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4500 Kilometer in vier Tagen

08.10.2012 | 18:14 Uhr
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4500 Kilometer in vier Tagen
Essener Waldorfschüler in SibirienFoto: Ian Siepmann

Essen.  Essener Waldorfschüler zu Gast in Sibirien: Ein Flug von Düsseldorf nach Moskau, von da aus 4500 Kilometer in vier Tagen mit der Transsibirischen Eisenbahn . Nun ist ein Förderverein für die Partnerschule in Planung.

Ein Flug von Düsseldorf nach Moskau, von da aus 4500 Kilometer in vier Tagen mit der Transsibirischen Eisenbahn – so kann ein Schulausflug auch aussehen. Zumindest für einige Schüler der Waldorfschule am Stadtwaldplatz, die diese Reise vor einiger Zeit antraten. Ziel dabei waren nicht nur erweiterte Kenntnisse über Land und Leute, sondern auch ein Förderverein für die Schule der russischen Partnerschule in Irkutsk.

Initiiert wurde die Fahrt von der Russischlehrerin der Oberstufe, nachdem ein regelmäßiger Schüleraustausch mit einem Gymnasium der Essener Partnerstadt Nishnij Nowgorod vor vier Jahren im Sande verlaufen war. Vier Schülerinnen, zwei Schüler und vier Betreuer wagten die 14 Tage Abenteuer dann in den vergangenen Sommerferien – auch wenn den Schülern, die eigentlich von der ersten Klasse an in Russisch unterrichtet werden, ihre Sprachkenntnisse eher wenig weiterhalfen.

Verständigung mit Händen und Füßen

„Zwei Begleiter konnten fließend Russisch, wir verständigten uns meistens mit Händen, Füßen, Stift und Papier“, berichtet Abiturient Kay Stoebke. Und das ist bei der viertägigen Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn auch kaum vermeidbar: „Wir fanden sehr schnell Anschluss“, so Stoebke. Kein Wunder, bei bis zu 54 Fahrgästen pro Waggon in der gebuchten Dritten Klasse. So wuchsen ihnen sogar die Schaffner mit der Zeit ans Herz.

Der Aufenthalt am nahe gelegenen Baikalsee nach dem Besuch der Partnerschule habe sie allerdings alle schnell entschädigt. Schwimmen, Sonnen, Wandern – die Reisenden fühlten sich wie „Gott in Frankreich“, beziehungsweise Russland .

Eindrücke blieben nicht ohne Folgen

Dennoch blieben die Eindrücke von teils sehr armen Verhältnissen, gepaart mit großer Gastfreundschaft, bei den Schülern nicht ohne Folgen: „Wir wollen unsere Partnerschule künftig bei Projekten finanziell unterstützen und so auch etwas zurückgeben“, erklärt Betreuer Alexander Höfer. Zu diesem Zweck will die Waldorfschule möglichst bald einen Förderverein gründen und diesen Vorschlag dem Schulrat vorstellen. Auch ein baldiger Rücktausch mit der Partnerschule, der Irkutsker Waldorfschule, sei „langfristig wünschenswert“.

Julia Rathcke

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