schon 1.200 Bäume nachgepflanzt werden. In Essen bisher nur 370.

Richtig los geht es hier im Herbst. 1.800 Neupflanzungen sind geplant. „Bis dahin müssen wir noch warten. Wir können jetzt und im Sommer nicht pflanzen. Bei dieser Trockenheit und Hitze hätten die jungen Bäume keine Chance“, betont Spengler.

Generell gilt aber das Versprechen der Stadt: „Jeder Straßenbaum, der gefällt werden musste, wird wieder ersetzt.“ Die Frage ist nur – wann? Bis Ende 2017 soll der grüne Wiederaufbau auf Essens Straßen dauern, möglicherweise „auch länger“, so Spengler. Die Bäume, die von Bürgern gespendet wurden, erhalten drei gelbe Stützpfosten und auf dem Querbalken ein Etikett mit der Aufschrift „Mein Baum für Essen“. Damit will Grün und Gruga noch mehr e Anwohner motivieren, ihren Geldbeutel für weitere Bäume zu öffnen.

Zahlreiche Anwohner haben ihre Spende mit einem Standort-Wunsch verbunden. Sie wollen vor allem, dass der zerstörte Baum vor ihrer Haustür oder im benachbarten Park ausgetauscht wird. Da eine einzige Ersatzpflanzung mit allem drum und dran rund 800 Euro kostet, aber viele Spendenbeiträge deutlich niedriger sind, muss erstmal eine Warteliste aufgestellt werden. Erst wenn das Geld, auch mit Hilfe von Grün und Gruga, für einen speziellen Baum zusammengekommen ist, kann zum Spaten gegriffen werden. Spengler: „Wir freuen uns über jede Spende. Und für manche sind auch 50 Euro sehr viel Geld.“ Wichtig sei, dass die beiden Manager der Aktion „Mein Baum für Essen“ den Kontakt zu den Geldgebern halten. Damit die Unterstützer frühzeitig erfahren, wann ihre Spende eingesetzt wird.

Verwendet werden die Gelder nicht nur für neue Straßenbäume sondern auch für die stark beschädigten Parkanlagen, etwa im Kaiser-Wilhelm-Park, Schlosspark Borbeck, Gervinuspark, Volksgarten Kray und im Stadtgarten.

Infos zur Aktion „Mein Baum für Essen“ erteilt Grün und Gruga unter der Rufnummer 88 67 301.